Falls noch jemand sich gefragt hat, …

Andreas Göldi, 7. Mai 2007 um 21.23 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Fernsehdeutschland “lernt” über Second Life

Martin Weigert, 7. Mai 2007 um 21.12 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

In meinem Beitrag “Digitale Spaltung: Wenn der Begriff «Blog» für fragende Blicke sorgt” vom 30. April hatte ich erwähnt, dass viele der heutigen “Offliner” durch die Massenmedien nahezu abgeschreckt werden, das Internet zu nutzen. Für jemanden, der sich noch nie mit den Vorteilen des Webs auseinander gesetzt hat, besteht dies Dank einer häufig einseitigen Berichterstattung der klassischen Medien hauptsächlich aus Viren, Killer-Spielern und Internet-Piraten. Und seit heute vermutlich auch noch aus Pädophilen. Die ARD deckte in ihrem “Report Mainz” um 21:45 die pädophilen Umtriebe von einigen Nutzern in Second Life auf. Zwei Filmautoren des Magazins haben offenbar mehrere Wochen lang (!) investigativ im virtuellen Raum recherchiert und sind dabei auf diese Vorgänge gestoßen (siehe Welt Online).

So verurteilenswert und menschenverachtend diese Vorfälle sind, so fragwürdig ist, ob man dies wirklich als “große Story” einem Mainstream-Millionenpublikum vorsetzen muss. Es ist anzunehmen, dass der größte Teil der Zuschauer weder Second Life selbst ausprobiert hat noch genau wiedergeben kann, was das überhaupt ist. Das wird sich nun natürlich ändern. Ich bezweifle allerdings, dass ein unnötiger Bericht wie dieser zu einer positiveren Einstellung der Generation Web 0.0 zur digitalen Welt führen wird. Davon abgesehen muss man sich die Frage stellen, inwieweit mehrwöchige “Recherchen” eines öffentlich rechtlichen Politmagazins im nach wie vor sehr bevölkerungsarmen Second Life gerechtfertig sind. Woanders nennt man das wohl “Spielen am Arbeitsplatz”.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

8% “Allesfresser”:
Web 2.0 wird nur von Minderheit genutzt

Andreas Göldi, 7. Mai 2007 um 21.11 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Pew Internet & American Life Project ist immer wieder mal für eine interessante Studie gut, wenn auch nur aus amerikanischer Perspektive. Die neuste repräsentative Umfrage untersucht den Umgang von Amerikanerinnen und Amerikanern mit moderner Informationstechnologie.

Bemerkenswert, aber vielleicht nicht sehr überraschend: Web 2.0 ist bisher noch ein Nischenphänomen und wird erst von einer recht kleinen Zielgruppe wirklich intensiv genutzt.

8% der Bevölkerung sind bezüglich ICT nämlich “Omnivores” (Allesfresser) und können sich für restlos alles begeistern, was digital ist. Wenig überraschend sind das vor allem männliche, jüngere, gut gebildete User. Diese Zielgruppe macht primär die regelmässigen User von typischen Web-2.

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Twitter:
mehr Potential als angenommen?

Martin Weigert, 6. Mai 2007 um 13.54 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Es scheint, als handele es sich bei Twitter doch um mehr als einen kurzen und wenig zukunftsträchtigen Web-2.0-Hype. Vor knapp zwei Monaten tauchte der Dienst, bei dem User übers Web, per Instant Messenger oder Handy davon berichten, was sie gerade tun oder denken, aus dem Nichts auf und war schlagartig Top-Thema in der Bloggerszene. Das Prinzip hinter Twitter ist so simpel, dass nur wenige mit einem längeren Erfolg des Dienstes rechneten.

Doch bis heute geht es für Twitter bergauf, und auch die mediale Berichterstattung reißt nicht ab. Mittlerweile haben einige Medienanbieter Twitter selbst als Distributionskanal für ihre Meldungen erkannt. Unter anderem veröffentlichen die New York Times, die BBC und seit vergangener Woche auch das deutsche Nachrichtenmagazin Focus aktuelle Schlagzeilen bei Twitter.

