Warren Buffett:
Ade, Du gute alte Zeitungs-Zeit

Andreas Göldi, 8. März 2007 14:03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Dass Warren Buffett ein ausgesprochen kompetenter Investor mit einem exzellenten Sinn für wirtschaftliche Trends ist, braucht man wohl kaum gross auszuführen. Sonst wäre er kaum der zweitreichste Mann der Welt.

Wenn so jemand plötzlich seine Einstellung einer ganzen Branche gegenüber ändert, lässt das aufhorchen. Erst recht dann, wenn er selber massgebliche Beteiligungen in dieser Branche hält. Und Buffett tut genau das mit der Zeitungsbranche.

In seinem legendären jährlichen “Chairman’s Letter” schreibt der Mitbesitzer von Washington Post und Buffalo News:

“When Charlie [Munger] and I were young, the newspaper business was as easy a way to make huge returns as existed in America. As one not-too-bright publisher famously said, ‘I owe my fortune to two great American institutions: monopoly and nepotism.’ No paper in a one-paper city, however bad the product or however inept the management, could avoid gushing profits.

The industry’s staggering returns could be simply explained. For most of the 20th Century, newspapers were the primary source of information for the American public. Whether the subject was sports, finance, or politics, newspapers reigned supreme. Just as important, their ads were the easiest way to find job opportunities or to learn the price of groceries at your town’s supermarkets.

[...]

Now, however, almost all newspaper owners realize that they are constantly losing ground in the battle for eyeballs. Simply put, if cable and satellite broadcasting, as well as the internet, had come along first, newspapers as we know them probably would never have existed.”

Autsch.

Buffett geht davon aus, dass in Zukunft mehr und mehr Zeitungsunternehmen von “Non-economic Buyers” gekauft werden, also von Leuten, die eine Zeitung nicht aus ökonomischen Gründen, sondern zwecks Steigerung der eigenen Prominenz besitzen wollen. In Amerika passiert schon seit langer Zeit das gleiche mit Sportteams: Weil die meisten Basketball-, Football- und Baseballvereine aus eigener Kraft nicht überleben können, sind sie zum teuren Hobby reicher Leute geworden.

(via Medienspiegel)

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