Second Life:
Erfolg und Misserfolg ganz nah

Martin Weigert, 9. Juni 2007 16:28 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Jeder, der zum Höhepunkt der Second-Life-Welle Ende 2006 / Anfang 2007 mit einem temporären Hype gerechnet hat, muss sich ein halbes Jahr später eines Besseren belehren lassen. Noch immer kann sich Second Life über eine nicht nachlassende Medienpräsenz freuen. Diese ist zwar nicht immer positiv, sorgt aber dennoch dafür, dass man Linden Lab und seine virtuelle Welt nicht vergisst.

In der vergangenen Woche gab es gleich eine Reihe interessanter Presseberichte zu Second Life. Wieder einmal stellt eine Studie die Werbewirkung der unzähligen Unternehmenspräsenzen in Second Life in Frage. Laut wuv.de hat das auf IT-Consulting spezialisierte Münchener Unternehmen Aquarius Consulting die Zahl der Besucher auf unterschiedlichen, von Firmen angelegten “Markeninseln” protokolliert. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Das am häufigsten besuchte Areal ist die Nissan-Insel mit wenig beeindruckenden sechs Besuchern pro Stunde. Adidas statten 36 Besucher täglich einen Besuch ab (1,5 pro Stunde). Am einsamsten ist es auf der Insel des Energieversorgers EnBW. Dort schauen gerade einmal sieben Second-Life-Nutzer pro Tag vorbei.

Im Gegensatz zu kommerziellen Angeboten scheint die Kultur besser zu laufen. Die vor gut einer Woche eröffnete, originalgetreue Kopie der Gemäldegalerie Alte Meister Dresden in Second Life hat sich als Publikumsmagnet erwiesen. Wie Handelsblatt Online berichtete, wurden bereits am Eröffnungstag 1000 Besucher gezählt. 400 davon kamen mit Freunden noch mal wieder.

Es entwickelt sich schon fast zur Tradition, dass bei Second Life Erfolge und Misserfolge so nah beieinander liegen - fast wie im richtigen Leben. Und trotz der Risiken, die eine Aktivität und Investition in Second Life hat, setzen Unternehmen weiter auf das Angebot. Gamesload, T-Onlines Portal für Spiele-Downloads, hat vor wenigen Tagen “Gamesload Island” eröffnet. Dort können Besucher kostenlos spielen (wuv.de). Ein derartiges Engagement in Second Life ist vermutlich erheblich weniger krisenanfällig als das eines Energieunternehmens.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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