Das Klo des Internets

“Das Klo des Internets” heisst dieser Text nur, weil es so ein schönes Zitat ist. Weblogs sind es jedenfalls nicht, soviel sei verraten. Vielmehr haben wir zwei Texte über Weblogs gelesen.

in der Werbewoche vom 16.11.2006:

werbewoche weblogs

Der Text von Christian Lüscher (Initiator der 1. Schweizer Blogumfrage) unter dem Titel “Kleiner tour d’horizon durch die Blogosphäre” hat, siehe Bild, “die wichtigsten Blogs auf einen Blick” versammelt. Ein Zitat aus dem Begleittext:

Die Werbewoche-Redaktion hat die wichtigsten Weblogs rund um Marketing, Medien und Werbung im Netz ausfindig gemacht. Damit Sie bei der nächsten Diskussion unter Experten die wichtigsten Meinungsmacher im Netz kennen.

und im Tagblatt der Stadt Zürich vom 23.11.2006:

Tagblatt digitale Bohème

Im Artikel erfährt man, dass Holm Friebe MTV-Redaktor ist, was sicher mal richtig war. Zitiert werden hingegen muss eine Aussage von Kulturwissenschaftlerin Waltraut Bellwald, die dem Text gemäss ein Weblog namens Siebensachen schreibt (wir nehmen an, es ist dieses). Sie sagt angeblich:

Bloggen ist nicht etwa das Klo des Internets, wie manche behaupten. Die Blogger wie die Blog-Leser werden immer intelligenter und auf das, was täglich um sie herum geschieht. Sie sind aufmerksamer – im Netz und in den Städten.

Das Tagblatt in Form von Journalistin Katja Baigger behauptet, Kulturwissenschaftlerin Bellwald sei von dieser Aussage überzeugt. Wir möchten das, ganz ohne Grundlage, bezweifeln: Erstens sagen gerade Kulturwissenschaftlerinnen in der Regel keine unfertigen Sätze. Zweitens kennen wir das angesprochene Zitat etwas anders: “Klowände des Internets” und nicht “Klo des Internets”, schrieb ein gewisser Jean-Remy von Matt in einem Mail. Drittens ist die Steigerungsmöglichkeit von Intelligenz vielleicht nicht unmöglich, aber durchaus fraglich.

Update am 27.11.2006, 10:30 Uhr: Wie erwartet wurden unsere Annahmen, was den Artikel im Tagblatt der Stadt Zürich betrifft, bestätigt. Das Blog Siebensachen schreibt heute, was sie tatsächlich gesagt hat. “Das hat man davon, wenn man Interviews gibt”, so ihr Fazit.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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3 Kommentare

  1. Matthias
    schrieb am 24. November 2006 um 23:29 Uhr (#)

    Ooooch, und mich hat sie nicht zitiert? Dabei habe ich extra frühmorgens noch ihre E-Mail beantwortet. *schnüff*

  2. waltraut
    schrieb am 27. November 2006 um 19:12 Uhr (#)

    Danke, dass Ihr meine angebliche Aussage nicht geglaubt habt.

  3. Schreibt hier auf dem Blog Ronnie Grob
    schrieb am 27. November 2006 um 19:32 Uhr (#)

    Bitte. Die war ja auch zu verwirrt, um zu einem Blog wie “Siebensachen” zu gehören.

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