Neue Videoportale aus Deutschland

Martin Weigert, 15. Mai 2007 um 8.24 Uhr, 12 Kommentare Kommentare

Die Zahl der Videoportale im Netz wächst unaufhaltsam. Viele Dienste versuchen, sich in irgendeiner Form vom Marktführer YouTube abzugrenzen. Andere, wie TrTube oder RuTube, zeigen sich ganz ungeniert, was das Nachahmen das Originals betrifft. Auch in Deutschland sind in letzer Zeit einige neue Angebote aufgetaucht. Da der Markt klassischer Mainstream-Videosites mit Sevenload, Clipfish und MyVideo jedoch schon dicht besetzt ist, konzentrieren sich die Neulinge lieber auf ergänzende Dienste oder machen es sich in einer Nische bequem. Zweinull.cc listet die neuen Angebote auf.

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MyTV ist Deutschlands erster und einziger “Internet Broadcast Guide”. Der Dienst wurde in der vergangenen Woche gestartet und bietet den Nutzern eine Übersicht über relevante Clips bekannter Videoportale, über Live-Streams, On-Demand-Inhalte und das herkömmliche TV-Programm. Die Inhalte und Empfehlungen kommen von der MyTV-Redaktion, außerdem können die Nutzer eigene Vorschläge machen und die verlinkten Clips und Videos bewerten. Das Ziel von MyTV ist es, den Verbrauchern stets eine relevante und qualitativ hochwertige Auswahl aus der ständig wachsenden Fülle an Videos und Internet-Sendern zu präsentieren.

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goGOOROO Auch dieses neue Projekt sortiert und kategorisiert Onlinevideos aus vielen verschiedenen Quellen im Internet. Im Gegensatz zu MyTV entscheiden hier aber statt Redakteuren nur die User, welche Videos gezeigt werden. Die Anwender können nach der Registrierung ein eigenes Profil anlegen, ihre Lieblingskanäle zusammenstellen oder Programme weiterempfehlen. Hinter goGOOROO stecken zwei in Kalifornien lebende Deutsche, die mit der Plattform sowohl den US- als auch den deutschen Markt im Visier haben.

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UProm.TV Die im April gestartete Seite kann am besten als Videoportal mit angeschlossenem Fernsehsender beschrieben werden. Die User können selbst erstellte Clips hochladen und anderen Nutzern der Plattform verfügbar machen. Die Filme werden von der Community und einer ausgewählten Jury bewerten. Die Produktionen mit den besten Bewertungen laufen dann über ASTRA im Fernsehen, täglich von 20:00 bis 08:00 Uhr und am Sonntag 24 Stunden.

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Hausgemacht.TV ist der Videoratgeber von Sat1. Alltägliche Situationen und Fragen werden durch eine Vielzahl von Ratgebervideos erklärt und veranschaulicht. Die Beiträge kommen teilweise aus dem Sat1-Fernsehprogramm und teilweise von den Usern selbst. Ratgeber in Videoform sind in den USA bereits sehr angesagt. Eine Liste mit zehn der beliebtesten US-Dienste gibt es bei Mashable.

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Alluc ist schon seit einiger Zeit im Netz und hat es in letzter Zeit zu einer beachtlichen Popularität gebracht. Die Seite wird von drei jungen Leuten aus Deutschland betrieben und listet eine große Zahl bekannter Filme und Serien auf, die von Usern auf unterschiedlichen Videoportalen abgelegt wurden. Rechtlich bewegen sich die Betreiber damit in einer Grauzone, doch den Besuchern gefällt es natürlich.

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WatchBerlin Hier ist das erste Videoportal der Hauptstadt. Diese Seite mit regionalem Schwerpunkt präsentiert Berliner Persönlichkeiten, Institutionen, Events, Kommentare, Gastronmie, Politik, Kultur, Szene und Unterhaltung. Neben zahlreichen Beiträgen von Fernsehmachern und Medienprofis dürfen auch die User mit eigenen Clips von, mit und über Berlin beitragen.