Dass offensichtlich Bedarf an zusätzlichen Funktionen und Anwendungsmöglichkeiten rund um Twitter besteht, zeigt auch die steigende Zahl im Web angebotener Twitter-Tools. Twitterrific ermöglicht das Anzeigen und Veröffentlichen von Mitteilungen auf dem Mac-Desktop, Twitteroo auf dem PC-Desktop. TwitBin und tweetbar erweitern Firefox um Twitter-Funktionen. Einen Überblick über alle für Twitter verfügbaren Applikationen gibt das Twitter Fan Wiki.

Natürlich hat Deutschland bereits seine eigenen Twitters. Mit Frazr, faybl, wamadu und Baluuu gibt es hierzulande mindestens vier Sites, die von den Usern wissen wollen, was sie gerade machen und denken.

Angesichts der Tatsache, dass sich all dies in gerade einmal zwei Monaten entwickelt hat, bin ich gespannt, was es im Juli über Twitter & Co zu berichten gibt.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Scribd:
pädagogisch wertvoll und bald in aller Munde

Martin Weigert, 5. Mai 2007 um 13.16 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Scribd

Das Web 2.0 muss nicht nur der Unterhaltung und dem Kennen lernen interessanter Menschen dienen. Es eignet sich auch sehr gut zur Sammlung des weltweiten Wissens, wie Wikipedia und Freebase zeigen. Mit Scribd steht nun ein weiterer Dienst mit dem Prädikat “pädagogisch wertvoll” vor dem internationalen Durchbruch. Das bescheidene Ziel der kleinen Firma aus San Francisco: der Aufbau der weltweit größten Sammlung an Dokumenten.

Die Funktionsweise von Scribd ist der populärer Video-Portale sehr ähnlich: Benutzer können beliebige Dokumente wie PDF-, Word-, Excel- oder Powerpoint-Dateien hochladen und mit Tags versehen. Die beliebtesten Dokumente werden auf der Startseite vorgestellt. Das Gesamtarchiv wird kategorisiert und kann durchsucht werden. Jedes Dokument wird mittels Flash direkt im Browser angezeigt und steht außerdem in unterschiedlichen Formaten zum Download bereit. Auch eine automatisch generierte MP3-Version kann heruntergeladen bzw. gestreamt werden. Jedes bei Scribd hochgeladene Dokument wird von allen Suchmaschinen indiziert.

Das klingt praktisch, aber nicht revolutionär? Stimmt. Dokumente sind für die Mehrheit der Internetnutzer weit weniger spannend als Videoclips. Daher hat man sich bei Scribd überlegt, wie man dennoch eine große Nutzerzahl begeistern und zum Mitmachen bewegen kann. Im Gegensatz zu YouTube & Co muss man sich für den Dokument-Upload nicht anmelden. Jeder User kann anonym Dateien hochladen. Und es geht sogar noch einfacher: Scribd bietet eine Funktion namens “Slurping“, mit der ein beliebiges, im Netz befindliches Dokument automatisch importiert wird. Das einzige, was man dafür tun muss, ist in der Adresszeile des Browsers http://www.scribd.com/slurp?url= gefolgt von der kompletten URL des Dokuments einzugeben. In meinen Augen ist DAS der wahre Clou von Scribd, der zu einer rasch wachsende Zahl von verfügbaren Dokumenten führen wird. Wer dabei helfen möchte, muss sich lediglich angewöhnen, beim Surfen gefundene Dokumente nebenbei zu “slurpen”. Kleiner Aufwand und großer Nutzen!

