Vernetzter Bürger-Journalismus gegen Wahlbetrug
Heerscharen von Vloggern sollen heute Unregelmässigkeiten in den US-Wahllokalen dokumentieren.
Was beliebige Bilder vom innern eines Wahllokals zur Demokratie beitragen sollen, kann man sich durchaus fragen.
Dass aber die gesammelten Werke von Bürgern über ihre (unerfreulichen) Erlebnisse an der Urne Wirkung zeigen, dafür will diese Webseite sorgen: Sie sammelt Beschreibungen von Vorfällen, baut daraus eine Datenbank und bietet gar an, in besonderen Fällen der Wählerin zu Hilfe zu eilen, die um ihre Stimme betrogen worden zu sein glaubt.
Und die Gruppe “Video the Vote” schliesslich hat US-weit Freiweillige gesucht, die mit ihrer Videokamera in den Wahllokalen bereit stehen und unregelmässigkeiten augenblicklich dokumentieren: Schlangen vor den Lokalen und den äusserst fragwürdigen Wahlmaschinen, abgewiesene Wähler wie in Florida im Jahr 2000 – all dies soll in Echtzeit im Web dokumentiert werden. Denn die Methoden für die Beeinflussung der Wahlen sind einfach: Indem in eindeutig demokratischen Bezirken (2004 in Ohio die Stadtteile der Schwarzen in Columbus) mit viel zu wenig Wahlmaschinen ausgestattet werden und Wartezeiten von bis zu 4 Stunden anfallen.
Mit der Video-Aktion soll garantiert werden, dass im Falle von Unregelmässigkeiten anders als in den Jahren 200 und 2004 Beweise für solche Verzögerungstaktiken vorliegen. Ein Ziel, das nur mit einer grossen Masse von freiwilligen “Bürger-Journalisten” bewältigt werden kann – den Medien fehlen ganz einfach die Mitarbeiter.
Die Vorgänge bei früheren Wahlen sind im Film “American Blackout – Ohio 2004″ dokumentiert, der am Sundance-Festival ausgezeichnet worden ist.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.


















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Eigentlich eine gute Idee, vor allem mit dem 2000er-Chaos vor Augen. Andererseits könnte ich mir vorstellen, dass viele Freelance-Observer auf Teufel komm raus Unregelmässigkeiten aufzeichnen wollen – gerade objektiv werden sie dann kaum filmen.
Das ist ein guter Einwand, aber soviel ich gesehen habe, will “Video the Vote” seine Freiwilligen eigens geschult und mit einigen wichtigen Grundregeln ausgestattet haben.