Rupert Murdoch über die Zukunft der Medien

Rupert Murdoch Wired

Die Vanity Fair hat nicht nur schlechte Beiträge. Aber findet man mal einen interessanten, dann findet man dann auch bald heraus, dass der gar nicht selbst gemacht ist. So geschehen in der Vanity Fair 09/07 auf Seite 101, wo unter dem Titel “Grauer Revolutionär” Medienmogul Rupert Murdoch portraitiert wird. Online gibt es den Text nicht (ist ja klar, das Portal wird ja erst am 05.04.2007 eröffnet). Online gibt es nur den Originalartikel. Bei wired.com, veröffentlicht im Juli 2006.

Das wird natürlich nirgends erwähnt. Wieso auch, die Vanity Fair ist, ganz egal was sie macht, einfach supi. Wer daran zweifelt, kann sich bei den Leserbriefen davon überzeugen. Von insgesamt 19 abgedruckten Leserbriefen (Ausgabe 09/07) sind 1 tendenziell negativ, 1 tendenziell neutral und sage und schreibe 17 tendenziell positiv. Als tendenziell positiv haben wir Aussagen wie “dass mich ein Artikel derart berührt, dass mir Tränen über die Wangen laufen, das passiert äusserst selten” oder “natürlich bleibe ich VANITY FAIR gewogen, wo denken Sie hin?” gewertet. Erfunden sind die ja bestimmt nicht.

Grauer RevolutionärDer Text über Murdoch ist aber trotzdem lesenswert. Wer ihn nicht im Original lesen möchte, der kann in der VF ein paar auf deutsch übersetzte Zitate lesen, die es in sich haben – besonders für alle Verleger, Herausgeber und Journalisten. Rupert Murdoch sagt:

Mit der technologischen Entwicklung entgleitet dem Medienestablishment, den Herausgebern und Verlegern, die Macht. Jetzt ist es am Volk, die Kontrolle zu übernehmen.

Um etwas Vergleichbares wie die Entwicklung des Internets zu finden, muss man schon bis zur Erfindung des Buchdrucks zurückgehen. Sie war die Geburtsstunde der Massenmedien. Und die wiederum waren die wahre Ursache für den Untergang der alten Ordnung mit ihren Königen und Aristokraten.

Mit dem Internet beginnt das goldene Zeitalter der Medien.

Zeitungen können zwar auch online Geld verdienen. Aber das reicht nicht, um die Verluste zu ersetzen, die durch das Internet entstehen. Es ist eine harte Konkurrenz: neu und billig. Deshalb müssen wir umdenken. Es geht nicht mehr um Zeitungen, sondern um journalistische Unternehmungen.

Uns ist es schon immer darum gegangen, den Menschen Angebote zu machen. Eine Milliarde durchsucht das Netz nach Nachrichten, Sport und Unterhaltung. Eine weitere Milliarde kommt durch Mobiltelefone hinzu. Und zwei Milliarden harren in Lauerstellung. Das sind verdammt viele Menschen, die sich bald entscheiden werden.

Wenn wir von MySpace lernen wollen, werden wir uns fragen müssen, inwieweit sich etwas Zeitungen demokratisieren lassen. Was das für unsere Sport- und Nachrichtenberichterstattung bedeutet? Ich weiss es so wenig wie jeder andere. Doch wir finden es schon heraus.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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