MySpace vs Photobucket:
Hintergründe

Martin Weigert, 12. April 2007 um 20.16 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Anknüpfend an die gestern bekannt gewordene Sperrung von bei Photobucket gehosteten Bildern durch MySpace (siehe mein Beitrag von gestern) liefert heise online heute einige Hintergrund-Infos und weiß außerdem durch den schönen Begriff des “Web-2.0-Kindergarten” zu erheitern!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

MySpace macht Schluss mit Photobucket

Martin Weigert, 11. April 2007 um 14.04 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Viele der weltweit über 100 Millionen MySpace-Nutzer, die externe Bilder oder Videos in ihrem Profil eingebunden haben, nutzen dafür Photobucket, einen kostenlosen Hosting-Anbieter für Mediaformate mit rund 39 Millionen Usern. Wie das Onlinemagazin futureZone berichtet, ist damit seit heute Schluss. MySpace habe das Anzeigen von bei Photobucket gehosteten Bilder und Videos in den Userprofilen unterbunden. futureZone weist darauf hin, dass sich MySpace derzeit selbst als Videohoster und Medienanbieter zu etablieren versucht, weshalb Photobucket offensichtlich mittlerweile als Konkurrent eingestuft wird.

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Social Spamming

Michael Osl, 10. April 2007 um 18.43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Social Bookmarking Portale gewinnen zusehends an Bedeutung. Eine Platzierung auf der Startseite von Digg zum Beispiel ist dazu in der Lage, auf einen Schlag die Besucherzahlen einer Webseite enorm in die Höhe zu treiben. Auch wenn viele Server ob des Ansturmes dann recht schnell in die Knie gehen, der Andrang nur von kurzer Dauer ist und die web-affinen Benutzer eher nicht dazu tendieren, auf Anzeigen zu klicken, so erhält man doch meist eine große Anzahl von natürlichen Verlinkungen und Bekanntheit unter anderen Bloggern - der wahren Währung des Web 2.0.

Denn wer über Linkpopularität und Traffic verfügt, für den ist es dank Textlinks und AdSense ein leichtes, den Besucheransturm wieder zu Geld zu machen. Kein Wunder also, dass so mancher sich einen kommerziellen Nutzen davon verspricht, wenn er in Social Bookmarking Diensten prominent platziert ist. So startete kürzlich ein Dienst, der User dafür bezahlt, wenn diese auf digg.com ihre Stimme für eine Webseite abgeben oder kurz “diggen”, wie es in deren Jargon heißt. Dass dies in den Nutzungsbedingungen von Digg.com klar untersagt wird, braucht kaum extra erwähnt zu werden.

Was im ersten Moment wie eine Bedrohung für Social Bookmarking Portale wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber nur als ein äußerst kurzsichtiges Konstrukt: Erstens fällt es auf, wenn es ein qualitativ minderwertiger Beitrag plötzlich auf die Digg-Startseite schafft. Und selbst wenn er dort ist, wird er nicht von anderen Blogs verlinkt werden und ist durch Voting Funktionen schnell zu entlarven. Zweitens kann es nicht gut gehen, wenn plötzlich 100 Anbieter versprechen, einen Link auf die Startseite von Digg zu hieven. Der Preis würde recht bald in so astronomische Höhen schnellen, die klassische Angebote wie Google AdWords recht schnell wieder konkurrenzfähig erscheinen lassen.

Um seiner Webseite Popularität zu verschaffen stellt diese Art des “Marketings” also, gelinde gesagt, keine besonders kluge Masche dar. So bleibt nur zu Hoffen, dass dieses ganze Geschäftsmodell genauso schnell wieder in der Versenkung verschwindet, wie es aufgetaucht ist.

