Weissbergs Erkenntnisse

Heute-Chefredaktor Bernhard Weissberg weilt in den USA – und plaudert Geheimnisse aus.

Die globalisierte Welt ist klein. Und die Klimaerwärmung ist global. Das ist die grossartige Erkenntnis von “heute”-Chefredaktor Bernhard Weissberg anlässlich einer USA-Reise. In seinem Beitrag von Welt auf dem “Heute”-Blog erfahren wir, dass Herr Weissberg in Chicago weilt, mit dem Immigration-Officer geplaudert hat, von einer Limo abgeholt wurde (oha!) und Lara, Kalle und Mauro kennengelernt hat.

Eigentlich handelt es sich ja um eine Studienreise des Weltverbands der Zeitungen über “Trends bei Zeitungen und im Internet”. Aber über diesen Kram wird ja schon soooo viel geschrieben.

Da sind Flughafenerlebnisse weit spannender. Dabei müsste Herr Weissberg für gewinnbringende Erkenntnisse “bei Zeitungen und im Internet” gar nicht so weit reisen. Eine Tramfahrt zur Konkurrenz am Stauffacher oder einfach nur ein Blick ins Blättchen ergäbe zweckdienliche Hinweise. 20 Minuten sucht originelle Gratisblogger im Publikum.

Vielleicht sollte “heute” das auch tun.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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11 Kommentare

  1. schrieb am 28. November 2006 um 08:58 Uhr (#)

    gilt das jetzt als bewerbung, peter?

  2. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 28. November 2006 um 09:04 Uhr (#)

    Nein, den geben wir nicht her!

  3. ms
    schrieb am 16. August 2007 um 18:00 Uhr (#)

    Nun kann Weissberg seine Erkenntnisse auch noch beim “Blick” umsetzen … FAM-Treue lohnt sich offensichtlich bei Ringier immer noch, da fällt ein Misserfolg wie “Heute” nicht weiter ins Gewicht! :->

  4. Jean-Claude
    schrieb am 17. August 2007 um 18:46 Uhr (#)

    Bemerkenswert ist es schon, dass ein so grosser Verlag wie Ringier fünf Monate Bedenkzeit brauchte für eine solche Personalie. Sensationell ist das ja nicht gerade, dass Weissberg neuer Blick-Chef wird. Steckt vielleicht hinter seiner “Farblosigkeit” (schreibt die NZZ heute) etwas, was uns bisher allen verborgen blieb: Drive, Sachkunde, Angriffslust oder sonst irgendetwas Originelles, Markantes, Bemerkenswertes? Oder wollte einfach niemand anders den Job? Man könnte es verstehen.

  5. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 17. August 2007 um 20:15 Uhr (#)

    @Jean-Claude: Ist es nicht bedenklich, wenn niemand Chefredaktor der grössten Schweizer Boulevard-Bezahl-Zeitung werden will? Sowas müsste doch ein Traumjob sein, um den sich die Leute reissen. Wahrscheinlich nimmt man zurecht an, dass bei der jetztigen Führungszusammensetzung gar nicht viel zu bewegen ist. Nach fünf Monaten Wartezeit den Meistgehandelten zu wählen, ist schon etwas fad. Man kann Weissberg nur wünschen, dass er umsetzen kann, was er sich vorstellt. Ohne Mut wird sich der Blick weiter in seiner Abwärtsspirale drehen.

    Weissberg selbst schreibt:

    Am 1. November übernehme ich die Chefredaktion vom Blick. Das ist eine ganz andere Zeitung. Wirklich? Ich bin mir gar nicht so sicher. Neugierde ist der Kern allen Schaffens. Jede Zeitung braucht Ideen. Und Spass dabei sollen alle haben, Leser und Journalisten. Also, etwas vom ?heute?-Groove möchte ich schon mitnehmen, wenn ich mit der dortigen Crew zu arbeiten beginne.

    Wurde an der Pressekonferenz auch was zu Blick Online gesagt? Ist diese Abteilung weiterhin führungslos?

  6. Jean-Claude
    schrieb am 18. August 2007 um 10:58 Uhr (#)

    @ Ronnie: Was online bei Blick passiert, hängt davon ab, was mit dem Blick überhaupt passiert. Man hat den Eindruck, die sind regelrecht paralysiert. Im November “vielleicht aber auch Anfang 2008″ (Michael Ringier) soll das neue Konzept stehen. Wenn man so lang dafür braucht, verspricht das nicht gerade den “Groove”, von dem Herr Weissberg schwärmt. Er scheint immer irendwie zu schwärmen. Und wer soll es umsetzen? Eine angegraute, eher lustlose Mannschaft? Muss man sich mal vorstellen: Der finanziell am höchsten dotierte und sicher einer der – bisher – einflussreichsten Journalistenjobs der Schweiz kann nach fünf Monaten Suche nur gerade mit jemandem besetzt werden, der halt schon immer da war und mal hier und mal da eingesetzt wurde, wo es grad eben eine Lücke gab. Um so einen Posten müsste es normalerweise einen harten Ausscheidungskampf geben. Der Hintergrund ist ebenso seltsam : Die Entscheidungen muss einer treffen – der CEO von Ringier Schweiz – der sich ausbedungen hat, allerhöchstens ein Jahr auf diesem Posten ausharren zu müssen. Auch er hat den Job nur angenommen, weil niemand anders da war und man ihn heftig dazu gedrängt hat. Was sind denn das für Zustände im grössten Medienhaus der Schweiz? Kann man das noch ernst nehmen?

