SP-Experten beim Blick

Der Blick rechnet heute auf Seite 3 aus, was passieren würde, wenn ein FDP-Vorschlag, die Bundessteuer abzuschaffen, umgesetzt würde. Es kommt heraus, dass die tiefen Einkommen dabei verlieren würden. So weit, so gut. Wenn der kleine Mann verliert, kann das eine grosse Boulevardzeitung nicht kalt lassen.

Nur rechnet das der Blick nicht selbst aus, sondern lässt das ausrechnen. Und zwar von SP-Steuerexperte Matthias Manz. So steht es jedenfalls im Blick. Journalist Simon Spengler schreibt:

Für BLICK hat SP-Steuerexperte Matthias Manz nachgerechnet, was das konkret für verschiedene Einkommensklassen bedeutet.

Richtig, denn sieht man sich die Medienmitteilungen der SP Schweiz an, dann findet man dort fast den ganzen Artikel wieder.

Wer nun meint, wenigstens die Grafik zum Beitrag sei von der Zeitung selbst erstellt, sieht sich getäuscht. Sie ist von der SP-Homepage und nur leicht modifiziert. Zum Vergleich beide Grafiken:

IMG 2068

Quelle: Blick vom 23.01.2007

Bundessteuer MWSt SP

Quelle: Medienmitteilung sp-ps.ch, 23.01.2007

Wer das Kleingedruckte nicht genau liest, könnte auch meinen, der Vorschlag für eine Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 14% sei ein Vorschlag der FDP. Dem ist aber nicht so: Die Partei hat sich zwar vor ein paar Tagen in Genf für eine Abschaffung der Bundessteuer ausgesprochen, was mit Mitteln wie einer Erhöhung der Mehrwertsteuer ausgeglichen werden könnte. Der von Blick und SP angenommene neue MWSt-Satz von 14 Prozent (bisher generell 7.6%) stammt aber nicht von der FDP, sondern aus einer Hochrechnung aus dem Jahr 2005. Der Blick schreibt:

Die Mehrbelastung der durchschnittlichen Haushalte bei einer Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 14 Prozent beruht auf einer Hochrechnung der Botschaft des Bundesrates zur IV-Zusatzfinanzierung vom 22. Juni 2005. Damals hatte der Bundesrat die Auswirkungen einer Mehrwertsteuererhöhung für verschiedene Einkommensklassen berechnen lassen.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Printartikel online weiterempfehlen: Paperboy erkennt über  180 Zeitungen aus D-A-CH

10.10.2011, 4 KommentarePrintartikel online weiterempfehlen:
Paperboy erkennt über 180 Zeitungen aus D-A-CH

Mit Paperboy können Inhalte aus den Print-Versionen von Tageszeitungen per Smartphone in hochaufgelöster digitaler Form weiterempfohlen werden. Jetzt expandiert der Dienst aus Zürich in D-A-CH und weltweit.

Paper Pile: Applikation macht aus  RSS-Feeds eine iPad-Zeitung

26.5.2010, 15 KommentarePaper Pile:
Applikation macht aus RSS-Feeds eine iPad-Zeitung

Nicht jeder mag die Listendarstellung herkömmlicher RSS-Reader. Die iPad-Anwendung Paper Pile stellt beliebige Feeds im Format einer traditionellen Zeitung dar.

Fusion in der Schweiz: Tamedia übernimmt Edipresse

3.3.2009, 3 KommentareFusion in der Schweiz:
Tamedia übernimmt Edipresse

Die Verlage Edipresse und Tamedia führen ihre Schweizer Geschäfte zusammen, bis zum Jahr 2013 soll die Fusion komplett sein. Internationale Aktivitäten der Edipresse sind ausgeschlossen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.