Die Rund-um-die-Uhr-Zeitung:
Noch mehr Innovation vom Guardian
Wenn es einen Preis für den innovativsten Zeitungsverlag gäbe, hätte den derzeit zweifelsfrei der “Guardian” verdient. Dabei ist die 1821 gegründete Firma beim besten Willen kein Startup.
Der Guardian hat eine der modernsten Websites in der Medienbranche überhaupt, und die Experimentierfreude mit neuen journalistischen Formaten scheint hier auch kaum Grenzen zu kennen, gerade im Online-Bereich. Eine der letzten grösseren Innovationen war beispielsweise das Gruppenblog “Comment is free”. Vergangene Woche gab der Guardian zudem seine neue “Web First Policy” bekannt: Alle neuen Zeitungsberichte für die Zeitung von morgen werden auf dem Web publiziert, sobald sie fertig sind — eigentlich logisch, denkt man sich als Laie, aber leider noch lange nicht üblich bei Zeitungswebsites.
Nun schickt sich der Guardian an, auch die Grenzen zwischen Print und Internet aufzubrechen. Offensichtlich haben ja beide Medien so ihre Nachteile: Die gedruckte Zeitung ist meistens schon veraltet, wenn sie rauskommt (sogar Abendzeitungen haben etwa drei Stunden Zeitverzögerung), und die News-Website kann man halt schlecht unter den Arm klemmen und unterwegs konsumieren. Also sagte man sich beim Guardian: Warum nicht das beste aus beiden Welten verbinden?
Das Resultat heisst G24 (
guardian.co.uk/presspublishing/story/0,,1801306,00.html?gusrc=rss”>Bericht
Im weitesten Sinne vergleichbare Selbstdruck-Produkte gibt es zwar schon seit einiger Zeit auch bei anderen Zeitungen (z.B. bei der Financial Times Deutschland oder “Heute”), aber der Guardian ist wohl der erste Verlag, der eine rund um die Uhr aktualisierte Zeitung anbietet, und das auch noch gratis.
Natürlich muss sich erst einmal noch zeigen, ob auch wirklich genügend Leser die Mühsal des Selber-Druckens auf sich nehmen. Aber die Idee hat allemal Potential.








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