Scribd verließ die Beta-Phase Anfang März. Derzeit sind knapp 30.000 Dokumente online, allerdings erst rund 500 auf Deutsch. Ich bin mir aber sicher, dass diese Zahl in Kürze explodieren wird. Die Idee hinter Scribd ist gut, die Umsetzung in meinen Augen noch besser und die Hürden für nicht angemeldete Nutzer, sich zu beteiligen, extrem niedrig. Wie und ob die drei Scripd-Gründer in Zukunft Geld mit der Seite verdienen möchten, ist bisher nicht ersichtlich. Werbung gibt es momentan keine. Die FAQ beantwortet die Frage, wovon das Team lebt, mit der kurzen Erklärung, einer der Gründer würde manchmal auf öffentlichen Plätzen Saxophon spielen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Nach der Digg-Revolte - YiGG-Gründer im Interview

Martin Weigert, 4. Mai 2007 um 14.47 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die User-Revolte bei Digg hat deutlich gemacht, wie leicht ein Web-2.0-Angebot mit Fokus auf User Generated Content außer Kontrolle geraten kann. Enrico Kern, Mitbegründer der deutschen Social-News-Plattform YiGG, im Interview mit zweinull.cc:

Hallo Enrico. Digg-Chef Kevin Rose hat sich dem Druck der Community gebeugt und den gelöschten Artikel mit dem HD-DVD Key wieder veröffentlicht. Hast Du Verständnis für seine Entscheidung?
Verständnis ist vielleicht das falsche Wort. Sagen wir mal, ich kann das nachvollziehen :)

Wie beurteilst Du den Vorfall? Wird hier eine dauerhafte Gefahr für Social-News-Plattformen deutlich oder ist das eher etwas, aus dem man lernen kann?
Ob es sich hier nun um eine Social-News oder eine “alte” Nachrichten-Plattform handelt, spielt glaube ich keine Rolle. Auch im Web 2.0 muss man sich an Gesetze halten. Wir stellen doch auch keine Raubkopien zum Download bereiten oder dulden das auf unseren Seiten, es ist schließlich illegal.

Das Problem mit dem HD-DVD Key ist simpel… es ist ein Netzphänomen. Die kleinen Leute gegen die riesige Unterhaltungsindustrie, welche uns mit DRM (Digital Rights Management) und anderen Beschränkungen zusetzt, weil sie Jahre lang jeden Trend verschlafen hat. Jeder freut sich da ein bisschen, dass die es wieder versemmelt haben. Nichtsdestotrotz hat die Industrie das Recht auf ihrer Seite und auch das Kapital…

Noch schreit die Digg-Community, doch was macht sie, wenn ihr Lieblingsportal mit Klagen überschwemmt wird? Soviel wird Digg nicht auf der hohen Kante haben. Im besten (oder schlimmsten?) Fall wird Digg dadurch ein günstiger Übernahmefall für den lieben Murdoch.

Welche Konsequenzen zieht YiGG aus dem Vorfall?
Auch bei uns werden erste Stimmen laut von wegen “ah seht Euch Digg an, fangt ja nicht auch damit an”. Hier muss man aber sagen, dass Digg wohl überreagiert hat. Z.B. wurden Benutzer ohne eine Verwarnung direkt entfernt, ohne darauf hingewiesen worden zu sein, warum eigentlich.

Illegaler Inhalt ist auch auf YiGG unerwünscht. Wir stehen natürlich in der Pflicht, das Angebot danach abzusuchen. Aber auch uns entgeht mal etwas, oder es ist einfach nicht ersichtlich, wo z.B. Rechte Dritter verletzt werden. YiGG ist jedenfalls Kooperationsbereit, wenn sich jemand in seinen Rechten verletzt fühlt, nur muss die Beanstandung auch ersichtlich sein. Oft kommen aber auch immer direkt die Schreiben von Anwälten, da bleibt uns meistens nichts anderes übrig, als zu reagieren. Das ist eben unser lustig kaputtes Abmahnungs- und Mediengesetz in Deutschland. Die Kleinen gelten als Futter für die großen Fische.