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Web 2.0:
Hype und doch nützlich

Martin Weigert, 10. April 2007 um 13.15 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Wie auch immer man zum Begriff Web 2.0 steht: Trotz des unbestritten enormen Hypes rund um Social Networking und User Generated Content so erblicken in diesen Tagen, Wochen und Monaten weltweit unzählige brauchbare Webprojekte das Licht der Welt. Für das einzelne Individuum erscheint die Masse an neuen Angeboten möglicherweise nutzlos und unübersichtlich. Doch fast jeder entdeckt einige Dienste, die er oder sie für praktisch erachtet und fortan nutzt. Für mach einen ist das ein Bookmarking Portal (z.B. del.icio.us, Mister Wong), für andere eine Social Music Community wie Last.fm oder Pandora und für wieder andere ein «sozialer« Stadtführer wie Qype.

Jeder User hat andere Interesse und damit auch andere Kriterien, anhand deren er die Entwicklung beurteilt, die das Internet derzeit durchläuft. Je mehr die entstehenden Angebote den Interessen eines Nutzers entsprechen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass er dem Web 2.0 positiv gegenüber steht. Die logische Konsequenz: Personen, die durch regelmäßige Kritik an der aktuellen Entwicklung auffallen («alles wieder nur eine Blase«), haben noch nicht genügend Webprojekte gefunden, die ihren Interessen und Anforderungen entsprechen. Man ändere dies und wir haben ein Paradies auf Erden (2.0).

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Rettung naht? Planlose Zeitungen werden von noch planloseren Milliardären gekauft

Andreas Göldi, 9. April 2007 um 3.27 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die amerikanische Medienbranche wurde letzte Woche erschüttert von der Meldung, dass der altehrwürdige Tribune-Verlag (Chicago Tribune, Los Angeles Times, Baltimore Sun etc.) vom milliardenschweren Baulöwen Sam Zell aufgekauft wurde. Zell hat keine Erfahrung in der Zeitungsbranche, besass aber immerhin vor Jahren mal ein paar Radiostationen, die er kurz später mit viel Gewinn weiterverkaufte. Den Kauf von Tribune will er nicht selbst bezahlen, sondern mit Schulden finanzieren, wie man das in Private-Equity-Kreisen halt so macht.

Ganz klar: Zell ist ein Finanzinvestor, der mit Firmen handelt wie andere Leute mit Aktien. Das ist an und für sich nicht verwerflich, aber die Journalisten finden das natürlich meistens nicht so toll.

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Osterei bei zweinull.cc:
fünf Einladungen zu Joost

Martin Weigert, 6. April 2007 um 13.44 Uhr, 7 Kommentare Kommentare

Joost, das neue Projekt von Niklas Zennström und Janus Friis, den Gründern von Kazaa und Skype, nähert sich dem finalen Status. In dieser Woche wurde mit der Version 0.9.1 eine neue Beta-Variante des Programms zum Download gestellt.

Joost bietet kostenloses Fernsehen über das Internet. Den Nutzern stehen zahlreiche, nach Interessen und Themen kategorisierte Channels zur Verfügung, aus denen sie das gewünschte Programm auswählen und jederzeit anschauen können. Sämtlicher Content liegt dabei auf zentralen Servern und wird mit P2P-Technik an die User übertragen. Diese können sich im jeweiligen Chatroom auch gleich über das entsprechende Programm austauschen.

Anmelden kann man sich derzeit lediglich auf eine persönliche Einladung eines anderen Joost-Mitglieds. Als kleine Osterüberraschung habe ich fünf Einladungen für Euch! Die ersten Fünf, die eine Mail an martin at zweinull.cc senden und erläutern, ob sie diesen Blog weiterempfehlen würden (Begründung warum/ warum nicht), sind dabei! Viel Glück und frohe Ostern!

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Studie:
Franzosen bloggen, Deutsche zocken und mögen keine Werbung

Martin Weigert, 5. April 2007 um 10.27 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Französische Internetnutzer unter 24 sind die eifrigsten Blogger in Europa. Deutsche User der selben Altersgruppe spielen dagegen am liebsten Onlinegames. Das sind einige Ergebnisse der 14. NetObserver-Studie von Novatris/Harris Interactive. Für die Studie wurden 210.000 Internetuser in Deutschland, Groß Britannien, Frankreich, Italien und Spanien zum Surfverhalten, zur Bedeutung von Web 2.0-Anwendungen und zur Wahrnehmung von Online-Werbung befragt.

