Das Problem mit dem User Generated Content

Martin Weigert, 16. März 2007 19:22 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Alle lieben User Generated Content. Die Nutzer, die auf diesem Weg an lustige Videos, unterhaltsame Blogs und informative Rezensionen kommen. Die Unternehmen, die immer mehr Möglichkeiten für die Website-Besucher schaffen, um in irgendeiner Form eigene Inhalte zu posten. Und natürlich auch die Medien, die jeden Tag darüber schreiben.

Doch schlecht ist es, wenn alle User Generated Content haben wollen, aber niemand da ist, der ihn generiert. Für die Big Player wie YouTube, Wikipedia und andere etablierte Anbieter ist dies zwar kein Thema, mit dem sie sich beschäftigen müssen. Doch für manch ein kleineres Webangebot, das nun “auch endlich beim Web 2.0 dabei sein möchte”, stellt es sich komplizierter dar, die Nutzer zum Schreiben, Posten und Hochladen von Inhalten zu animieren.

Handelsblatt.com veröffentlichte heute die zusammenfassenden Ergebnisse einer Umfrage unter den Lesern der eigenen Website und denen von WiWo.de, dem Onlineangebot der WirtschaftsWoche. Klares Ergebnis: Produktbewertungen, Rezensionen und andere Kauftipps werden von mehr als 80 Prozent der User gern genutzt. Doch weniger als die Hälfte der Befragten ist bereit, selbst mit der eigenen Meinung oder Erfahrung beizutragen.

Der Handelsblatt.com-Artikel zitiert “Peter Wiedekamm”, den Vorstand des Institutes Novomind, welches hinter der Umfrage steht: «Es ist nunmal so, dass nur eine Minderheit bereit ist, Zeit und Mühe zu investieren, ohne dafür einen direkten Mehrwert zu bekommen«.

Erfolgreiche Sites haben gezeigt, dass User Generated Content durchaus funktionieren kann, und dass damit Millionen Nutzer zum Mitmachen angeregt werden können. Das heißt aber nicht, dass es ein Selbstläufer ist.

Der Nutzer möchte zumeist einen (attraktiven) Mehrwert. Bei Youtube und Wikipedia ist dies aufgrund der Größe und Bekanntheit der Community hauptsächlich Credibility. Weniger bedeutende Sites ohne eine spezialisierte Zielgruppe müssen jedoch mehr bieten, um Nutzer zu binden und nachhaltig zum generieren von Content zu bewegen. Denn wenn es dann erst einmal angelaufen ist und Paul, Lisa und Anton bereits dabei sind, fangen Netzwerkeffekte an zu wirken. Dann möchten auch Sarah, Marcus und Max Mustermann mitmachen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog zweinull.cc veröffentlicht. Im Mai 2008 wurden zweinull.cc und netzwertig.com zusammengeführt.

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