Generell haben die User im Web 2.0 mehr Macht als je zuvor. Doch Macht heißt auch Verantwortung. Wie siehst Du das?
Auf jeden Fall stehen auch die Nutzer in der Verantwortung. Damit die Plattform nutzbar bleibt, müssen die User auch mithelfen. Große Plattformen entwickeln sich schnell zu einer Spielwiese für «Trolle«. Man braucht sich nur mal die Kommentare auf YouTube anschauen.

Es gilt auch, einen neuen Benutzer in die Community richtig einzuführen und ihn nicht als Teil seiner Kapitalmaschine zu sehen, wie das bei einigen üblich ist.

Aber das Zusammenspiel der Benutzer alleine ist schon eine Hürde. Es gibt so viele verschiedene Leute, dass es praktisch unmöglich ist, alle unter einem Dach zusammenzubringen und dazu zu bewegen, sich zu lieben. Hier muss man dann sehen, das sachlich diskutiert wird und sich nicht alle gegenseitig die Köpfe einschlagen. Ich selbst komme auch nicht mit jedem Benutzer klar, und sobald man mal seine Meinung sagt, ist man gleich für immer abgrundtief böse ;)

In Deutschland gibt es immer mehr Social-News-Plattformen. Derzeit spekuliert man auch über eine Öffnung von Shortnews für Blogs. Wie möchte sich YiGG hier weiter profilieren?
YiGG wird viele neue Funktionen erhalten. Allerdings werden wir uns für deren Einführung sowohl optisch als auch von der Usability her neu positionieren. Bei uns ist erst mal aufräumen angesagt. Auch die Verbesserung der Stabilität und Geschwindigkeit des Dienstes steht auf dem Programm. Zeitnah werden wir einige verbesserte Web- und Blog-Tools vorstellen, u.a. ein dem Wordpress ähnliches Plugin für den Firefox, gemixt mit StumbleUpon-Funktionalität. Auch an unserer API wird noch fleißig geschraubt. Dort ist noch genug Platz für neue Funktionen. Außerdem möchten wir die Klickraten unserer Top-Beiträge verbessern. Dazu lassen wir uns etwas einfallen, um mehr Besucher auf diese Artikel aufmerksam zu machen.

Bei YiGG wird die Community stark in den Entwicklungsprozess mit eingebunden. Wir hören uns nicht nur “ja und nein” an sondern setzen von der Mehrzahl für gut befundene Vorschläge der Benutzer auch zeitnah um. Kommt es nicht an, wird es eben wieder entfernt. Bei uns ging es nie ums simple Klonen, sondern ums Verbessern. Lieber Feature-Overkill als plumpe Copy-Cat.

Hast Du abschließend einige Zahlen für uns?
Na klar. Im Schnitt werden auf Yigg pro Tag ca. 1.200 neue Nachrichten eingestellt, vielen davon automatisiert (Gruppen-RSS-Feeds, die Gruppeneigentümer abonnieren können etc.). Der aktive Anteil (also mit Benutzeraktivität) liegt bei rund 290 bis 360 täglich, davon 100 aktiv aus Blogs durch unser Plugin und noch mal 20 bis 40 durch manuelles Einstellen.

Täglich besuchen 45.000 bis 55. 000 Besucher YiGG, die Mehrzahl davon über Google. Und bevor jetzt einige Blogger anfangen, sich Gedanken zu machen: Ja, es gibt dennoch im Schnitt nur wenig Klicks, weil sich diese hohe Anzahl an Benutzern auf momentan über 100.000 Nachrichten im System verteilt. Hinzu kommt auch, dass viele angemeldete Benutzer auf YiGG nur lesen und selten bewerten.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Der Fall Digg und die Diktatur der Nutzer

Martin Weigert, 3. Mai 2007 um 15.40 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Mitmachen ist im Internet zwar schon seit der Entstehung von Mailinglisten, Newsgroups und Foren möglich, doch ein richtiger Massentrend wurde es erst mit dem Web 2.0. Dementsprechend ist das Feld des vom Nutzer generierten Inhalts noch ein relativ unerforschtes. Welche Geschäftsmodelle sich durchsetzen werden, wie die Qualität der durch User erstellten Inhalte zu bewerten ist und welche Nachteile das Mitmach-Web hat, darüber wird derzeit noch viel spekuliert. Seit gestern ist man um eine weitere Erkenntnis reicher: Internetangebote, die stark auf User Generated Content setzen, können sehr leicht außer Kontrolle geraten.