  7. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 18. August 2007 um 11:33 Uhr (#)

    @Jean-Claude: So wie das aussieht, lässt die Führungsstruktur bei Ringier zurzeit keine mutigen Lösungen zu. Aus Angst, etwas falsch zu machen, macht man gar nichts oder etwas, das risikolos erscheint (und macht somit alles falsch). Es ist eine Strategie, die, wenn man sich veranschaulicht, dass es hier um die Konzeption einer Boulevardzeitung handelt, geradezu absurd vermessen wirkt. Ich dachte immer, Boulevard solle schnell, direkt, mutig, frech, unangepasst und sexy sein. Und bin mir nicht sicher, ob sich so ein Ziel mit Fünfjahresplänen erreichen lässt. Wahrscheinlich würde Ringier ein Generationenwechsel gut tun. Bei Heute wurde das ja schon ganz gut umgesetzt.

  8. Jean-Claude
    schrieb am 18. August 2007 um 14:28 Uhr (#)

    Vordergründig wird ja behauptet, es gehe um ein neues Konzept. Das ist Geschwafel. Was soll das denn heissen? Ein etwas anderes Layout, vielleicht ein neues Format. Das ist dann das neue “Konzept”.

    Worauf’s aber wirklich ankommt, sind die Geschichten. Ganz simpel – und ganz schwer. Die Stories müssen exklusiv, überraschend, frech sein. Und das sechsmal in der Woche, in einem kleinen oft ziemlich langweiligen Land, wo nicht wahnsinnig viel passiert. Das ist harte, zähe Arbeit für ein grosses (und teures!), motiviertes, professionell arbeitendes Team. Das muss man aber zuerst mal haben. Das wächst nicht auf Bäumen.

    Solche Leute muss man über lange Zeit ausbilden, motivieren, pflegen. Das ist etwas, was man bei Ringier aus irgendwelchen Gründen nie verstanden und nie gekonnt hat. Die guten Leute laufen weg. Beispiel: Den Vorgänger von Weissberg, Werner de Schepper, der irgendwie noch “Feuer im Ranzen” hat, ums mal boulevardig auszudrücken, lässt man jetzt “Berater” für irgendwas spielen. Vergeudete Talente.

    Andere hat man weggegrault. Peter Rothenbühler etwa, der jetzt bei Le Matin in Lausanne einen tollen Job macht. Es gibt noch viele andere Beispiele. Tamedia oder die NZZ schauen besser und irgendwie cleverer zu ihren Leuten, weil sie wissen: Medien, ob online oder print, stehen und fallen mit den Leuten an der Front. Wenn die nicht funktionieren, kann man noch so ein gutes Marketing machen. Die Leser merken einfach, wenns Produkt nicht mehr stimmt. Talente wie ein Constantin Seibt beim Tages-Anzeiger sind selten. Und wenn man die hat, muss man auch mit ihnen umgehen können. Bei Ringier kann man das nicht.

    Ob ein Generationenwechsel bei Ringier reichen würde, bezweifle ich. Wo sind denn die jungen Hungrigen? Die müssten sich doch irgendwann mal bemerkbar machen. Die sollen doch mal hausintern ein wenig auf den Putz hauen, wenn es sie denn gibt. Davon sieht und hört man aber sehr wenig.

  9. Schreibt hier auf dem Blog Peter Hogenkamp
    schrieb am 18. August 2007 um 16:29 Uhr (#)

    Finde die Diskussion spannend, finde nur schade, dass sie unter einem Uralt-Post wieder auflebt, der gar nichts mit dem aktuellen Anlass zu tun hat und der auch inhaltlich nur eine vergleichsweise unwichtige (Sorry, Pit) Kritik an einem Blog-Beitrag von Weissberg beeinhaltet. Das ist wohl eine Schwäche des Formats Blog: wenn der/die Blogger die News nicht bringt, kann auch niemand drüber diskutieren. Und neueinsteigenden Lesern machen wir es so nicht gerade leicht zu verstehen, worüber hier geredet wird.

    Inhaltlich: Ich hab Bernhard Weissberg kennengelernt, als ich im Juni mal Blattkritik bei heute machen durfte und fand ihn überhaupt nicht farblos. Und erfolglos? Er macht doch dort mit einem munteren Team ein munteres Blatt – das allerdings auch nicht den Anspruch hat, den der Blick hatte und wiederfinden will. Ich vergleiche es immer mit Cash Daily – an dem sieht man, wie ein gesichts- und erfolgloses Medienprodukt aussieht.

    Damals im Juni meine ich auch schon irgendwo einen Kommentar gehört oder gelesen zu haben, dass Weissberg nicht Blick-Chef werden wolle. Offenbar musste man ihn oft fragen, bis er endlich Ja gesagt hat.

  10. Jean-Claude
    schrieb am 18. August 2007 um 17:37 Uhr (#)

    @ Peter, die Zeiten sind halt schnelllebig. Gester noch in Chicago von einer Strech-Limo abgeholt, heute schon in Zürich Chefredaktor vom Blick …

  11. boe
    schrieb am 18. August 2007 um 19:45 Uhr (#)

    aso das einzig gute am weggang weissbergs ist, dass mich nun einer weniger beim toeggelen schlaegt….

    fuer deutsche: toeggelen = tischfussballspielen

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