StudiVZ:
Schluss mit werbefrei!
Mitte März wurden bei StudiVZ die AGBs geändert. Zum einen mit dem Zweck, harte Strafen für Hacker oder sonstige Spitzbuben anzudrohen, die Deutschlands größter Studentencommunity Schaden zufügen wollen. Und zum anderen, um schriftlich festzuhalten, dass auch die Betreiber von StudiVZ sowie die dahinter stehende Verlagsgruppe Holtzbrinck irgendwann Geld mit der Plattform verdienen und Anzeigen einblenden möchte.
Knapp drei Wochen später ist es auch schon so weit. Seit heute wird die Startseite sowie auch der Mitgliederbereich am rechten Rand von einem Skyscraper-Banner verziert. Zu den bisher gesichteten Werbungtreibenden gehören die comdirect bank (mit einem für StudiVZ gebrandeten Banner) sowie die Twentieth Century Fox of Germany GmbH mit aktueller Kinowerbung. Doch das ist nicht alles: Auch wer einem StudiVZ-Kommilitonen eine Nachricht schreibt, bekommt anschließend eine rund 250×250 große Werbebox zu Gesicht, die derzeit für die Postbank SparCard, das Wirtschaftsmagazin brand eins im Probeabo sowie einen Versicherungsvergleich wirbt.

Das auch StudiVZ kein gemeinnütziges Angebot ist und irgendwann Geld verdienen muss, daran gibt es nichts auszusetzen. Verwunderlich ist nur, dass man mit so einem Paukenschlag loslegt. Davon abgesehen, dass die Anzeigen das optisch ohnehin wenig attraktive Portal nicht gerade verschönern, so sollte es bei bald 2 Millionen registrierten Usern doch subtilere, kreativere Methoden geben, Unternehmensbotschaften zu übermitteln. In Form von Gewinnspielen oder anderen Mitmachaktionen zum Beispiel, die den Studis möglicherweise sogar Spaß machen. Oder einem lustigen, einfallsreichen Videospot im Mitgliederbereich.
Die Macher von StudiVZ zeigen bei diesem für jeden User unübersehbaren Schritt nicht gerade Feingefühl. Es bleibt abzuwarten, wie die Community reagiert!
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.
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2 Kommentare zu diesem Artikel
1 Trackback
- zweinull.cc » Blog Archiv » Studie: Franzosen bloggen, Deutsche zocken und mögen keine Werbung
(5. April 2007 10:27)
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rolf
so ein unsinn… man kann doch nicht alle werbeeinnahmen nur mit gewinnspielen und events machen, was allein die organisation schon für ein aufwand wäre… also im moment lässt sich nur sagen: weniger werbung geht nicht ;) ich fürchte aber dass da noch einiges kommt
Martin
Hi Rolf. Danke für Deinen Kommentar. Ich denke schon, dass man die StudiVZ-Mitglieder mit erwähnten Maßnahmen vorsichtig an das Thema Werbung heranführen kann und sollte. Außerdem sind das nur Beispiele gewesen. Die Kreativarbeit möchte ich StudiVZ nicht anbehmen :) Dennoch: Für den Anfang ist meines Erachtens nach eine gewisse Sensibilität und vorsichtiges Experimentieren sinnvoll.