Ein User der weltweit bekanntesten Social-News-Plattform Digg hatte einen Artikel veröffentlicht, dessen Überschrift einen eigentlich geheimen Key zur Entschlüsselung von HD-DVDs enthielt. Digg entschied sich, den Beitrag zu löschen, um rechtlichen Reibereien aus dem Weg zu gehen. Eine Entscheidung mit fatalen Folgen: Andere Digg-Nutzer wurden auf die Löschung aufmerksam und posteten den Bericht erneut oder veröffentlichten Links zu Artikeln, die sich mit der Löschung des Originalbeitrags befassten. Da es in der Natur von Social-News-Plattformen liegt, dass die populärsten Artikel prominent auf der Startseite gefeatured werden, war diese schnell voll mit Meldungen zu dem Vorfall. Berichte auf der Startseite erzielen gleichzeitig die meisten neuen Leser, was die «Zensur bei Digg« in kurzer Zeit zu einer der Top-Nachrichten im Internet machte.

Und der Protest der User zeigte Wirkung: Um dem Spuk ein Ende zu bereiten, entschied sich Digg-Gründer Kevin Rose, den umstrittenen Artikel samt des HD-DVD-Keys wieder bei Digg zu verlinken - zumindest für den Augenblick ein Sieg der Nutzer und eine nachvollziehbare Entscheidung von Kevin Rose, um nicht jedes Wohlwollen der Nutzer zu verlieren. Nun wird sich zeigen, ob Digg mit rechtlichen Schritten der hinter HD-DVD stehenden Unternehmen rechnen muss. Im schlimmsten Fall wird der Dienst mit hohen Schadenersatzforderungen konfrontiert und muss aufgeben, auch wenn das ein eher unwahrscheinliches Szenario ist. Sollte es aber dazu kommen, dann wären die Sieger (User) am Ende die Verlierer und die Diktatur der Nutzer hätte ein erstes Opfer gefunden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Wakoopa:
Social Network für Software gestartet

Michael Osl, 3. Mai 2007 um 8.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

wakoopa.gif

Seit gestern ist Wakoopa online: Es handelt sich hier um ein soziales Netzwerk für Software-Anwender. Man lädt sich einen kleinen Tracker herunter, der dann laufend auf das Profil überträgt, welche Software man benutzt (Sozusagen last.fm für Software). Derzeit scheint man allerdings etwas unter dem Besucheransturm zu leiden, weshalb nicht alle Funktionen verfügbar sind.

Eine gute Anwendungsmöglichkeit ist zum Beispiel, nach Software für einen bestimmten Zweck zu suchen. Ebenfalls kann sich der Dienst als nützlich erweisen, um den Nutzeranteil von Software herauszufinden, wie etwa beim Tag Browser.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Joost für alle ab Ende Mai

Martin Weigert, 2. Mai 2007 um 14.53 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Alle, die bisher noch keine Einladung für die Internet-TV-Software Joost erhalten haben, können sich freuen (und ebenso die, die der Hype um Joost-Invitations nervt): Spätestens Ende Mai wird das Projekt die Beta-Phase verlassen und fortan für jeden Internetnutzer zur Verfügung stehen. Das berichtet der einflussreiche und immer bestens informierte US-Technikblog GigaOm. In diesem Zusammenhang veröffentlicht GigaOm einige interessante Zusatzinformationen. Die Zahl der Betatester liegt derzeit angeblich bei rund 100.000. Nach dem offiziellen Start sollen die Nutzerzahlen schnell auf mehrere Millionen ansteigen. Außerdem ist geplant, neben englischsprachigen Inhalten auch bald Content in anderen Sprachen anzubieten. Damit soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass in viele europäische Ländern mit gut ausgebauten Breitbandverbindungen eine andere Sprache gesprochen wird als Englisch. Und einen schnellen Internetanschluss benötigt man für Joost.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Web 2.0 Dienste, von denen es nun genug gibt

