Scribd:
pädagogisch wertvoll und bald in aller Munde

Scribd

Das Web 2.0 muss nicht nur der Unterhaltung und dem Kennen lernen interessanter Menschen dienen. Es eignet sich auch sehr gut zur Sammlung des weltweiten Wissens, wie Wikipedia und Freebase zeigen. Mit Scribd steht nun ein weiterer Dienst mit dem Prädikat “pädagogisch wertvoll” vor dem internationalen Durchbruch. Das bescheidene Ziel der kleinen Firma aus San Francisco: der Aufbau der weltweit größten Sammlung an Dokumenten.

Die Funktionsweise von Scribd ist der populärer Video-Portale sehr ähnlich: Benutzer können beliebige Dokumente wie PDF-, Word-, Excel- oder Powerpoint-Dateien hochladen und mit Tags versehen. Die beliebtesten Dokumente werden auf der Startseite vorgestellt. Das Gesamtarchiv wird kategorisiert und kann durchsucht werden. Jedes Dokument wird mittels Flash direkt im Browser angezeigt und steht außerdem in unterschiedlichen Formaten zum Download bereit. Auch eine automatisch generierte MP3-Version kann heruntergeladen bzw. gestreamt werden. Jedes bei Scribd hochgeladene Dokument wird von allen Suchmaschinen indiziert.

Das klingt praktisch, aber nicht revolutionär? Stimmt. Dokumente sind für die Mehrheit der Internetnutzer weit weniger spannend als Videoclips. Daher hat man sich bei Scribd überlegt, wie man dennoch eine große Nutzerzahl begeistern und zum Mitmachen bewegen kann. Im Gegensatz zu YouTube & Co muss man sich für den Dokument-Upload nicht anmelden. Jeder User kann anonym Dateien hochladen. Und es geht sogar noch einfacher: Scribd bietet eine Funktion namens “Slurping“, mit der ein beliebiges, im Netz befindliches Dokument automatisch importiert wird. Das einzige, was man dafür tun muss, ist in der Adresszeile des Browsers http://www.scribd.com/slurp?url= gefolgt von der kompletten URL des Dokuments einzugeben. In meinen Augen ist DAS der wahre Clou von Scribd, der zu einer rasch wachsende Zahl von verfügbaren Dokumenten führen wird. Wer dabei helfen möchte, muss sich lediglich angewöhnen, beim Surfen gefundene Dokumente nebenbei zu “slurpen”. Kleiner Aufwand und großer Nutzen!

Scribd verließ die Beta-Phase Anfang März. Derzeit sind knapp 30.000 Dokumente online, allerdings erst rund 500 auf Deutsch. Ich bin mir aber sicher, dass diese Zahl in Kürze explodieren wird. Die Idee hinter Scribd ist gut, die Umsetzung in meinen Augen noch besser und die Hürden für nicht angemeldete Nutzer, sich zu beteiligen, extrem niedrig. Wie und ob die drei Scripd-Gründer in Zukunft Geld mit der Seite verdienen möchten, ist bisher nicht ersichtlich. Werbung gibt es momentan keine. Die FAQ beantwortet die Frage, wovon das Team lebt, mit der kurzen Erklärung, einer der Gründer würde manchmal auf öffentlichen Plätzen Saxophon spielen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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4 Kommentare

  1. Tzunami
    schrieb am 17. August 2007 um 14:52 Uhr (#)

    Ob die Zahl der deutschen Dokumente auf Scribs explodieren wird, wage ich zu bezweifeln, Schließlich steht mit Doktus schon eine deutsche Seite mit den Funktionen von Scribd zur Verfügung: http://www.doktus.de

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 17. August 2007 um 15:13 Uhr (#)

    Danke für den Link, Doktus.de kannte ich noch nicht. Wieder einmal eine “vorbildlicher” Klon des Originals. Aber ich gebe Dir Recht – für viele deutsche Nutzer ist Doktus damit vermutlich interessanter.

  3. pat
    schrieb am 10. Oktober 2007 um 19:22 Uhr (#)

    naja…

  4. Schreibt hier auf dem Blog Martin Weigert
    schrieb am 10. Oktober 2007 um 20:08 Uhr (#)

    Tiefgründiger Beitrag, pat.

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