In Hinsicht auf effektives Onlinemarketing empfiehlt die Studie, auf interaktive oder «User Generated Werbung« wie auch auf virales Marketing zu setzen, um junge Zielgruppen im Internet zu erreichen. «Da junge User die hautsächlichen Nutzer von Web 2.0-Anwendungen wie Blogs, Podcasts oder Community-Websites wie MySpace darstellen, wird die Gratwanderung für E-Marketer deswegen darin bestehen, Alternativen zu den klassischen Bannerformaten zu finden, ohne zu störend in diese «privaten« Userbereiche einzudringen.« Vielleicht auch interessant für StudiVZ hinsichtlich der dort gerade gestarteten Werbemaßnahmen?!

Die Ergebnisse der 14. NetObserver-Studie als 10-seitiges PDF.

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StudiVZ:
Schluss mit werbefrei!

Martin Weigert, 4. April 2007 um 19.22 Uhr, 2 Kommentare Kommentare

Mitte März wurden bei StudiVZ die AGBs geändert. Zum einen mit dem Zweck, harte Strafen für Hacker oder sonstige Spitzbuben anzudrohen, die Deutschlands größter Studentencommunity Schaden zufügen wollen. Und zum anderen, um schriftlich festzuhalten, dass auch die Betreiber von StudiVZ sowie die dahinter stehende Verlagsgruppe Holtzbrinck irgendwann Geld mit der Plattform verdienen und Anzeigen einblenden möchte.

Knapp drei Wochen später ist es auch schon so weit. Seit heute wird die Startseite sowie auch der Mitgliederbereich am rechten Rand von einem Skyscraper-Banner verziert. Zu den bisher gesichteten Werbungtreibenden gehören die comdirect bank (mit einem für StudiVZ gebrandeten Banner) sowie die Twentieth Century Fox of Germany GmbH mit aktueller Kinowerbung. Doch das ist nicht alles: Auch wer einem StudiVZ-Kommilitonen eine Nachricht schreibt, bekommt anschließend eine rund 250×250 große Werbebox zu Gesicht, die derzeit für die Postbank SparCard, das Wirtschaftsmagazin brand eins im Probeabo sowie einen Versicherungsvergleich wirbt.

Studivz: Schluss mit werbefrei!

Das auch StudiVZ kein gemeinnütziges Angebot ist und irgendwann Geld verdienen muss, daran gibt es nichts auszusetzen. Verwunderlich ist nur, dass man mit so einem Paukenschlag loslegt. Davon abgesehen, dass die Anzeigen das optisch ohnehin wenig attraktive Portal nicht gerade verschönern, so sollte es bei bald 2 Millionen registrierten Usern doch subtilere, kreativere Methoden geben, Unternehmensbotschaften zu übermitteln. In Form von Gewinnspielen oder anderen Mitmachaktionen zum Beispiel, die den Studis möglicherweise sogar Spaß machen. Oder einem lustigen, einfallsreichen Videospot im Mitgliederbereich.

Die Macher von StudiVZ zeigen bei diesem für jeden User unübersehbaren Schritt nicht gerade Feingefühl. Es bleibt abzuwarten, wie die Community reagiert!

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Ein umfassender Einblick in Freebase

Michael Osl, 3. April 2007 um 19.14 Uhr, 11 Kommentare Kommentare

Neulich hatte ich ja über Freebase und dessen Entwicklungspotential berichtet. Nachdem ich nun eine Einladung erhalten habe (Danke, Jutta :)) und mich intensiver mit dem Dienst beschäftigen konnte folgt hier nun ein zweiter, detaillierter Bericht, der sowohl Einblicke in den Dienst gibt, wie er sich im Moment präsentiert als auch technische Hintergründe.

freebase banner

Das Freebase-Banner

Was ist Freebase?

