Wundersame Ikea-Vermehrung dank Google Maps

Andreas Göldi, 3. Juni 2006 14:36 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Bekanntlich strebt Google ja mehr oder minder heimlich die informationstechnische Weltherrschaft an. Dass bei aller Perfektion der diversen Google-Dienste hin und wieder doch mal recht üble Fehler vorkommen, ist da schon beinahe tröstlich — wenn man nicht selber davon betroffen wäre, wie es mir kürzlich passiert ist.

Wenn man irgendwo neu einzieht, wie derzeit meine Frau und ich in Cambridge bei Boston, braucht man meistens noch das eine oder andere zusätzliche Stück Hausrat. Also haben wir uns gesagt, fahren wir doch einfach zu Ikea, das es inzwischen in den USA auch gibt. Da kennt man das Sortiment und weiss, was man kriegt. Ausserdem entspricht die Ware eher unseren europäischen Geschmäckern als diejenigen im durchschnittlichen amerikanischen Möbelladen.

Wie findet man Ikea? Ganz einfach: Google Maps. Selbiges teilt einem mit, dass der nächste Ikea südlich von Boston im Vorort Stoughton liegt, und zwar an der Adresse “1 Ikea Way”. Diese Strasse ist aber ganz neu und darum dem Navigationssystem des Autos nicht bekannt. Aber kein Problem, schliesslich kann man per PDA ja die Karte bei Google Maps abrufen.

Dass für den Ikea komischerweise zwei Treffer auftauchen, fällt da erst gar nicht auf. Ich nehme einfach den ersten davon (wird ja der relevantere sein, oder?) und fahre zu der Stelle, die auf der Karte eingezeichnet ist.

Aber was ist das? Da ist weit und breit kein Ikea, nur eine Schule und ein paar kleine Läden. Haben sich die Schweden schon wieder aus Amerika zurückgezogen? Nein, die Ikea-Website zeigt diese Lokation nach wie vor in der Ladenliste an, leider aber mit komplett unbrauchbaren Directions. Dass man online prima Anfahrtspläne publizieren könnte, scheint sich noch nicht bis zu Ikea USA durchgesprochen zu haben.

Also fährt man ein bisschen in der Gegend rum, fragt hin und wieder einen Eingeborenen und kriegt natürlich jedesmal eine andere Variante erzählt, wie man denn zu Ikea kommt. Aber irgendwann wird alles gut: Nach mehr als einer Stunde Irrfahrt finden wir dann schliesslich doch noch ein riesiges Gebäude im vertrauten Ikea-Blau…

Was war passiert? Ein Kontrollblick bei Google Maps enthüllt: Google gibt tatsächlich für Ikea Stoughton zwei verschiedene Standorte im Abstand von etwa zwei Meilen an. Da muss es sich wohl um ein quantenphysikalisches Phänomen handeln oder so. Das kommt davon, wenn man so viele Physiker anstellt wie Google.

Der zweite angegebene Standort wäre übrigens der richtige gewesen. Aber auf dem kleinen PDA-Bildschirm sieht das leider alles nicht so schön übersichtlich aus.

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