Holtzbrinck e-Lab:
Darf man jetzt wieder “Incubator” sagen?
Kürzlich habe ich hier mal über die diversen Online-Experimente des Holtzbrinck-Verlags und insbesondere über dessen geheimnisvolles “e-Lab” geschrieben. Vermutlich aufgrund dieses Beitrags habe ich diese Woche eine Pressemitteilung erhalten, mit der das Holtzbrinck e-Lab seine Gründung offziell ankündigt:
Holtzbrinck gründet Inkubator für digitale Dienste
Mit Holtzbrinck eLab investiert die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in die Entwicklung und den Aufbau von digitalen Diensten, die sich über das Internet und mobile Endgeräte an den Endverbraucher richten.
Das e-Lab soll offenbar New-Media-Projekte von der Idee hin zum marktreifen Unternehmen entwickeln. Dabei kann und soll auch mit ganz neuen Ansätzen experimentiert werden, was auch bei den bisher bekannten Projekten des Unternehmens sichbar ist: Da sind beispielsweise gleich zwei Projekte im Portfolio, die unterschiedliche Ansätze einer Frage-Antwort-Plattform realisieren.
Erstaunt hat mich, dass man diese neue Firma als “Inkubator” bezeichnet. Eigentlich dachte ich, dass das seit dem Internet-Crash einer der verbotensten New-Economy-Bullshit-Begriffe überhaupt ist, so ähnlich wie “Sticky Eyeballs”, “Clicks-and-Mortar” oder “E-enabled B2B marketplace hub”. Aber die Zeit heilt wohl alle Wunden…
Auch interessant, was uns die Pressemitteilung über die Kommunikationsstrategie des neuen Unternehmens mitteilt:
Im Rahmen eines eigenen Weblogs soll ferner der partnerschaftliche Austausch zwischen eLab und der Internet-Community gepflegt werden.
Whoa, ein eigenes Weblog. Gute Idee. Schade nur, dass die Blog-Seite des e-Lab noch “under construction” ist. Das ist, mit Verlaub, äusserst uncool. In einer Zeit, in der in Amerika selbst Grosskonzern-CEOs bloggen, sollte ein Internet-Incubator wohl wirklich wenigstens zu seinem offiziellen Launch hin ein Blog hinkriegen. Sonst dürfte es mit der Glaubwürdigkeit bei der Internet-Community nicht lange gut aussehen. Denn mit deren ständigem Feedback will man die neuen Produktideen offenbar entwickeln.
Aber genug des Spottens: Wenigstens macht Holtzbrinck was und starrt nicht so wie die Konkurrenten im Verlagswesen wie das (Zeitungs-)Kaninchen auf die (Internet-)Schlange. Wenn man es dann auch noch schafft, nicht alle Projektnamen auf dem heutzutage ach so hippen “oo” enden zu lassen, kann daraus sicher was werden.
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