Freebase ist eine globale Datenbank, die das Wissen der Welt in geordneter und strukturierter Form enthält. Es geht hier also weniger um enzyklopisches Wissen das in erster Linie für den menschlichen Leser gedacht ist, sondern vielmehr um eine Sammlung von Listen, Referenzen und Datensätzen - Eine Wikipedia für Maschinen sozusagen. Der Clou an der Sache ist, dass diese Datensammlung nicht lose aneinandergereiht ist, sondern alle Daten miteinander verknüpft werden. Ein Riesen-Schritt in Richtung semantisches Web, der ultimativen Alles-mit-Allem-Verknüpfung von Daten. Tim O’Reilly vergleicht in seinem Beitrag “Freebase Will Prove Addictive” diese Verbindungen mit den Synapsen eines menschlichen Gehirnes.

Hinter dem Projekt steckt die Metaweb Technologies mit Sitz in San Francisco. Das Unternehmen Metaweb hat eine Technologie und API namens Metaweb geschaffen, auf welcher die Freebase basiert. Das Unternehmen will, laut Eigenauskunft, ihr Geld mit dieser Metaweb-Technologie verdienen.

Der Aufbau von Freebase

Das System ist vollständig objektorientiert aufgebaut. Das heißt, jedes Element in Freebase ist ein Objekt, welches bestimmte Eigenschaften besitzt und mit anderen Objekten verknüpft ist. Jedes Objekt ist einem oder mehreren Typen zugeordnet und verfügt sowohl über eine eindeutige ID als auch einen optionalen Namen. Dieser ist allerdings nicht eindeutig und ist in erster Linie für Menschen gedacht.

Objekte, die dafür für den menschlichen Leser von Interesse sein können, werden “Topics” genannt. Diese bieten einem Objekt zum Beispiel die Möglichkeit, es mit Bildern aufzupeppen.

Die Typen selber sind in Domains hirarchiert, in der Typen ähnlicher Gebiete gruppiert werden. Derzeit gibt es Domains wie beispielsweise /business, /people oder /sports.

freebase_domains.gif

Natürlich würden einem diese einzelnen Objekte herzlich wenig nützen. Das Salz in der Objektsuppe sind die vielfältigen Verknüfpungen der Objekte zueinander. So ist Beispielsweise “Wien” mit “Österreich” genau so verknüpft wie “Arnold Schwarzenegger”, der aber auch mit dem Film “Terminator” verknüpft ist usw. Dadurch ergibt sich letztendlich eine riesige Wolke an Verknüpfungen.

freebase screenshot1

Hier ist das Objekt “Austria” geöffnet. Es gehört den beiden Typen “Location” und “Country” an.

Mehrsprachigkeit

Ein großer Pluspunkt ist, dass die Mehrsprachigkeit von Beginn an vorgesehen ist, gerade bei US-amerikanischen Diensten ist das nicht immer eine Selbstverständlichkeit. Die Mehrsprachigkeit ist konkret so implementiert, dass die Bezeichner der einzelnen Objekte in mehrern Sprachen hinterlegt sein können - was ja auch logisch ist. Mailand ist ja schließlich auch im englischen Sprachraum die zweitgrößte Stadt von Italien, auch wenn dort die Stadt “Milan” und das Land “Italy” genannt wird. Hier sehe ich auch Potential für semantische Übersetzungstools, welche Anhand des Kontexts die richtige Übersetzung eines Begriffes durchführen.

Lizensierung der Inhalte

Natürlich macht es wenig Spaß, Daten und Arbeit einem Unternehmen in den Rachen zu werfen, das anschließend mit den Daten machen kann, was es will.

Besonders wichtig ist es daher, dass die freie Zugänglichkeit der Daten gewährleistet ist. Im Falle der Freebase wird das durch die Lizensierung der Daten durch die Creative Commons erreicht.