Michael Osl, 1. Mai 2007 um 11.13 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Angesicht des vielen Kapitals, das derzeit auf der Jagd nach Web 2.0-Startups ist, schmieden beginnend beim Hartz-4 Empfänger, der von Gärtner zum Webdesigner umgeschult wurde, bis hin zum Vorstandsvorsitzenden eines Multi-Millionen-Konzerns die unterschiedlichsten Menschen eifrig Pläne, wie auch sie mit dem Web 2.0 das große Geld machen können.

Aber womit groß durchstarten? Angesichts der ungeschriebenen Regel im Web 2.0, dass immer nur die größten Anbieter in jedem Segment erfolgreich sein können, eine knifflige Frage. In jedem Bereich vereinen die wenigen großen Anbieter einen Großteil der User (auch hier kann man vermutlich von einem Long-Tail-ähnlichem Prinzip sprechen). Zu jedem MySpace gibt es nämliche hunderte Ableger, von denen noch nie jemand gehört hat und die nur über eine äußerst bescheidene Anzahl an Nutzern verfügen.

Besonders im deutschsprachigen Web ist es recht beliebt, US-Vorbilder zu klonen. Natürlich lassen sich dabei viele von Erfolgsmeldungen wie jener von StudiVZ beflügeln. Mittlerweile ist es jedoch so, dass nahezu jeder große US-Web 2.0-Dienst auch über erfolgreiche deutschsprachige Pendants verfügt.

Auch die Strategie, einen bestehenden Dienst zu klonen um dann mit noch mehr Features, noch coolerem Design und viel besserem Support das Original abzuhängen, scheint aussichtslos: Hat ein Dienst es erst mal geschafft, eine große Nutzerbasis aufzubauen, dann ist es nahezu ausgeschlossen, dass man den Großteil der Nutzer dazu bewegen kann, von einem Dienst zum nächsten zu wechseln. Jedenfalls ist mir kein solcher Fall einer «Massenflucht« bekannt.

Innovationen sind deshalb gefragt - eine gute Idee zu haben und der Erste seiner Nische zu sein, der es schafft, die Sache groß raus zu bringen. Doch leider scheint es mit den originellen Ideen nicht immer allzu weit hergeholt zu sein. Ich will deshalb hier mal eine Liste von Diensten bringen, von denen es meiner Meinung nach mittlerweile genug (erfolgreiche) Anbieter gibt und die es sich schlichtweg nicht mehr lohnt, zu klonen. Wer seine Idee auf dieser Liste wieder findet, sollte es sich vielleicht deshalb noch mal überlegen.

Social Networks und Kontaktportale

Wie Martin schon schrieb: Es wird eng! Nicht nur, dass es schon viele etablierte Portale wie MySpace, Xing und StudiVZ gibt, wird der Markt derzeit auch noch von neuen Anbietern wie unddu oder jubii regelrecht überschwemmt. Angesichts einer Einwohnerzahl von 100 Millionen Menschen im deutschsprachigem Raum scheint zwar durchaus noch Potential da zu sein, ein großes Netzwerk aufzubauen (siehe jedoch auch: «Digitale Spaltung: Wenn der Begriff «Blog» für fragende Blicke sorgt«) - für Startups dürft es allerdings denkbar schwierig sein, sich einen Teil dieses Kuchens zu sichern: Die meisten der bestehenden Portale sind nämlich sowohl mit massig Kapital für Entwicklung und Marketing als auch einer großen bestehenden Nutzerbasis ausgestattet. Die einzige Chance besteht möglicherweise darin, eine absolute Nische mit hohem Nutzwert für seine Zielgruppe zu besetzen.

