Werbetexte bei Blick Online?
Zugegeben: Für jeden Anbieter von Inhalten, der sich mit Werbung finanziert, ist es ein schwieriges Spiel, den Lesern einerseits eine von Produktinteressen unverfälschte Berichterstattung zu liefern und andererseits auf die Bedürfnisse der Werbekunden einzugehen.
Bei Blick Online sind in der letzten Woche zwei Beiträge drin, bei denen ich mir nicht sicher sind, was sie sind – Werbung oder Inhalt. Oder eher “Werbung und Inhalt”.
Am 13.03.2007: Schweizer sind zu scharf auf Coop-Messer
ZÜRICH – Das Besteck der «Edel & Stahl Trophy» von Coop ging weg wie warme Weggli. Jetzt wurde eine Hotline eingerichtet. Die Lieferungen verzögern sich bis Juni.
Am 16.03.2007: Sexy Mode, sexy Models
ZÜRICH – Dreifach Heiss: Beldona zeigte gestern, was man dieses Jahr am Strand oder drunter trägt. Schweizer Top-Models und Missen zeigten vieeel Haut. Und Blick Online zeigt Ihnen die Promis an der «Fashion Night».
Die beiden Artikel könnten Berichterstattungen sein über sehr normale Ereignisse wie eine Modenschau oder Lieferschwierigkeiten. Wiederum würde ein nicht von der Redaktion, sondern von einer PR-Firma geschriebener Text nicht viel anders aussehen. Die müssten dann aber als Publireportage gekennzeichnet werden, was nicht der Fall ist.
Interessant dabei wäre nur die Information, ob Geld geflossen ist. Wenn nicht, dann sind es Informationen für die konsumorientierte Leserschaft. Wenn doch, dann sind es undeklarierte Werbetexte.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.





















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Als Insider kann ich versichern, dass bei diesen beiden Texten KEIN Geld geflossen ist.
Man muss dazu allerdings wissen, dass dass Ringier und Coop bei der Marke “Betty Bossi” eng liiert sind. Beide halten je 50% an diesem lukrativen Geschäftszweig (Kochbücher, -sendungen, Direktvertrieb von Küchenutensilien etc.) Es muss daher gar kein Geld fliessen für solche als Journalismus getarnten Werbetexte. Man ist sich halt einfach gefällig. Man wird in Ringier-Blättern auch kaum je einen negativen Text über Coop lesen, dafür jede Menge beweihräuchernder Portraits und Interviews über und mit Coop-CEO Loosli. Wie halt das Leben so spielt, wenn Journalisten nicht mehr spüren, wo die Grenzen zwischen PR und Journalismus liegen. Ahenliches gilt übrigens für andere Medien auch. Coop und Migros gehören zu den grössten Anzeigenkunden überhaupt. Mit beiden legt sich niemand an. Ein Blick ins Archiv, zeigt, was ich meine.