Blick klaut aus Fanforum
“Fairness bei Blick” und “Sorry, liebe Basler” heisst es heute in einem kurzer Text im Sportteil des Blicks. Beschrieben wird darin eine “Aufregung in der FCB-Fangemeinde”. Grund dafür ist ein in der Mittwochsausgabe der Zeitung in Basler Dialekt abgefasstes Gedicht über das Team des Schweizer Fussballclubs FC Basel. Übertitelt wurde es mit “Schnitzelbangg”, was eine Schnitzelbank (siehe auch Büttenrede) ist.
Geschrieben hat den Text aber nicht ein “Zuggerbegg”, wie das vom Blick behauptet wird, sondern der User “Atzge” aus dem Poeten-Forum der Red Blue Devils, ein Fanclub des FC Basel, und zwar bereits am 5.8.2006. Hier das betreffende Original aus dem Forum. Bei Blick Online ist nichts oder nichts mehr zu lesen.
Fairness, guter Blick, ist also, wenn man Inhalte klaut und sich danach entschuldigt? Wie fair wäre es denn, wenn euch der Verfasser verklagt wegen widerrechtlicher kommerzieller Verwendung urhebergeschützter Inhalte? Aber das machen zum Glück nur Leute, die mit Anwälten bekannt sind.
Dreist ist es aber schon, nicht nur keine Quelle, sondern eine erfundene Quelle abzudrucken. Ich schlage vor, beim Bestohlenen nachzufragen, welcher Schadenersatz angemessen sein könnte. Vielleicht gibt er sich mit einem grossen Sack Basler Läckerli zufrieden.
Im FC Basel Forum wird der Fall ausführlich diskutiert. Man erfährt auch von einem Mailwechsel mit dem Sportchef des Blicks, Marcel Siegenthaler. Dieser schreibt:
Wir werden in der morgigen BLICK-Ausgabe gerne berichtigen, wer den “Bängg” über Christian Gross geschrieben hat und dass er auf dem Forum des FC Basel zu finden ist. Damit nicht wieder ein Fehler passiert, bitte ich mir mitzuteilen, wer den “Bängg” geschrieben hat? Im Internet fand ich einen gewissen “Atzge” – ist das richtig?
Ein Fehler nennt sich das also. Aha.
Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.


















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Ha! Das erinnert mich jetzt glatt an den Fall. Einziger Unterschied: Dort wurde zumindest die Quelle richtig genannt. Und Entschuldigung gab’s keine.
Bei solchen großen Firmen gibts keine Entschuldigung. Wenn man nicht aufpasst, endet es teuer mit einem Gerichtlichem Weg. Egal ob die im Recht oder Unrecht sind. Die können länger aushalten ;)
Unanständig? Ja. Urheberrechtlich relevant? Zu prüfen…
Ist zu prüfen, ja. Persönlich bin ich fast immer gegen einen gerichtlichen Weg, aber hier hat eine kommerzielle Publikation einen unter Aufwendung von Mühe und Zeit entstandenen Text ohne nachzufragen und ohne ihn zu zitieren veröffentlicht. Ringier verdient in diesem Fall sein Geld mit der Arbeit anderer.
Bei “heute” soll es auch schon vorgekommen sein, dass ganze Beiträge abgeschrieben wurden. Vielleicht liegt es einfach daran, dass Ringier bzw. seine Angestellten sich aufgrund seiner Grösse unangreifbar fühlt?
Das ist schwer zu beurteilen. Jedenfalls wird die Zeitung so auf eine simple und kostengünstige Art gefüllt.