Schreck Internet

Dass das Internet eine Seuche ist, wissen wir dank Stefan Kornelius. Dank Anette Dowideit (“der iPod von Apple kann keine mp3-Dateien abspielen“) wissen wir nun auch noch, dass es Umsätze vernichtet.

Richtig, die Umsätze der Zeitungsindustrie. Aber ganz weg sind die nicht. Sie sind nur kleiner geworden und wurden von anderen gemacht. Hätte die Zeitungsindustrie früh genug daran gedacht, hätte sie diese Umsätze auch machen können. Andere haben das gemacht, steht da:

Weil Craigslist so erfolgreich ist, haben Konzerne wie Google inzwischen eigene Anzeigenportale gestartet.

Auch wenn es einige Zahlen aus Deutschland im Text hat, ist er mit “US-Medien” übertitelt, wie auch der Nachbarartikel mit “US-Zeitungsmarkt”. Dort steht im Lead:

Superreiche Unternehmer in den USA schicken sich an, die Zeitungen ihrer Heimatstädte zu kaufen. Die Amerikaner rätseln, was sie damit eigentlich wollen. Denn die Branche befindet sich im Abwärtsstrudel.

Dabei bin ich mir fast sicher, dass auch in zwanzig Jahren noch Menschen täglich oder wenigstens am Wochenende gemütlich am Frühstückstisch beschriebenes Papier in der Hand halten möchten. Aber Abwärtsstrudel stimmt natürlich, denn je mehr Menschen das Internet entdecken, desto mehr Abo-Kündigungen wird es geben.

Wer schreibt den ersten Abwärtsstrudeltext über die hiesigen Druckprodukte? Könnte man vielleicht einen Amerikaner dazu bewegen, die Situation im fernen Deutschland zu beschreiben?

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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