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Hamburg1video Was WatchBerlin für die Hauptstadt ist, das ist diese Seite für Deutschlands zweitgrößte Stadt Hamburg. Ein Mix aus redaktionellen Beiträgen und User Generated Content.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Nichts los mit den ComBOTS

Martin Weigert, 14. Mai 2007 um 14.15 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

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Betrachtet man die rasante Geschwindigkeit, mit der sich im Web-2.0-Zeitalter neue Internetdienste herumsprechen, könnte man meinen, mittlerweile wären neue Webangebote Selbstläufer. Ein Blick auf ComBOTS zeigt, dass dem nicht so ist.

ComBOTS ist das “neuartige Kommunikations-Tool” der ehemaligen WEB.DE AG. Nach dem Verkauf des WEB.DE-Portalgeschäfts an United Internet benannte man sich um und investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung einer Software, die die Onlinekommunikation der Nutzer stark vereinfachen soll. Doch seit dem Start der Beta-Phase Mitte 2006 hat man nicht viel von dem Dienst gehört. Lediglich die Quartals- und Jahreszahlen erhielten die Aufmerksamkeit der Medien: Bis zum ersten Quartal 2007 erwirtschaftete ComBOTS null Euro Umsatz und schreibt tiefrote Zahlen. Gute Werbung ist das nicht.

Was läuft da schief? Wieso spricht sich ComBOTS nicht herum? Wieso schreiben Blogger nicht über ComBOTS und wieso berichtet auch kaum ein anderes Medium über den Dienst? Zumindest an der Software selbst kann es nicht liegen, denn diese ist gar nicht so schlecht.

ComBOTS ist eine Art alternativer Instant Messenger, der statt der üblichen pragmatischen Listenansicht eine intuitivere, grafischere Umsetzung bietet. Die einzelnen Kontakte werden als eigenständige Icons auf dem Desktop angezeigt. Jedes Icon verfügt über ein interaktives Steuerungselement zum Kommunizieren mit dem Kontakt. Dies geht per Mail, Instant Message (Chat) oder Voice over IP. Nutzer können Dateien versenden und ihr Icon, mit dem sie bei ihren Kontakten angezeigt werden, individualisieren.

ComBOTS ist nicht wirklich revolutionär und auch nicht geschaffen für Intensivnutzer, die 100 oder mehr Kontakte in ihrem Instant Messenger verwalten. Stattdessen eignet sich der Dienst meiner Ansicht nach sehr gut für Durchschnittssurfer, die wenig technische Erfahrung haben und denen die Benutzung eines klassischen Messengers zu umständlich und zu kompliziert erscheint. Hier punktet ComBOTS. Die Software ist äußerst intuitiv und leicht zu bedienen. Der User wird von der Registrierung über den Download bis hin zur Verwendung virtuell an die Hand genommen, so dass einer sofortigen Nutzung des Programms nichts im Wege steht.

Die Zielgruppe von ComBOTS stellen im Prinzip die durchschnittlichen WEB.DE-User dar. Doch diese werden mittlerweile von United Internet versorgt und sollen sich bis zum Frühjahr 2008 zu Hunderttausenden bei WEB.DE’s neuem Social Network Unddu.de anmelden, sind derzeit also schon schwer umworben. Doch es gibt genug andere Wege, ComBOTS beim Internet-Mainstream bekannt zu machen. Wenn es wie bei Twitter oder Joost nicht viral (also durch Mund-zu-Mund-Propaganda) klappt, dann muss eben auf klassische Mediawerbung im Internet und vielleicht sogar im TV zurückgegriffen werden. Eins steht fest: ComBOTS muss seine Bekanntheit drastisch erhöhen und ein Gesprächsthema bei Internetnutzern aller Altersgruppen werden. So leicht, wie man sich das vorgestellt hat (”Die ersten ComBOTS Nutzer laden 5-10 Freunde zu ComBOTS ein, die wiederum 5-10 Freunde einladen, die wiederum …”), scheint es nicht zu gehen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Zweifelhafte Ehre für Frazr und StudiVZ