Es werden allerdings drei Unterscheidungen getroffen, was die Typen von Inhalten betrifft: Zum einen die Daten als Ganzes, welche immer unter der Creative Commons Attribution license (CC-BY) lizensiert sind. Die Texte zu den einzelnen Datensätzen unterliegen entweder ebenfalls der CC-BY oder aber der GNU Free Documentation License. Die dritte Unterscheidung betrifft Medien-Daten wie Bilder usw. Diese sind in der Regel public domain, es können aber auch copyright-geschützte Bilder darunter sein, die unter die fair-use Regelung des amerikanischen Rechts fallen. Hier obligt es dem Anwender der Daten zu überprüfen, ob alle Copyrightbestimmungen eingehalten werden.

Verwendet man Daten aus der Freebase, so ist jedenfalls immer eine Namensnennung erforderlich, konkret geschieht dies durch einen Link auf www.freebase.com .

Wer soll das alles eingeben?

Dass die Masse sowohl die Eigendynamik als auch das sprichwörtliche Wissen haben kann, eine solche Datenbank zu erstellen und zu Pflegen sollte selbst den hartgesottenesten Kritikern spätestens seit der Wikipedia klar sein. Die große Kunst ist es nur, diese Masse auch zu mobilisieren.

Die Arbeit selber um einen guten Datenbestand aufzubauen besteht dabei meiner Meinung nach aus zwei Teilen: Zum einen müssen die Objekte erstmal alle Ihren Weg in die Freebase schaffen. Zum anderen müssen anschließend zwischen all diesen Objekten die Verknüpfungen hergestelllt werden.

Was den ersten Teil betrifft, also große Mengen an Grunddaten in das System zu bringen, so ist es unerlässlich, ausgereifte Importfunktionen zur Verfügung zu stellen. Der objektorientierte Ansatz kann es aber durchaus schwierig gestalten, solche Routinen zu schreiben. Ein anderer Weg, die Daten in das System zu bringen ist die API, auf die ich etwas weiter unten näher eingehe.

Der zweite Teil, das Verknüpfen der Daten, ist dagegen mit wesentlich mehr Handarbeit verknüpft. Beim Herumexperimentieren mit der Oberfläche stellt man jedoch fest, dass gerade jetzt in der Anfangsphase, in welcher sich viele Daten noch sehr lückenhaft präsentieren, die Hemmschwelle sehr gering ist, mal eben eine solche fehlende Verknüpfung herzustellen. Im Gegensatz zur Wikipedia muss man sich nämlich nicht erst grammatikalisch halbwegs sinnvolle Sätze ausdenken (was man unbedingt machen sollte bevor man einen Wikipedia-Artikel ergänzt) sondern klickt einfach ein paar mal um die Verknüfpung herzustellen und die Sache ist erledigt.

adding germany

Verknüpfungen herstellen: Hier ergänze ich im Objekt “German” das Feld “countries spoken in” um “Germany”. Natürlich habe ich anschließend noch Austria, Schweiz und Liechtenstein hinzugefügt ;)

Pflegen der Daten

Hauptsächlich gibt es derzeit ein enorm Ajax-lastiges Web-Interface, sowie eine leistungsfähige API, die hauptsächlich für die Nutzung durch automatisierte Dienste vorgesehen ist.

Das Web-Interface bietet Web 2.0 in Reinkultur: AJAX wohin das Auge blickt. Einige Dinge sind noch nicht ganz ausgereift, Metaweb schreibt sich das mit der Versionsbezeichung “alpha” gegenwärter aber auch nicht unbedingt auf die Fahnen. Es macht aber Spaß, sich durch die Oberfläche zu hanglen und ist vom ersten Ansatz her durchaus gelungen.

Die Freebase-API und Metaweb Query Language (MQL)

Die API ist über HTTP realisiert. Anfragen werden mit GET-Parametern gestellt, die Rückgabe der Daten folgt per HTTP-Response.

Die Anfragen werden mit Hilfe der “Metaweb Query Language” (MQL) formuliert. Es handelt sich hierbei um eine Abfragesprache, mit welcher die Daten dem Dienst sowohl entlockt als auch in ihm abgespeichert und verändert werden können. Die MQL orientiert sich an der bereits existierenden JSON-Syntax . Somit sollte es für die meisten Web-Entwickler keine große Hürde darstellen, sowohl die MQL-Syntax zu erlernen, als auch die Daten zu verarbeiten.

