Was treiben eigentlich “Digital Natives” im Internet?

Sie sind Gegenstand vieler aktueller Businesspläne und Objekt der Begierde in der Werbebranche: Die “Digital Natives“, die nach 1980 geborene junge Zielgruppe, die sich nicht mehr an eine Zeit ohne Handy und Internet erinnern kann. Darum verhält sich diese Altersgruppe auch (angeblich) in ihrem Medienkonsum ganz anders als die älteren demographischen Segmente und ist darum Gegenstand vieler Spekulationen.

Eine neue Studie von “Youth Trends” (abrufbar bei eMarketer.com) hat nun untersucht, welche Websites junge Amerikaner zwischen 17 und 25 Jahren bevorzugt besuchen.

Die weitaus dominierende Website bei jungen Frauen wie Männern ist das studentenorientierte Social Network Facebook, dessen deutsche Kopie

kaywa.com/p338.html”>StudiVZ neulich vom Holtzbrinck-Verlag gekauft wurde. Kein Wunder, an amerikanischen Colleges und Highschools ist Facebook schon längst absolute Pflicht und Voraussetzung für jegliche Form sozialer Aktivität. Messages per Facebook haben für viele längst die e-Mail als Kommunikationsmittel ersetzt.

Der einstige Networking-König MySpace hingegen rutscht ab: Nur Platz zwei bei den Frauen und ein abgeschlagener Platz 6 bei den Männern. Das illustriert einmal mehr, wie vergänglich der Erfolg im Social-Networking-Markt sein kann. Vor noch knapp einem Jahr war MySpace klar führend.

Der Rest ist fast schon peinlich klischeehaft: Neben den üblichen Verdächtigen YouTube, Yahoo und Google besuchen junge Frauen am liebsten Klatsch-Sites wie “Pink ist the new Blog”, junge Männer schauen sich lieber Sportseiten wie ESPN an. Die Frauen sind etwas intellektueller und zählen die New York Times zu den Top 10, während die Männer wissbegierig häufig Wikipedia konsultieren. Mit anderen Worten: So gigantisch ist der Unterschied zwischen “Digital Natives” und normalsterblichen älteren Usern wohl doch nicht.

Ob Facebook seine führende Rolle bei der jungen Zielgruppe auch in finanziellen Erfolg umsetzen kann, ist nicht so klar. Eine durchgesickerte interne Schätzung von Facebook spricht von einem Werbeumsatz von $172 Mio. für 2007, und laut vieler Beobachter sollte das auch ungefähr zu schaffen sein. Klingt nach viel, aber nur so zum Vergleich: So viel Werbeumsatz macht Google in knapp einer Woche. Manche in der Werbebranche sind Facebook gegenüber auch sehr kritisch eingestellt. Angeblich hat Facebook miserable Click-Through-Raten, was in Kombination mit der natürlich wenig zahlungskräftigen Zielgruppe die Attraktivität als Werbemedium dramatisch reduziert.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.