Martin Weigert, 12. Mai 2007 um 14.34 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Gestern veröffentlichte das populäre US-Portal Mashable eine Liste der sieben dreistesten Web-2.0-Kopien. Ganze drei der sieben Kandidaten kommen aus Deutschland: Die Twitter-Kopien Frazr und wamadu auf Platz 2 und 7 und das Facebook-Imitat und gleichzeitig erfolgreichstes deutsches Social Network, StudiVZ auf Platz 3. Eine sehr zweifelhafte Ehre und irgendwie auch ein bisschen peinlich, dass die hier bereits seit einiger Zeit stattfindende Diskussion um das permanente Kopieren erfolgreicher Internetkonzepte aus den USA nun auch dort geführt wird, oder?

Gleichzeitig sollte man hier zu Lande deutlicher zwischen innovationslosen Kopien und durchdachten Weiterentwicklungen unterscheiden. Zurecht landen Frazr und StudiVZ auf Mashables Liste, immerhin hat man neben der Funktionsweise auch das Design des jeweiligen Originals übernommen. Was einen auch immer zu solch einem frechen Schritt bewegt - die Kritik ist berechtigt und wird nicht verstummen, solange StudiVZ/Facebook und Frazr/Twitter sich so ähnlich sehen.

Manchmal wird in der Diskussion um “Klone” allerdings stark verallgemeinert und pauschalisiert. Eine erfolgreiche Idee zu übernehmen und als Ausgangsbasis für ein eigenes Projekt zu verwenden, welches dann eigenständig weiterentwickelt wird, ist nicht verwerflich. Im Gegenteil, Konkurrenz belebt das Geschäft und kommt am Ende dem Nutzer zugute, der sich seinen Favoriten aussuchen kann. Natürlich gilt das nur bei einem Dienst mit ordentlichem Mehrwert. Wieso Deutschland mittlerweile acht Twitter-Klone hat und was die Macher der jeweiligen Seite antreibt, ist mir schleierhaft.

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Semantisches Web Teil 1:
Was steckt hinter dem Begriff?

Michael Osl, 11. Mai 2007 um 21.27 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Der Begriff «Semantisches Web« ist zwar nicht wirklich neu aber trotzdem für viele noch eine nebulöse graue Wolke. Da das Thema aber immer mehr an Fahrt gewinnt (siehe etwa diesen oder auch diesen Artikel bei Heise) ist das Grund genug für zweinull.cc, sich dem Thema semantisches Web in einer Serie von insgesamt vier Beiträgen etwas ausführlicher zu widmen.

In diesem Artikel werde ich allerdings erstmal nicht allzu weit ins Detail gehen, sondern nur die grundsätzliche Idee hinter dem semantischen Web vorstellen. Der zweite Artikel wird sich mit der heutigen technischen Umsetzung befassen, der dritte Beitrag wird konkrete Anwendungsbeispiele vorstellen und im vierten Artikel letztendlich werde ich auf Kritikpunkte und Gefahren eingehen, welche die neue Technologie mit sich bringen könnte.

