Blick erzählt zweimal den gleichen Witz

Für die Druckausgabe des Blicks arbeiten geschätzte 100 bis 150 Menschen (siehe Impressum). Trotzdem gelingt es der Zeitung, ihren Lesern innert 9 Tagen zweimal den gleichen Witz anzudrehen.

Am 14.10.2006 erscheint er unter dem Titel “Leserwitz der Woche”, eingereicht von Hannelore S. aus Bern auf Seite 18.

Am 23.10.2006 darf der Leser auf Seite 19 nochmals über diesen “Leserwitz” lachen. Diesmal hat Anna H. aus Zürich dem Blick geschrieben.

Die Aufmerksamkeitsspanne des Blicks beträgt also keine neun Tage. Nach dieser Frist verliert er offenbar den Überblick, was schon erzählt wurde und was nicht. Nun ja, wem ist das noch nie passiert, leicht angetrunken am Stammtisch. Es ist, wie andere Schwächen auch, menschlich.

Ob hinter den Einsendungen von Lesern in einer täglich erscheinenden Rubrik tatsächlich immer in Fleisch und Blut existierende Menschen stehen, wie es von Hannelore S. und Anna H. behauptet wird, daran habe ich immer etwas gezweifelt. Sollten es aber so sein und sollten die in letzter Zeit offensiv beworbenen Leserinhalte konsequent ausbezahlt werden, dann müssten die Leserwitze auch dabei sein. Wie wäre es mit 100 Franken für einen abgedruckten Leserwitz, guter Blick? Das könnte die Auswahl erhöhen.

Was fehlt noch jetzt? Ah ja, der Witz:

Die beiden Witze variieren in einzelnen Worten (zum Beispiel “antwortet” statt “erwidert”). Wir geben die heutige Version von Anna Huber wieder:

Nach einer Schönheitsoperation fragt der Arzt die Patientin: “Na, sind sie zufrieden?” – “Nicht ganz, Herr Doktor, ich hätte gerne etwas grössere Augen”, antwortet die Frau. “Kein Problem”, antwortet der Doktor und wendet sich an die Assistentin: “Geben Sie der Dame bitte die Rechnung.”

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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