Kampf der Gadget-Giganten:
Ist ein UMPC wirklich besser als ein, äh, Apple Newton?

Andreas Göldi, 29. Juli 2006 20:31 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Vermutlich muss man britisch sein, um auf eine solche Idee zu kommen: Cnet UK vergleicht in einem ausführlichen Artikel zwei sehr bemerkenswerte mobile Gadgets: Den Utramobile PC Samsung Q1, frisch erschienen zur letzten CeBIT, und den 10 Jahre alten Apple Newton MessagePad 2000.

Bekanntlich war der Newton zwar ein bahnbrechendes Produkt, aber auch ein ziemlicher Misserfolg. Die Handschrifterkennung war eigentlich gar nicht so schlecht, aber nicht gut genug für den täglichen Einsatz.

Und sowohl der hohe Preis als auch das exotische Betriebssystem trugen dazu bei, den Newton als interessantes Nischenphänomen in die PC-Geschichte eingehen zu lassen. Immerhin war aber der Newton ganz klar der Vorläufer des modernen PDAs, der dann mit dem Palm Pilot seinen Durchbruch schaffte.

Doch wie schneidet ein alter Newton gegen einen brandneuen UMPC ab, der das aktuellste geballte Know-How aus den Powerfirmen Microsoft, Samsung und Intel vereint?

Nun, natürlich gewinnt der Newton den Vergleich ohne Probleme.

Auch wenn der Artikel wohl eher humoristisch gemeint ist, enthält er doch viele sehr treffende Feststellungen, die auch erklären, warum der UMPC wohl auf dem besten Weg ist, ein echter Flop zu werden: Die Handschrifterkennung des alten Newton ist tatsächlich in vielen Fällen immer noch besser als diejenige von Windows XP Tablet Edition. Das schlanke Newton-Betriebssystem ist deutlich stabiler als das aufgeblähte Windows. Und die Batterielebensdauer des Newton beträgt 30 Stunden, nicht knappe zwei wie beim UMPC.

Klar, der Newton hat praktisch keine nennenswerten Multimedia-Fähigkeiten. Aber dank seiner PCMCIA-Slots kann er sogar aktuelle WiFi- und UMTS-Datenkarten benutzen und so mobil mit hoher Geschwindigkeit kommunizieren.

Irgendwie ist das alles ein wenig traurig: In zehn Jahren Entwicklungszeit mobiler Computer hat die Branche offensichtlich keinen Durchbruch erreicht, sondern tritt weitgehend auf der Stelle. Natürlich weiss das auch Microsoft. UMPC-Projektleiter Otto Berke zeigt in diesem Video, was die eigentliche UMPC-Vision ist: Das Haiku-Projekt will einen superdünnen, sehr leichten Mobil-PC entwickeln, der billig ist und über eine sehr lange Batterielebensdauer verfügt. Aber davon sind wir in der Realität noch sehr weit entfernt.

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