Ausgangslage – Das Web von heute

Nehmen wir an, ich suche nach dem günstigsten Modell einer Digitalkamera und möchte dieses noch am selben Tag in einem Laden der Umgebung kaufen. Da ich neu in der Stadt bin, werde ich erst einmal damit beginnen, die Adressen verschiedener Elektrohändler aus meiner Umgebung zu suchen. Dazu benutze ich eine Online-Branchenauskunft. Anschließend trage ich die gewonnen Ergebnisse in eine Excel-Liste ein und besuche die Webseiten der einzelnen Händler, um die Preise meines gewünschten Kameramodells zu vergleichen. Zudem möchte ich wissen, wie lange die jeweiligen Läden heute geöffnet haben. Ich beginne also, der Reihe nach, die einzelnen Webseiten der Händler anzusurfen und die gewonnen Informationen in einer Liste zusammenzutragen. Obwohl die Internetauftritte der verschiedenen Händler sehr unterschiedlich gestaltet sind, ist es dennoch ein leichtes, Informationen wie die Öffnungszeiten einer Filiale daraus zu gewinnen. Das Zusammentragen der Liste ist zwar etwas mühselig, aber dennoch eine intellektuell leicht zu bewältigende Aufgabe.

Was für einen Menschen kein Problem darstellt, ist für einen Crawler hingegen nicht so ohne weiteres zu bewerkstelligen. Denn um gezielte Informationsketten wie die oben genannte aus verschiedenen Webseiten und Datenquellen extrahieren zu können, präsentieren sich die Daten viel zu unterschiedlich (siehe Screenshot) - Computer sind mit der heutigen Rechenleistung schlichtweg nicht in der Lage, jene Abstraktion herzustellen, die notwendig ist, um etwa aus einer beliebigen Webseite eines Online-Shops den Preis eines bestimmen Digitalkameramodells zu ermitteln. Aber wäre es nicht fantastisch, wenn es doch eine Möglichkeit gäbe, dass ein Computerprogramm diese Daten verarbeiten kann? So könnte ich, anstatt aufwändig händisch eine Liste zusammenzutragen, einfach eine Anwendung diese Arbeit für mich erledigen lassen. Genau hier kommt die Idee des semantischen Webs ins Spiel.

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Blickt man auf verschiedene Webshops so erkennt man warum es so schwierig ist, Inhalte automatisch auszulesen: Angaben, wie etwa der Verkaufspreis, sind alle unterschiedlich formatiert und an verschiedenen Stellen eingebettet. Das semantische Web hilft, diese Daten im Hintergrund zu vereinheitlichen, ohne das Layout zu verändern.

Die Idee des semantischen Webs

Vereinfacht gesagt kann man sich das semantische Web so vorstellen, dass Informationen eben nicht nur für Menschen verarbeitbar aufbereitet werden, sondern diese auch für Maschinen lesbar gemacht werden. Man erklärt Robots und Crawlern sozusagen, worum es sich bei einem Inhalt handelt und in welcher Beziehung dieser zu anderen Informationen steht. Dies geschieht mit einheitlichen Formaten und Auszeichnungen, von welchen eines der Wichtigsten das «Resource Description Framework« (kurz RDF) ist, auf welches ich im zweiten Artikel dieser Serie ausführlich eingehen werde.

Durch die Vereinheitlichung von Daten im Hintergrund lassen sich diese dann beliebig kombinieren – egal aus welcher Quelle diese auch kommen. Ein Objekt vom Typ «Adresse« bleibt ein Objekt des Typs «Adresse«, egal auf welcher Webseite dieses definiert wird und wie es letztendlich auch formatiert ist. Dadurch lassen sich diese Daten auch webseitenübergreifend abfragen und auswerten. So kann ein Crawler das Netz beispielsweise nach allen Webseiten durchforsten, die vom Typ «Elektronikhändler« sind, deren Objekt «Adresse« auswerten und in einen Stadtplan einarbeiten. Auch das ist einer der Kernpunkte des semantischen Webs: Daten sind nicht mehr nur isoliert pro Webseite verfügbar, sondern das gesamte Web verschmilzt zu einem einzigen riesigen Datenspeicher.

