Werbung im Web 2.0 – die Deutsche Bank zeigt Mut

Viele Unternehmen sind nach wie vor skeptisch, was das Schalten von Werbung in Web-2.0-Angeboten betrifft. Im Gegensatz zu herkömmlichen Webseiten, bei denen das Werbeumfeld durch Redakteure bestimmt wird, ist der durch Nutzer generierte Inhalt wenig planbar. Als zu groß schätzen viele Werbungtreibende das Risiko ein, dass durch unseriösen oder unpassenden User Generated Content die Anzeige in Mitleidenschaft gezogen wird. Es ist nicht verwunderlich, wenn ein Unternehmen vermeiden möchte, dass seine Banner im Umfeld von Handyclips und Amateurvideos auf einem Videoportal platziert werden.

Die Deutsche Bank zeigt nun Mut und hat sich mit dem Social-Search-Dienst Yahoo! Clever auf ein Sponsoring der Rubrik Wirtschaft & Finanzen geeinigt. Die Benutzer von Yahoo! Clever können ähnlich wie bei Lycos iQ und fragr.de persönliche Fragen an die Yahoo! Community stellen, um individuelle Antworten von anderen Nutzern zu erhalten. Die Deutsche Bank ist mit Anzeigen verteten und stellt jeweils eine “Frage der Woche”.

Auch wenn die Kategorie Wirtschaft & Finanzen ein vergleichsweise “sicheres” Werbeumfeld ist, so ist der Schritt der Deutschen Bank nicht ohne Risiko. Gerade bei der Frage der Woche kann man nicht ausschließen, dass eine Diskussion entbrennt, bei der das Unternehmen selbst in die Schusslinie gerät – ein Problem für sämtliche Web-2.0-Aktivitäten von Firmen. Derzeit allerdings besteht keine Gefahr: Klickt man auf den Link hinter der aktuellen Frage der Woche, so erhält man den Hinweis, dass das Customer Care Team diese wegen des Verstoßes gegen die Community-Richtlinien löschen musste.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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