Nichts los mit den ComBOTS

Martin Weigert, 14. Mai 2007 14:15 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

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Betrachtet man die rasante Geschwindigkeit, mit der sich im Web-2.0-Zeitalter neue Internetdienste herumsprechen, könnte man meinen, mittlerweile wären neue Webangebote Selbstläufer. Ein Blick auf ComBOTS zeigt, dass dem nicht so ist.

ComBOTS ist das “neuartige Kommunikations-Tool” der ehemaligen WEB.DE AG. Nach dem Verkauf des WEB.DE-Portalgeschäfts an United Internet benannte man sich um und investierte einen zweistelligen Millionenbetrag in die Entwicklung einer Software, die die Onlinekommunikation der Nutzer stark vereinfachen soll. Doch seit dem Start der Beta-Phase Mitte 2006 hat man nicht viel von dem Dienst gehört. Lediglich die Quartals- und Jahreszahlen erhielten die Aufmerksamkeit der Medien: Bis zum ersten Quartal 2007 erwirtschaftete ComBOTS null Euro Umsatz und schreibt tiefrote Zahlen. Gute Werbung ist das nicht.

Was läuft da schief? Wieso spricht sich ComBOTS nicht herum? Wieso schreiben Blogger nicht über ComBOTS und wieso berichtet auch kaum ein anderes Medium über den Dienst? Zumindest an der Software selbst kann es nicht liegen, denn diese ist gar nicht so schlecht.

ComBOTS ist eine Art alternativer Instant Messenger, der statt der üblichen pragmatischen Listenansicht eine intuitivere, grafischere Umsetzung bietet. Die einzelnen Kontakte werden als eigenständige Icons auf dem Desktop angezeigt. Jedes Icon verfügt über ein interaktives Steuerungselement zum Kommunizieren mit dem Kontakt. Dies geht per Mail, Instant Message (Chat) oder Voice over IP. Nutzer können Dateien versenden und ihr Icon, mit dem sie bei ihren Kontakten angezeigt werden, individualisieren.

ComBOTS ist nicht wirklich revolutionär und auch nicht geschaffen für Intensivnutzer, die 100 oder mehr Kontakte in ihrem Instant Messenger verwalten. Stattdessen eignet sich der Dienst meiner Ansicht nach sehr gut für Durchschnittssurfer, die wenig technische Erfahrung haben und denen die Benutzung eines klassischen Messengers zu umständlich und zu kompliziert erscheint. Hier punktet ComBOTS. Die Software ist äußerst intuitiv und leicht zu bedienen. Der User wird von der Registrierung über den Download bis hin zur Verwendung virtuell an die Hand genommen, so dass einer sofortigen Nutzung des Programms nichts im Wege steht.

Die Zielgruppe von ComBOTS stellen im Prinzip die durchschnittlichen WEB.DE-User dar. Doch diese werden mittlerweile von United Internet versorgt und sollen sich bis zum Frühjahr 2008 zu Hunderttausenden bei WEB.DE’s neuem Social Network Unddu.de anmelden, sind derzeit also schon schwer umworben. Doch es gibt genug andere Wege, ComBOTS beim Internet-Mainstream bekannt zu machen. Wenn es wie bei Twitter oder Joost nicht viral (also durch Mund-zu-Mund-Propaganda) klappt, dann muss eben auf klassische Mediawerbung im Internet und vielleicht sogar im TV zurückgegriffen werden. Eins steht fest: ComBOTS muss seine Bekanntheit drastisch erhöhen und ein Gesprächsthema bei Internetnutzern aller Altersgruppen werden. So leicht, wie man sich das vorgestellt hat (”Die ersten ComBOTS Nutzer laden 5-10 Freunde zu ComBOTS ein, die wiederum 5-10 Freunde einladen, die wiederum …”), scheint es nicht zu gehen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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    (14. Mai 2007 21:02)
  2. fliegerhorst
    (19. Juni 2007 18:57)
  3. ComBOTS bleibt Nullnummer - wohl für immer » Beitrag » zweinull.cc
    (25. September 2007 22:59)

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