Einen ersten Einblick, welche vielfältigen neuen Möglichen sich mit einer solchen Verknüpfung von Daten erzielen lassen, zeigen die vielfältigen so genannten Mash-Ups derzeit. Diese sprießen derzeit wie Pilze aus dem Boden und vermischen in der Regel Daten von zwei Web 2.0 Diensten so, dass daraus eine neue Anwendung geschaffen wird. Doch mit dem semantischen Web werden noch viel mehr Möglichkeiten geschaffen, die weit über heutige Mash-Ups hinausgehen werden. Kein Wunder also, dass nicht selten im selben Atemzug das Wort «Web 3.0« fällt, wenn von semantischen Webdiensten die Rede ist .

Welch großes Potential das semantische Web wird nicht zuletzt dadurch aufgezeigt, dass einer der größten Unterstützer des semantischen Webs niemand geringeres als das W3C ist, jenes Konsortium also, welches die Standard im Internet festlegt. Deren Vorsitzender und der Erfinder des Webs, Tim Berners-Lee, gilt als Galionsfigur und einer der treibenden Kräfte hinter der neuen Technologie. Auf der Webseite des amerikanischen BusinessWeek-Magazin findet sich ein lesenswertes und interessantes Interview mit Berners-Lee.

Sollte sich die Idee des semantischen Webs durchsetzen, so würde dies die Nutzung des Internets für uns alle drastisch effizienter machen. Doch bevor ich mich im dritten Teil den praktischen Anwendungsmöglichkeiten widme, wird im nächsten Teil zu lesen sein, welche Ansätze es von der technischen Seite gibt. In Kürze auf zweinull.cc!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

IPTV-Dienst Zattoo ab Juni in Deutschland

Martin Weigert, 11. Mai 2007 um 9.35 Uhr, 8 Kommentare Kommentare

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Update: Zattoo Deutschland ist gestartet. zweinull.cc hat Einladungen zur Beta!

Neben Joost sorgt derzeit noch ein weiteres Internet-TV-Projekt für viel Vorfreude bei den deutschen Internetnutzern: Zattoo. Häufig werden beide Dienste im selben Atemzug genannt. Dabei haben sie abgesehen von der Tatsache, visuelle Inhalte mittels P2P-Technik über das Internet zu übertragen, nicht viel gemeinsam. Zweinull.cc stellt Zattoo vor und hat dazu Sugih Jamin, Chairman und Technischer Direktor bei Zattoo, befragt.

Zattoo überträgt bestehende, nationale Fernsehsender über das Internet. Im Gegensatz zu Joost werden keine einzelnen Inhalte auf Servern abgelegt. Stattdessen wird das Programm von ARD, RTL und vielen anderen Sendern live übertragen und kann mittels der Zattoo-Software überall genutzt werden, wo ein Computer und ein Breitbandanschluss zur Verfügung stehen. Video-on-Demand, also der zeitunabhängige Abruf spezifischer Sendungen, ist im Gegensatz zu Joost bei Zattoo nicht möglich. Vertragspartner von Zattoo sind nicht wie bei Joost die Rechteinhaber der Inhalte, sondern die Fernsehsender bzw. die nationalen Sendeanstalten.

Zattoos Kernzielgruppe sind laut Sugih Jamin junge Menschen zwischen 18 und 25 Jahren, die gerne «multitasken«, also beispielsweise TV schauen, während sie ihre E-Mails abrufen und im Internet surfen. Entsprechend kann das Zattoo-Fenster auf dem Desktop verkleinert werden und im Hintergrund laufen. Entwickelt wurde die hinter dem Dienst stehende Technologie zur Peer-2-Peer-Übertragung von Live-Inhalten an der University of Michigan in Ann Arbor. Dort ist gleichzeitig Zattoos Firmensitzen. Das Unternehmen hat außerdem eine Niederlassung im für Internet-Firmen angesagten San Francisco sowie in Zürich in der Schweiz. Das Geschäftsmodell von Zattoo basiert auf Werbung, die während des Umschaltens von einem Sender zum nächsten eingblendet wird.

