Social Spamming

Michael Osl, 10. April 2007 18:43 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Social Bookmarking Portale gewinnen zusehends an Bedeutung. Eine Platzierung auf der Startseite von Digg zum Beispiel ist dazu in der Lage, auf einen Schlag die Besucherzahlen einer Webseite enorm in die Höhe zu treiben. Auch wenn viele Server ob des Ansturmes dann recht schnell in die Knie gehen, der Andrang nur von kurzer Dauer ist und die web-affinen Benutzer eher nicht dazu tendieren, auf Anzeigen zu klicken, so erhält man doch meist eine große Anzahl von natürlichen Verlinkungen und Bekanntheit unter anderen Bloggern - der wahren Währung des Web 2.0.

Denn wer über Linkpopularität und Traffic verfügt, für den ist es dank Textlinks und AdSense ein leichtes, den Besucheransturm wieder zu Geld zu machen. Kein Wunder also, dass so mancher sich einen kommerziellen Nutzen davon verspricht, wenn er in Social Bookmarking Diensten prominent platziert ist. So startete kürzlich ein Dienst, der User dafür bezahlt, wenn diese auf digg.com ihre Stimme für eine Webseite abgeben oder kurz “diggen”, wie es in deren Jargon heißt. Dass dies in den Nutzungsbedingungen von Digg.com klar untersagt wird, braucht kaum extra erwähnt zu werden.

Was im ersten Moment wie eine Bedrohung für Social Bookmarking Portale wirkt, entpuppt sich bei näherer Betrachtung aber nur als ein äußerst kurzsichtiges Konstrukt: Erstens fällt es auf, wenn es ein qualitativ minderwertiger Beitrag plötzlich auf die Digg-Startseite schafft. Und selbst wenn er dort ist, wird er nicht von anderen Blogs verlinkt werden und ist durch Voting Funktionen schnell zu entlarven. Zweitens kann es nicht gut gehen, wenn plötzlich 100 Anbieter versprechen, einen Link auf die Startseite von Digg zu hieven. Der Preis würde recht bald in so astronomische Höhen schnellen, die klassische Angebote wie Google AdWords recht schnell wieder konkurrenzfähig erscheinen lassen.

Um seiner Webseite Popularität zu verschaffen stellt diese Art des “Marketings” also, gelinde gesagt, keine besonders kluge Masche dar. So bleibt nur zu Hoffen, dass dieses ganze Geschäftsmodell genauso schnell wieder in der Versenkung verschwindet, wie es aufgetaucht ist.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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