Vom Aufbau her gestaltet sich eine Anfrage immer so, dass man jene Teile eines Objektes, welche man kennt im Query angibt und jene Teile, die man abfragen möchte mit Platzhaltern versieht. Sendet man nun die Anfrage an den Server, so erhält man exakt den selben Datensatz zurück, jedoch um die fehlenden Daten ergänzt. Der Umstand, dass das Rad nicht neu erfunden wurde, sondern mit JSON auf bereits existierende Syntax aufgebaut wurde und man somit auf unzählige fertige Parser für alle erdenklichen Programmiersprachen zurückgreifen kann ist ein sehr kluger und durchdachter Schritt.

mql query

Der Query Editor - links die Abfrage, rechts das Ergebnis.

Einschränkungen der MQL

Allerdings hat die Sprache einige Einschränkungen: Oder-Bedigungen sind nur über Umwege durchzuführen und auch ausschließende Bedingungen sind nicht auf direktem Wege möglich. Dieser muss der Programmierer selber durchführen. Ein Beispiel: Man möchte alle Länder filtern, die mit “A” beginnen, aber nicht in Asien liegen. Hier muss man zwei Queries ausführen: Zuerst “Finde alle Länder mit A” und anschließend “Finde alle Länder in Asien, die mit A beginnen” um die Elemente des zweiten Queries vom ersten Ergebnis abzuziehen.

Die Metaweb Query Language bietet aber nicht nur lesenden sondern auch schreibenden Zugriff. Das heißt mit Zuhilfenahme der API können Daten auch automatisiert gepflegt und abgeglichen werden. Hier muss es natürlich Mechanismen geben, um die zwei leidigsten Themen des Web 2.0 zu verhindern: Spam und Vandalismus.

Selber experimentieren

Wer jetzt neugierig geworden ist und selber den Dienst ausprobieren möchte, für den dürfte die größte Hürde es darstellen, dass der Dienst derzeit nicht allgemein zugänglich ist. Wer aber eine Einladung ergattert, der kann sich in der Sandbox austoben. Dies ist eien 1:1 Kopie der “echten” Freebase, auf der munter experimentiert werden darf. Diese ist unter http://sandbox.freebase.com/ zu erreichen. Jede Woche werden die Daten dann neu abgeglichen.

Fazit

Die Idee einer solchen Datenbank ist unglaublich faszinierend und ein weiterer Schritt in Richtung umfassende Wissensgesellschaft. Nach der Wikipedia ist Wissen nicht nur mehr überall nachschlagbar, sondern auch jederzeit filterbar. Die Umsetzung durch Metaweb wirkt sehr rund und durchdacht und auch mit der Wahl, die Daten unter der Creative Commons zu lizensieren sind die Weichen für eine positive Entwicklung des Dienstes gestellt.

Letzten Endes ist es jedoch eine Frage die Massen des Webs zu dynamisieren und zu hoffen, dass dieser Dienst gut angenommen wird.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

Plattenkonzern EMI gibt Kopierschutz auf

Andreas Göldi, 2. April 2007 um 12.48 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Nicht schlecht: Nur zwei Monate, nachdem Steve Jobs von der Musikindustrie gefordert hat, den digitalen Kopierschutz (DRM) für online gekaufte Songs aufzugeben, fällt auch schon der erste Plattenkonzern:

EMI gab gerade in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Apple bekannt, in Zukunft auf DRM verzichten zu wollen, zumindest für einen Teil des Katalogs. Im Moment scheint die freie Musik auf Apples iTunes-Store begrenzt zu sein, aber es ist wohl anzunehmen, dass EMI auch weitere Kanäle nutzen wird.

Das ist ein grosser Sieg für Apple und ein Glaubwürdigkeitsbeweis für Steve Jobs, denn nach dem Aufruf im Februar vermuteten viele, dass es sich nur um ein Manöver zur Ablenkung der Apple-kritischen europäischen Wettbewerbsbehörden handeln könnte.

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