Derzeit kann Zattoo nur von Usern in der Schweiz und in Dänemark sowie in einer geschlossenen Beta-Phase auch in Groß Britannien genutzt werden. Das Senderangebot ist von Land zu Land unterschiedlich und stets abhängig von den ausgehandelten Verträgen mit den TV-Anstalten. Laut Sugih Jamin von Zattoo wird kein Sender ohne Einverständnis bei Zattoo gestreamt. Das erklärt, warum das Angebot vor einem Jahr zuerst in der Schweiz startete. Das dortige Senderangebot umfasst viele Kanäle aus den Nachbarländern und ist somit ein ideales Testfeld für Zattoo mit einer dennoch vergleichsweise kleinen Nutzergruppe. Nach zehn Monaten haben sich bereits 350.000 Schweizer registriert - kein schlechtes Ergebnis bei 7,5 Millionen Einwohnern.

Noch ein paar Wochen müssen sich deutsche Nutzer gedulden, dann können auch sie Zattoo ausprobieren. Laut Jamin ist der Start einer öffentlichen Beta-Phase in Deutschland mit rund 25 Sendern für Juni geplant. Auch in Österreich, Polen und Spanien wird ein baldiger Launch anvisiert. Vorerst fokussiert man sich auf die Desktop-Version. Ein mobiler Client ist momentan nicht in Planung.

Siehe auch
10 Gründe, warum man Joost mögen muss

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Unddu.de:
In einem Jahr siebenstellige Nutzerzahlen

Martin Weigert, 10. Mai 2007 um 19.29 Uhr, 3 Kommentare Kommentare

Mit ziemlicher Verspätung blätterte ich heute durch die Printausgabe 17 des Marketing-Magazins Werben & Verkaufen vom 26. April. Darin enthalten war eine Verlagsbeilage rund um den Internetkonzern United Internet Media. Dieser startete vor kurzem in Konkurrenz zu MySpace und Bloomstreet sein eigenes soziales Netzwerk unddu.de unter dem Markendach von WEB.DE. In einem Interview nehmen Matthias Greve, Vorstand 1&1 Portale, und Matthias Ehrlich, Vorstand 1&1 und Vorstand United Internet Media, ausführlich Stellung zu den Erwartungen in unddu.de. Im Folgenden die interessantesten und wichtigsten Punkte:

- Mit unddu.de möchte United Internet Media das Web 2.0 und Social Networks in Deutschland massenfähig machen.

- Die Community soll innerhalb von einem Jahr eine siebenstellige Nutzerzahl erreichen.

- Bei unddu.de soll auch der 60-Jährige mit seinen Enkeln kommunizieren oder für seinen Tennisverein eine Community bauen können.

- Unddu.de soll dem User vielfältige Nutzwerte bieten. Man kann es als persönliche Startseite, als Forum, als Blog oder Website verwenden.

- Es ist eine persönliche Website der neuen Art mit dem klaren Anspruch, die Nummer eins in Deutschland zu werden.

- In unddu.de wurde im zweistelligen Millionenbereich investiert. Über 30 Mitarbeiter arbeiten seit einem Jahr an der Entwicklung.

Ambitionierte Ziele also - ich bin gespannt. Man wird sehen, ob unddu.de im Frühjahr 2008 tatsächlich über mehr als eine Million registrierte Nutzer verfügt.

Siehe auch
Unddu.de geht online - erstes Fazit
Social Networks: Mit bloomstreet & unddu.de wird es richtig eng!

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Portal für Web-2.0-Jobs gestartet

Martin Weigert, 10. Mai 2007 um 13.32 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Das Web 2.0 boomt und die Internetbranche erlebt ihren zweiten Frühling. Unzählige Startups versuchen sich zu etablieren. Gleichzeitig setzen immer mehr bekannte Medienplayer auf die neuen Internetanwendungen. Die Folge: IT-Experten und Webentwickler sind heiß begehrt. Immer häufiger kommt es vor, dass Unternehmen geplante Internetprojekte verschieben müssen, weil sie keine geeigneten Leute für deren Umsetzung finden.

