Reaktionen auf Österreich

Österreich ist gestartet und liess den erwarteten Scoop in der ersten Nummer vermissen. Stattdessen das Bild von Natascha Kampusch auf der Titelseite, wie sie aussehen könnte, doch nicht aussieht. Es handelt es sich dabei um eine Fotomontage aufgrund einer Aufnahme, als sie 10 Jahre alt war. So ein Bild in den Umlauf zu bringen oder abzudrucken ist einerseits eine Frechheit, weil der Name einer real existierenden Person mit einem Fantasiebild in Verbindung gebracht wird. Andererseits könnte es eine Wohltat für die Betreffende sein, da sie, falls der Medienrummel nächstens abebbt, vielleicht eher mit diesem als mit dem möglicherweise nächstens erscheinenden echten Bild identifiziert wird.

Auch viele andere Medien verwenden dieses Bild einer Wahrheit, wie sie sein könnte, vergessen dabei aber meist nicht, das im Bildtext zu erwähnen. Auf der Titelseite von Österreich steht aber nur: “Natascha: Nächste Woche im TV”. Eine solche Montage in der allerersten Ausgabe auf Seite 1 zu bringen, sagt vielleicht mehr aus über diese Boulevard-Zeitung als manche darin oder darüber erscheinenden Artikel. Gemäss dieser Quelle soll die omnipräsente Fotomontage auch bereits zweimal den Titel des Standard geziert haben.

Wir wollten auch eine Österreich kaufen, doch auch ein grösserer Schweizer Bahnhofskiosk hat nur den Kurier und die Kronenzeitung. Und von Österreich noch nie etwas gehört. Wir sammeln deshalb einige Reaktionen, angefangen mit einer Zusammenstellung des Standard, geschlossen mit dem Eigenlob von Österreich:

“Ästhetisch völlig missraten” (derstandard.at)
Medienbranche reagiert kritisch auf “Österreich” – Von “Solider Boulevard” bis “Missverhältnis zwischen Erwartung und Produkt”.

Mix für nix (spiegel.de)
Alle reden von Zeitungskrise – Österreichs Medienmogul Wolfgang Fellner dagegen träumt vom nationalen Superblatt. Seit heute gibt’s die Zeitung am Kiosk: als ambitionierte Postille, die nur halbe Sachen macht – dafür aber im ganz großen Stil.

Österreich braucht “Österreich” (diepresse.com)
Wolfgang Fellner wollte dieses Land mit einer Zeitung auf den Punkt bringen. Es ist ihm geglückt.

Rivalen der Rennbahn (sueddeutsche.de)
Gibt es “Österreich” wirklich? Das haben sich Freitag früh viele in der Alpenrepublik gefragt.

News aus dem Hochglanz-Web (spiegel.de)
Parallel zur Veröffentlichung der ersten österreichischen Zeitungsneugründung seit mehr als zehn Jahren ging die Website von “Österreich” online. Wie ihr Print-Pendant will OE24.at den Markt so richtig aufrollen – mit peppigen News für eine höchst Web-affine Zielgruppe. Ein gelungener Versuch?

Spiegel Online lobt oe24.at (oe24.at)
Ziemlich positiv fällt das Urteil von Spiegel Online zu oe24.at, das Online-Portal der neuen Tageszeitung ÖSTERREICH, aus.

Dieser Beitrag wurde ursprünglich im Blog medienlese.com veröffentlicht. Im September 2009 wurden medienlese.com und netzwertig.com zusammengeführt.

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1 Kommentar

  1. stefan2904
    schrieb am 3. September 2006 um 20:15 Uhr (#)

    haha. die letzten beiden (und auch viele andere) träumen doch…

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