25 Jahre WOZ

Die linke Wochenzeitung feiert ihr 25jähriges Bestehen mit einem Fest, das heute in der Roten Fabrik stattfindet. Ausserdem ist seit Donnerstag eine Sonderausgabe an den Kiosken, die es in sich hat. Speziell daran ist einiges:

Erstens, wie Redaktionsleiterin Susan Boos betont, ist es nicht selbstverständlich, dass es diese bisher unzählige Male tot gesagte Zeitung tatsächlich noch gibt.

Zweitens wird sie im Layout der frühen Achtziger Jahre gedruckt, was in der farbigen und multimedialen Bilderflut mal wieder ein erfrischend unaufgeregtes Daherkommen ist.

Drittens sind darin Texte von ehemaligen WOZ-Autoren der letzten 25 Jahre versammelt. Dabei:

- ein spannendes Interview von Magazin-Chefredaktor Res Strehle mit dem SVP-Politiker Christoph Mörgeli, der seine Bewunderung für den ebenfalls ehemaligen WOZ-Autor Niklaus Meienberg ausdrückt.

- ein Round-Table-Gespräch mit Marianne Fehr (jetzt Weltwoche), Alex Grass (jetzt VCS) und Adrian Schmid (jetzt Radio DRS) mit Susan Boos und Bettina Dyttrich (beide WOZ), in dem es um Hodenbaden als antiimperialistische Tat, um die redaktionelle Ablehnung von Computern, um geschickt platzierte Intrigen, um eine Schlägerei wegen einem ins Gegenteil verkehrten Titel und um Arbeit bis vier Uhr morgens geht.

- der langjährige Redaktor Fredi Lerch erklärt, warum nie ein richtiger Linker war.

- Max Dohner (ehemals Konzept) schreibt vor dem Hintergrund der sandinistischen Revolution in Nicaragua über die Schwierigkeiten, sich politisch festzulegen und über die Einsamkeit des Skeptikers.

- bereits erwähnt: Constantin Seibts reine Wahrheit.

      Wünschen wir der WOZ alles Gute für die Zukunft. Wenn es nicht klappt mit dem Turnaround der einbrechenden Leserzahlen, wie sie von der NZZ etwas hämisch konstatiert werden, so wird die Summe der diversen Geldeintreibaktionen wie bis anhin ein Überleben garantieren. Mit Geldeintreibaktionen sind die Abokündigungen auffangenden originellen Finanzierungsmethoden gemeint, zum Beispiel das ganzseitige Inserat der “neutralen Dienerin der MillionäreCredit Suisse. Oder der Fingertipp auf die Rautetaste bei einem Anruf auf 0900 588 525, was dem Apparat 25 Franken in Rechnung stellt. Bei der CS angestellte WOZ-Leser wissen nun sicher, was zu tun ist.

      Und wenn es auch dann noch nicht reicht, wird ein zum reichen Feind aufgestiegener ehemaliger Genosse das Budget ausgleichen. Aus Nostalgie oder aus Bewusstsein.

      Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

Mehr lesen

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

7.5.2009, 30 KommentareG wie Google:
"Wenn wir nur noch die Hälfte der Journalisten hätten, wären es immer noch zu viele"

Das Magazin der Süddeutschen Zeitung widmet sich am 8. Mai 2009 der Zukunft der Medien. In Kooperation mit dem SZ-Magazin stellen wir hier ein Interview mit Jeff Jarvis zur Diskussion.

Journalismus 2.0: Die Diskussion mitgestalten

5.5.2009, 14 KommentareJournalismus 2.0:
Die Diskussion mitgestalten

Die Digitalisierung verändert mehr als das Medium. Was Journalisten tun können.

11.5.2009, 2 KommentareLong Hello and Short Goodbye

Was für ein Spaß. Fast zwei Jahre habe ich, die eckige schwarze Hornimitatbrille auf der Nase, was mit Medien gemacht. Gegen Geld aus der Schweiz.

1.5.2009, 19 KommentareUnd noch'n Gedicht:
Als Dank an meine Leser

30.4.2009, 8 Kommentaremedienlese.com:
Eine vorläufige Bilanz

Nach fast drei Jahren eingestellt, die Rubrik “6 vor 9” mit 2000 Euro Spenden in drei Tagen gerettet. Was soll dieses Blog? Wie hat sich die Medienlandschaft verändert in der Zeit?

Printartikel online weiterempfehlen: Paperboy erkennt über  180 Zeitungen aus D-A-CH

10.10.2011, 4 KommentarePrintartikel online weiterempfehlen:
Paperboy erkennt über 180 Zeitungen aus D-A-CH

Mit Paperboy können Inhalte aus den Print-Versionen von Tageszeitungen per Smartphone in hochaufgelöster digitaler Form weiterempfohlen werden. Jetzt expandiert der Dienst aus Zürich in D-A-CH und weltweit.

Paper Pile: Applikation macht aus  RSS-Feeds eine iPad-Zeitung

26.5.2010, 15 KommentarePaper Pile:
Applikation macht aus RSS-Feeds eine iPad-Zeitung

Nicht jeder mag die Listendarstellung herkömmlicher RSS-Reader. Die iPad-Anwendung Paper Pile stellt beliebige Feeds im Format einer traditionellen Zeitung dar.

Fusion in der Schweiz: Tamedia übernimmt Edipresse

3.3.2009, 3 KommentareFusion in der Schweiz:
Tamedia übernimmt Edipresse

Die Verlage Edipresse und Tamedia führen ihre Schweizer Geschäfte zusammen, bis zum Jahr 2013 soll die Fusion komplett sein. Internationale Aktivitäten der Edipresse sind ausgeschlossen.

Diesen Artikel kommentieren

Wir sind sehr an einer offenen Diskussion interessiert, behalten uns aber vor, beleidigende Kommentare sowie solche, die offensichtlich zwecks Suchmaschinenoptimierung abgegeben werden, zu editieren oder zu löschen. Mehr dazu in unseren Kommentarregeln.