Social Networks:
Mit bloomstreet & unddu.de wird es richtig eng!

Es war wohl noch nie leichter als heute, Investoren für ein viel versprechendes Internetprojekt zu gewinnen, mediale Präsenz herzustellen (auch Blogs wie diesem sei Dank) und schnelle Bekanntheit zu erlangen. Die Kehrseite der Medaille: Viele versuchen dies. Das sorgt für einen unübersichtlichen Markt mit vielen großen und kleinen Anbietern, die sich gegenseitig ins Gehege kommen.

Davon besonders betroffen sind Social Networks. Abgesehen von den großen US-Diensten wie MySpace (das kürzlich auch eine deutsche Version gestartet hat), Friendster, Yahoo 360° oder Bebo, buhlen auch viele deutsche Plattformen um die Gunst der User. Einige konnten sich bereits fest in der deutschen Web-2.0-Kultur verankern, allen voran StudiVZ mit rund 1,8 Millionen Mitgliedern und mit etwas Abstand die lokalisten (rund 600.000 registrierte Nutzer im Januar 2007). Viele andere Netzwerke sind noch nicht so weit und versuchen, sich gegen die immer übermächtiger erscheinende Konkurrenz der Dank zahlreicher Investoren finanziell gut ausgestatteten Big Player zu behaupten. Als Beispiele seien hier JoinR und 7just7 erwähnt.

Und es wird noch enger! Im März startete bloomstreet. Das noch in der Beta-Version befindliche Social Network aus Berlin möchte eine führende Rolle bei Deutschlands Online-Communities einnehmen. Zu den Investoren gehört mit Bertelsmann ein Schwergewicht im deutschen Medienmarkt, was sicher keine schlechte Ausgangsposition ist. Doch allein davon kommen die User nicht. Nun muss man sich also beweisen. Leicht wird das auch deshalb nicht, weil ab Montag noch eine weitere Internetgröße im Community-Markt mitmischt: Dann startet WEB.DE (zum United Internet Konzern gehörend) sein soziales Netzwerk unddu.de.

Angesichts dieser Entwicklung ist es interessant zu erfahren, wie zufrieden man im Hause bloomstreet mit dem Launch ist und wie man im Kampf um die Nutzer gegen die Konkurrenten bestehen möchte.

Meine Mail mit diversen Fragen wurde prompt von Justus Hug, Director Communications bei der W/RITE MEDIA GmbH – dem Betreiber von bloomstreet – beantwortet. Genaue Angaben zu den Nutzerzahlen möchte er noch nicht machen, doch man sei mit dem bisherigen Start der Community, die momentan rund 60 Prozent des geplanten Funktionsumfangs enthält, sehr zufrieden.

Am Wichtigsten für bloomstreet ist es zurzeit sicher, schnell bekannt zu werden. Allerdings ist man laut Justus Hug hinsichtlich intensiver Marketingmaßnahmen noch in der Vorbereitung. Vermutlich wartet man auf das Feedback der Beta-Tester. Aber für die Zukunft geplant sind ungewöhnliche Below-The-Line (= Marketing abseits klassischer Mediawerbung) und Guerilla-Maßnahmen. Primär sollen besonders kreative und kommunikative Nutzer angesprochen werden.

Doch was möchte man diesen Usern bieten, um sie für bloomstreet zu gewinnen? Justus Hug weist darauf hin, dass bloomstreet “als erstes deutsches Netzwerk nahezu unbegrenzte Möglichkeiten der Integration bestehender Inhalte bietet.” Ein Beispiel: Nutzer können eigene Fotos und Videos von anderen Plattformen, Blogs und RSS-Feeds per Drag & Drop auf dem bloomstreet-Profil positionieren.

Wie auch bei MySpace setzt man viel auf die Macht (und die Popularität) der Musik, möchte allerdings eigene Wege gehen. Künstler präsentieren sich und ihre Songs auf eigenen Seiten. Die Tracks können dann vom User im persönlichen Music-Player eingebunden und auf dem eigenen Profil weiterempfohlen werden. Die Bandpromos werden redaktionell von bloomstreet unterstützt und betreut. Laut Justus Hug entscheidet bei bloomstreet statt der Musikindustrie die Community über den Erfolg der Künstler.

Den Start von unddu.de nimmt man bei bloomstreet ganz locker. Justus Hug erwartet, dass sich die unddu.de-Nutzer anfangs hauptsächlich aus den WEB.DE-Usern zusammensetzen werden. Diese sind durchschnittlich älter als die von bloomstreet anvisierten Anwender zwischen 14- und 29. Aber natürlich werde man sich bei bloomstreet “genau anschauen”, was bei unddu.de passiert.

Es wird spannend im Kampf um die besten Plätze in Deutschlands Social-Network-Elite!

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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2 Kommentare

  1. Nico
    schrieb am 25. April 2007 um 17:56 Uhr (#)

    Online ist es ja inzwischen, das groß angepriesene und gespannt erwartete unddu.

    Wenn es mal nicht gerade mit ewige Wartezeiten aufwartet oder sich weigert, meine Widgets ein zu binden, steht es myspace in nichts nach. Nicht besser, nicht schlechter, anders eben.

    Allerdings halte ich die Ankündigung von M.G., das sei DIE Lösung für Communities, Vereine und Familien für ein wenig zu hoch gegriffen.

    Da braucht es etwas solideres, einen Internetauftritt ersetzt damit niemand.

    Letzte Woche ist isiport.de mit einem ähnlichen Portfolio an den Start gegangen. Hat das schon wer getestet? Bin gerade selber noch am bauen…

  2. Schreibt hier auf dem Blog Martin
    schrieb am 26. April 2007 um 08:15 Uhr (#)

    Hi Nico. Danke für Deinen Beitrag. Siehe auch hier: http://zweinull.cc/unddud…online-erstes-fazit/

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