Windows-Vista-Launch: War da was? » netzwertig.com

neuerdings.com medienlese.com imgriff.com fokussiert.com netzwertig.com fraulich.com

Windows-Vista-Launch: War da was?

Von Andreas Göldi am 31. Januar 2007 um 08:58 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Analysen

Seit vorgestern ist jetzt also Windows Vista auf dem Markt. Und wenn Microsoft nicht $500 Mio. für die Marketingkampagne ausgegeben hätte, wäre das in der Öffentlichkeit wohl kaum der Rede wert. Obwohl das neue OS zumindest in allen Medienkanälen mal erwähnt wurde (was durchaus gerechtfertigt ist, schliesslich geht es um ein Produkt, mit dessen Vorgänger ein grosser Teil der Bevölkerung den Arbeitstag verbringt), ist dieser eigentlich lang erwartete Release doch verblüffend unaufgeregt zur Kenntnis genommen worden.

Kein Vergleich mit dem Launch von Windows 95 vor 12 Jahren. Da bildeten sich noch lange Schlangen vor den Computerläden, weil jeder der erste sein wollte, der das damals ziemlich revolutionäre neue Betriebssystem ausprobieren konnte.

Und das Produkt war dann auch sehr überzeugend, für die damalige Zeit. Ein innovatives User Interface, eine grundlegend stabilere Systemstruktur und tonnenweise tolle Features, das kriegte man damals mit dem neuen Release.

Was für ein Kontrast zu heute: Keine Schlangen vor den Läden. Niemand kann genau sagen, was an Vista so toll und neu sein soll (am ehesten noch die Sicherheit, aber das ist ja nun eher Pflicht als Kür). Die Testberichte sind sehr zurückhaltend und empfehlen teilweise sehr offen, mit einem Upgrade zu warten.

Als ob die technische Enttäuschung nicht reichen würde, fragt sich wirklich, was für ein Teufel Microsoft bei einigen der geschäftlichen Entscheidungen rund um Vista geritten hat. Sind diese exorbitanten Preise wirklich ernst gemeint? Warum verwirrt man den Markt hoffnungslos mit acht verschiedenen Produktversionen? In der billigsten ist nicht mal ein grundlegendes Feature wie das Abspielen von DVDs enthalten. Zudem ist es offenbar nicht möglich, den Vista-Upgrade auf einer frisch formatierten Harddisk zu installieren. Erstmal muss eine ältere Windows-Variante drauf. Jeder erstzunehmende IT-Profi wird einem raten, für ein neues OS einen “Clean Install” durchzuführen, also die Maschine ganz neu aufzusetzen. Aber Microsoft verunmöglicht das mit dieser absurden Politik. Und die Werbekampagne ist sicher wahnsinnig teuer und unglaublich kreativ, aber leider versteht sie keiner.

Ich werde das Gefühl nicht ganz los, dass wir hier Zeuge des Endes einer Ära werden. Eine Firma, die den Bezug zum User und zu einem realistischen Preis-Leistungs-Verhältnis dermassen verloren hat wie Microsoft, wird wohl kaum die nächste Welle der Computergeschichte dominieren. IBM lässt grüssen.

Und was soll man nun als User nun tun? Dieser Comic hier sagt es wohl besser als der längste Kommentar.


ANZEIGE

Vorheriger / nächster Artikel

<< Ein Halleluja auf inoffizielle Mobilfunk-Produkte Amerikanische Printmedien: Durchhalteparolen für $75 Mio. >>



Einen Kommentar schreiben

Hinweis: Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.

Über netzwertig.com

Wir beobachten und analysieren Neuigkeiten und Trends der Internetwirtschaft.

Die Autoren

Gastautoren

Abonnieren

(RSS-Feed, was ist das?)

Artikel 1x täglich per Mail:

E-Mail-Adresse eingeben:


Unsere Blogs

Über Blogwerk