weltwoche.ch mit Umfrage-Problemen
Nachdem die letzte Umfrage auf weltwoche.ch, “Ist US-Präsident Bush im Irak gescheitert?” ein klares Ergebnis von 96.6% Stimmen von Teilnehmern, die mit “Weiss nicht.” abgestimmt haben, ergeben hat, lautet die Frage diese Woche: “Sollten die Umfrage-Manipulationen bei www.weltwoche.ch strafrechtlich verfolgt werden?“.
Leider kann man unter den vier Antwortmöglichkeiten nur zwischen drei Varianten von Nein und einem Unentschieden wählen. Also mir fehlt da ein beherztes “Im Zweifelsfall verklagen” oder ein “Ja, aber nur mit den besten Anwälten”. Doch solche tendenziösen Umfragen kennen wir ja auch von anderen Medienwebsites, zum Beispiel von workzeitung.ch.
Ich kann weltwoche.ch nur empfehlen, die Abstimmung kostenpflichtig zu machen. Fünf Punkte, die dafürsprechen:
1. werden Umfrage-Manipulationen kaum mehr vorgenommen, wenn dafür zuerst bezahlt werden muss.
2. braucht es keine Anpassung an die offenbar zum Betrug einladende Umfrage-Lösung.
3. können so ernsthafte Leser ausgesiebt werden, die sich unter ihresgleichen an relevanten Ergebnissen orientieren möchten.
4. wird, wem es wert ist, solche Inhalte zu sehen, dafür bezahlen, was eine neue Einnahmequelle ist.
5. würden alle anderen von diesen wichtigen Fragen verschont.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.




















Artikel per Feed
Artikel per E-Mail
Artikel bei Twitter
Facebook-Seite
Wieso denn kostenpflichtig? Eine Beschränkung auf Abonnenten mit Login würde genügen… allerdings sind solche Umfragen ja nie ernst gemeint, sondern sollen zusätzlich Werbepublikum anlocken, insofern gibt’s wenig Grund, an der heutigen Form etwas zu ändern.
Die Login-Hürde bei weltwoche.ch ist ja ziemlich tief, da wäre eine Kostenpflicht wahrscheinlich nachhaltiger. Wenn Umfragen nicht ernst gemeint sind, dann ist es nur folgerichtig, wenn diese ebenso nicht ernst gemeint manipuliert werden.