Dieses Problem erkannte auch der bekannte Blogger Nico Lumma. Er startete vor einigen Tagen webzweinulljobs.de, eine Plattform ausschließlich für Web-2.0-Stellenausschreibungen. Lummas Ziel ist es, allen Unternehmen eine zentrale Anlaufstelle zu bieten, um qualifizierte Internet- und Web-2.0-Experten zu finden. Damit kann Lumma zwar auch keinen positiven Einfluss auf die Zahl stellensuchender IT’ler nehmen, den Unternehmen bei der Suche nach geeigneten Kandidaten jedoch viel Zeit und Geld sparen helfen.

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Fünf Einladungen für Freebase zu vergeben

Michael Osl, 9. Mai 2007 um 20.42 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Heute landete eine Mail von Freebase in meinem Posteingang, in der es unter anderem heißt:

“We’ve made some good progress in alpha and would like to continue to
grow the user community with your help.

All existing Freebase users have been granted 5 additional invitations. If you know anyone you’d characterize as a ‘data fanatic’, please invite them to join.”

Wer Freebase nicht kennt, findet eine umfassende Beschreibung in meinem Artikel “Ein erster umfassender Einblick in Freebase” vom 3. April 2007.

Alle “Daten-Fanaten” (Eine etwas unglückliche Übersetzung, ich geb’s zu ;)) also, die gerne einen Blick in einen der zukunftsträchtigsten Dienste des Webs werfen möchten, senden eine Mail an moe at zweinull punkt cc.

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Jeder dritte US-Bürger nutzt regelmäßig Web-2.0-Angebote

Martin Weigert, 9. Mai 2007 um 20.05 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Jeder dritte Erwachsene in den USA besucht regelmäßig Web-2.0-Angebote.
Das ergibt eine Untersuchung des Marktforschungsinstituts Pew Internet & American Life Project. Demnach nutzen acht Prozent der erwachsenen US-Amerikaner Web-2.0-Dienste sehr intensiv. Weitere 23 Prozent gehören zu den regelmäßigen Anwendern von interaktiven Webseiten und Social Networks.

Der Bericht teilt die Internetnutzer in drei unterschiedliche Gruppen ein. Zu der ersten Gruppe der “Eliteanwender” gehören 31 Prozent der US-Bürger. Weitere 20 Prozent gehören zu den durchschnittlichen Internetnutzern. Die verbleibenden Gruppe stellen mit 49 Prozent die Seltensurfer (inklusive der Nichtsurfer) dar.

Die Spitze der Eliteanwender machen mit acht Prozent der Erwachsenen die so genannten “Omnivores” aus, auf Deutsch “Allesfresser”. Nutzer, die zu dieser Kategorie gehören, verwenden das Internet permanent, intensiv und sowohl mit dem Computer als auch vom Handy aus. Sie sind große Fans des Web 2.0 und aktive Anwender von Blogs, eigenen Webseiten und unterschiedlichsten Online-Kommunikationsmitteln. Die Studie bezeichnet sie als “creative participants in cyberspace”. Wenn der nächste Internettrend aufkommt, sind Omnivores laut Pew die ersten, die ihn ausprobieren - oder gar selbst erfinden.

Alle Ergebnisse der Studie als PDF gibt es hier.

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Handyverträge online loswerden bei Bayanoo

Martin Weigert, 9. Mai 2007 um 10.18 Uhr, 4 Kommentare Kommentare

Jede Woche starten in Deutschland viele neue Webangebote. Wenn auch oft interessante Ideen dahinter stecken, so ist nicht immer klar, ob ein Dienst wirklich von den Nutzern angenommen wird bzw. eine Nachfrage schaffen kann. Gestern wurde bei deutsche startups über Bayanoo berichtet, eine neue Seite, bei der User nicht mehr benötigte Handyverträge loswerden können. Die Idee gefällt mir so gut, dass ich Bayanoo näher vorstellen möchte.

