Videoportale weiterhin beliebt bei Investoren

Videoportale sind offenbar trotz der stetig steigenden Zahl von sich ähnelnden Angeboten weiterhin interessant für Investoren. Aktuellster Beleg dafür ist die heute bekannt gewordene Übernahme von rund 20 Prozent der Anteile der Video- und Fotoplattform sevenload durch Hubert Burda Media, einem der größten deutschen Verlags- und Medienkonzerne (u.a. RTL2, Focus, Playboy).

Sevenload, welches die beliebten Funktionen von YouTube und der Foto-Community Flickr auf einer Plattform vereint, ist damit die dritte deutsche Videoseite, bei der ganz oder teilweise klassische Medienkonzerne die Fäden ziehen. Bereits im vergangenen Jahr übernahm die Pro7Sat1 Media AG MyVideo und füttert es seitdem fleißig mit Inhalten aus den hauseigenen TV-Sendern.

Auch bei Bertelsmann erkannte man die Notwendigkeit, den verfügbaren Content nicht mehr ausschließlich über RTL, Vox & Co zu verbreiten, sondern sich auch des Internets als Distributionskanal zu bedienen. Im August 2006 gründete man daher Clipfish. Laut Unternehmensangaben sind bereits 250.000 Nutzer registriert, 6,5 Millionen Videos werden täglich abgerufen.

Auch Hubert Burda möchte offensichtlich von der prognostizierten Umschichtung der Werbebudgets weg vom klassischen TV hin ins Internet profitieren. Nachvollziehbar sind die Aktivitäten, lassen sich mit der Platzierung von Werbespots vor oder während Online-Videoclips Zielgruppen viel differenzierter ansprechen und damit Streuverluste minimieren. Außerdem ermöglicht ein Onlinespot im Vergleich zum herkömmlichen 30-Sekünder auf RTL oder Sat 1 dank direktem Feedback in Form von Klickraten, Impressions, Verkäufen, Newsletter-Anmeldungen etc. bessere Möglichkeiten zur Werbeerfolgskontrolle.

Bevor sevenload und andere Videoportale dem klassischen TV signifikante Teile des Werbekuchens abjagen können, müssen die Nutzerzahlen aber noch erheblich ansteigen. Wenn ein Clip bei YouTube, der erfolgreichsten aller Video-Communities, eine Million mal angeschaut wurde, ist das dort außergewöhnlich viel. Im Vergleich mit den Top-Quoten der großen TV-Sender wirkt eine solche Zahl jedoch eher geringfügig.

Für kleinere Werbebudgets oder sehr zielgruppenspezifische Kampagnen eigenen sich die führenden Videoportale jedoch heute schon. Zu erwarten ist, dass mit dem Einstieg anderer großer Mediengiganten in das Segment (gerade angekündigt: News Corp. und NBC Universal) die Popularität des Typus “Videoseite” weiter steigen wird. Vermutlich wird sich der Angebotsschwerpunkt vieler Anbieter dann verstärkt vom 2-Minuten Handyclip zu kompletten Serien und Filmen verlagern. DANN wird Werbung in Onlinevideos auch für große Player richtig attraktiv.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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