Medien unzufrieden mit Presseboykott von Schalke 04

Die Spieler des Gelsenkirchener Fussballvereins Schalke 04 verweigern sich seit dem 03.11.2006 allen Medien. Grund für den Boykott sind als ungerechtfertigt angesehene Kritiken einzelner Medien. Einer der Hauptvorwürfe war, dass die Mannschaft intern zerstritten sei, zu Grüppchenbildung neige und ganz allgemein “kein Team” sei.

Um diese Zweifel auszuräumen, dringt seit 17 Tagen kein Wort des Teams nach aussen. Sieht man sich die Resultate an, dann hat sich der Entscheid der Spieler gelohnt. Die letzten drei Spiele konnten allesamt gewonnen werden und Schalke 04 führt sogar die Tabelle an. “Die Antwort auf dem Platz geben” wurde noch selten so effektvoll umgesetzt.

Mehr als ein “Hallo” (Dario Rodriguez) oder ein “Heute nicht” (Kevin Kuranyi) ist den Spielern zurzeit nicht zu entlocken. Der Trainer der Mannschaft, Mirko Slomka, ist der Einzige, der noch mit der Presse spricht. Aber auch er sagt (welt.de):

Es macht einfach keinen Spaß, immer wieder Lügen-Geschichten zu lesen.

Unterdessen hat er mit seiner Mannschaft geredet und mitteilen lassen, dass der Presseboykott kein Dauerzustand sein könne. Die Fans hingegen sind mit dem Zustand nicht unzufrieden. Solange die Resultate stimmen, können sie mit dem Schweigen der Spieler leben. User “der_alte_blaue” schreibt:

mir gefällt der presseboykott immer mehr

Die Begeisterung der Medien über den Boykott ist verständlicherweise gering und ihre Exponenten halten sich denn auch nicht zurück mit Kritik und finden das “kindisch”, “armselig” und “lächerlich”. ARD-Sportschau-Moderatorin Monika Lierhaus wird bei neon.de so zitiert:

Der FC Schalke 04 tut seinen Fans damit weh, die ja so gerne gehört hätten, was Schalke zum Fußball und Sieg zu sagen hätte.

Der Presse-Boykott soll die Tage beendet werden.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
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Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

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1 Kommentar

  1. Markus
    schrieb am 15. Dezember 2006 um 13:06 Uhr (#)

    Wenn ich sehe, was zum Beispiel Marc Baumann in der Süddeutschen schreibt, können sie den Boykott von mir aus gerne bis zum 34. Spieltag ausdehnen.

    Gruß
    Markus, Schalke-Fan seit 1972

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