Platzhirsche

Twitter Clones

Ist schon die Sinnhaftigkeit des Originales sehr stark zu anzuzweifeln, wird das deutschsprachige Internet derzeit zusätzlich noch mit einer regelrechten Flut an Twitter-Clones überschwemmt. Wer also heimlich davon träumt, mit einem weiteren Twitter-Plagiat groß raus zu kommen, der darf mir getrost glauben: Nein, die Welt braucht keinen weiteren Twitter-Klon.

Platzhirsch

Videoportale

YouTube gilt als das Web 2.0-Märchen schlechthin: Im Februar 2005 in einer Garage gegründet steigt es quasi über Nacht kometenhaft auf, um anschließend im November 2006 von Google um die stolze Summe von 1,65 Milliarden US-Dollar übernommen zu werden. Auch im deutschsprachigen Raum gibt es erfolgreiche Anbieter wie etwa sevenload, hinter denen meist große Medienkonzerne stehen. Angesichts solcher Big Player gibt es für Startups außer vielen rechtlichen Problemen in diesem Segmenten also wohl eher nichts zu holen.

Platzhirsche

Social Bookmarks
Social Bookmarking-Portale sind nur bei einer großen Anzahl an Nutzern und Bookmarks wirklich interessant. Nur so ist es möglich, aktuelle Trends abzubilden und eine vernünftige Bewertung der Webseiten vorzunehmen. Platzhirsche mit Millionen an Bookmarks und breit gestreuter Nutzerbasis wie del.icio.us oder Mister Wong zu verdrängen, dürfte schwer fallen. Auch unter reinen News-Bookmarking-Portalen wie Digg bzw. deren deutsche Pendants Yigg und Webnews ist der Kuchen bereits verteilt.

Platzhirsche

Preisvergleichsportale
Vielleicht nicht unbedingt Web 2.0 in seiner reinsten Form – allerdings versuchen zusehends mehr Anbieter, ihre Preisvergleichsportale mit Web 2.0-Fetures aufzupeppen. Neuankömmlingen erwartet in diesem Segment nicht nur beinharte Konkurrenz, sondern auch hoher Pflegeaufwand.

Platzhirsche

  • Einfach mal bei Google nach einem beliebigen aktuellen Produkt suchen

Frage-Antwort-Seiten

User stellt eine Frage, User bekommt Antworten. Das kann sowohl ernst gemeint sein (Yahoo! Answers) als auch leichten Blödelcharakter haben wie bei Antwortr oder Fragr zu sehen. Eines ist jedoch klar: Auch davon gibt’s mittlerweile genug. Zumal es die breite Masse nicht immer brennend interessieren dürfte, wenn sich jemand öffentlich fragt, warum er im Kino immer neben Asis sitzt.

Platzhirsche

Fazit
Natürlich sollte sich niemand entmutigen lassen – Vermutlich wehte auch Sergey Brin und Larry Page von Google heftiger Wind der Sorte «Was, noch ‘ne Suchmaschine? Es gibt doch schon Altavista«) entgegen, als sie ihre Pläne präsentierten, eine neue Suchmaschine zu entwickeln. Trotzdem schafften sie es in nicht mal zehn Jahren, ein Milliardenimperium aufzubauen und den damaligen Tonangeber Altavista in die völlige Bedeutungslosigkeit zu versenken. Gleichwohl es natürlich etwas anderes ist, ein mühsam aufgebautes und gepflegtes soziales Netze zu einem anderen Anbieter zu transferieren, als mal eben www.google.com statt altavista.digital.com in den Browser einzutippen. Dennoch dürften Startups in der Regel besser beraten sein, vielleicht etwas länger Brainstorming zu betreiben, statt blindlings einfach irgendwas zu kopieren.

PS: Natürlich bist Du gerne eingeladen, ein Kommentar zu hinterlassen, wenn du noch ein Segment kennst, das hier nicht erwähnt ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

 
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