Das Prinzip von Bayanoo ist einfach: Die Benutzer können nicht mehr benötigte Handyverträge inserieren. Interessenten an einem Vertrag mit kurzer Laufzeit können bei Bayanoo unter Angabe verschiedener Kriterien (Restlaufzeit des Vertrags, monatliche Grundgebühr etc.) suchen. Finden sie ein Angebot, welches ihnen zusagt, kontaktieren sie den Inhaber des Vertrages. Beide Seiten leiten dann eine bei allen Providern mögliche Vertragsübernahme ein. Das Ergebnis: Der Inserent ist seinen nicht genutzten Vertrag und fortan jede Zahlungsverpflichtung los. Der Interessent telefoniert ab sofort zu den günstigen Konditionen eines Handyvertrages, ohne sich jedoch 12 oder 24 Monate zu binden.

Möglicherweise gefällt mir das Prinzip von Bayanoo so gut, weil ich selbst schon einmal ein Jahr lang auf einem Handyvertrag saß, den ich nicht benötigte. Zudem kenne ich viele Leute, die sich einen Zweit- oder gar Drittvertrag zulegen, nur um das neueste Handy subventioniert zu bekommen. Und alle wären froh, wenn sie die mit dem alten Vertrag verbundenen Kosten los wären. Gleichzeitig sind für viele Deutsche die langen Vertragsbindungen der Grund, per Prepaidkarte zu telefonieren. Bayanoo bietet allen Menschen mit geringen Bindungsambitionen die Möglichkeit, dennoch in den Genuss der im Vergleich zum Predpaidverfahren erheblich günstigeren Tarife und Konditionen zu kommen.

Für Interessenten ist der Dienst immer kostenlos. Auch das Einstellen eines Vertrages ist gratis. Erst wenn der Inserent eine Mail von einem Interessenten erhalten hat und diese lesen möchte, zahlt er einmalig 15 Euro. Das ermöglicht eine unlimitierte Kommunikation mit diesem und anderen Interessen zum entsprechenden Handyvertrag.

Das Gründerquartett hat Bayanoo in nur wenigen Wochen auf die Beine gestellt, wie im Blog verraten wird. Dennoch macht die Seite schon einen sehr fertigen Eindruck. Das Design ist ansprechend, funktionell und übersichtlich. Natürlich ist die Zahl angebotener Handyverträge noch sehr gering. Doch wer einen nicht mehr verwendeten Vertrag zu Hause hat, kann ihn einfach probeweise und kostenlos bei Bayanoo einstellen und abwarten, was passiert.

Nach so vielen positiven Worten muss auch Raum für Kritik sein. Für problematisch halte ich die hohe Abhängigkeit von den Handyprovidern. Derzeit bieten alle die Möglichkeit einer mehr oder weniger unkomplizierten Vertragsübernahme an. Ob eine kommerzielle Nutzung dieser Option jedoch langfristig von den Mobilfunkunternehmen geduldet wird, ist unklar. Gesetzt den Fall, die Provider schaffen diese Möglichkeit ab, steht Bayanoo plötzlich ohne Geschäftsmodell da. Kritikpunkt Nummer zwei: Der Name. Er erinnert doch sehr an vergangene Internetjahre, in denen ein Doppel-o Namensbestandteil eines jeden Internetprojektes sein musste. Zudem sagt «Bayanoo« nichts über den Nutzen der Seite aus. Ein solches Kunstwort eignet sich gut bei wenig greifbaren Angeboten, deren Sinn und Zweck man nicht in einem Wort beschreiben kann. Bei einem Service zur Übertragung von Handyverträgen halte ich einen Namen mit Bezug zum Produkt für passender - das US-Pendant Cellswapper ebenso.

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