Doubleclick-Deal:
Wer setzt Google Grenzen?

Der Kampf um den Onlinemarketing-Spezialisten DoubleClick ist beendet. Google übernimmt den Vermarkter für sagenhafte 3,1 Milliarden US-Dollar. Yahoo und Microsoft, die ebenfalls interessiert waren, gehen leer aus. Nach dem Aufsehen erregenden Kauf von YouTube für 1,6 Milliarden Dollar im Oktober 2006 und einer langen Liste “kleinerer” Übernahmen setzt Google damit noch einen drauf und ist ab sofort auch eine relevante Größe im Vermarktungsgeschäft von Webseiten.

So sinnvoll und eventuell sogar notwendig eine solche Akquise für Google auch war, frage ich mich, ob Googles zunehmende Dominanz in vielen Bereichen des Internets nicht Anlass zur Sorge gibt. DoubleClick bestückt zahlreiche der größten und meistbesuchten Websites weltweit mit Bannern und anderen Werbeelementen. Durch die Übernahme dominiert Google nicht länger NUR das textbasierte Suchmaschinenmarketing, sondern auch die klassische Bannerwerbung. Die Google-Suchmaschine ist weltweit die unangefochtene Nummer eins. Google Mail setzt Standards und gehört zu den führenden E-Mail-Diensten. YouTube ist die größte Videoplattform und wird durch Google Video verstärkt. Weitere relevante Dienste von Google sind die Produktsuchmaschine Froogle, das Blogportal Blogger.com, der Instant Messenger Google Talk und die Fotoplattform Picasa.

Unbestritten liefert uns Google fast ausschließlich praktische, nützliche und allseits beliebte Angebote. Doch monopolistische Tendenzen sind niemals gut, da macht das Internetgeschäft keine Ausnahme. Besonders deutlich wird das im Onlinemarketing, wo die Dominanz eines einzelnen Anbieters langfristig sicherlich nicht vorteilhaft für die Werbepreise ist.

Google entwickelt sich nach und nach zu dem allgegenwärtigen Unternehmen, das Microsoft für viele Computernutzer in den 90er Jahren war – nur jetzt eben in anderen Geschäftsfeldern. Bleibt zu hoffen, dass den Internetverwendern daraus nicht bald Nachteile entstehen. Und das Yahoo, Microsoft und vielleicht auch Unternehmen XY der Dominanz von Google Grenzen setzen können.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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