Oliver Gehrs haut die Berliner Journalisten in die Pfanne
Ist schon eine Woche alt, aber im noch aktuellen Tip schreibt Oliver Gehrs, Chefredaktor der Zeitschrift Dummy sowie wöchentlicher Video-Ratgeber, ob man den Spiegel kaufen soll oder eher nicht, was er von Berliner Journalisten denkt. Der Text trieft nur so von schlagenden Sätzen – man weiss gar nicht, welchen man lieber zitieren möchte. Leider ist er online nicht verfügbar, also muss man das:
Unfähigkeit schützt im Journalismus leider nicht vor Karriere – eher im Gegenteil. In den Leitungen der Redaktionen sitzen nicht die Besten, sondern die, die sich am besten verkaufen können. Zynische, unintellektuelle Alphatiere, die glauben, beim Rotwein im Borchardt neben den Schlagzeilen auch die Politik bestimmen zu können. In Bundestags-nahen Etablissements wie dem Café Einstein Unter den Linden kann man zuweilen nicht mehr unterscheiden, ob der bräsige Mittvierziger im schlechten Anzug nun aus der SPD-Fraktion oder aus der “Zeit”-Redaktion stammt. Unter einem Leitartikel voller Patentrezepte machen es die regierenden Journalisten nicht mehr.
Er behauptet auch, es gäbe nirgendwo sonst solch eine Ansammlung von unfähigen Journalisten wie in Berlin, was natürlich daran liege, dass es nirgendwo sonst so viele Journalisten gibt. Aber auch die miserablen Ausbildungsstätten (Berliner Journalistenschule; Fachbereich Publizistik an der FU) seien daran Schuld sowie die billigen Wohnungen, die man selbst mit einem beschämenden Zeilenlohn von 50 Cent bezahlen könne. Das sei der Humus, auf dem Ideenlosigkeit und schlechte Geschichten gediehen.
Sehr schön auch das im Text verwendete und bisher von Google noch nicht indizierte Wort “exkrementrünstig“. Es bezieht sich auf die “Bild”-Redaktion.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

















Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite
Wirklich ein schöner Text. Damit hat Olivers Gehrs nach einigen Minuspunkten zumindest bei mir einen Pluspunkt gesammelt ;)
Da gab es doch mal dieses Spiel, bei dem man sich Wörter ausdenken sollte, zu denen es genau einen Google-Treffer gibt (hab ich sicher bei Riesenmaschine gelesen, wo sonst).
Wenn Du das in den nächsten Tagen spielen solltest (ich nehme an, Du liest auch Kontaktanzeigen für Spielpartner :-), hast Du für den Moment mal eins auf Vorrat.
Sehr schön. Ich glaube, ich konnte bisher noch nie einen Begriff exklusiv bei Google platzieren. Aber man bleibt da ja kaum lange alleine. Zudem geht alle Ehre an Oliver Gehrs.