Bloggen auf hoher See
In meiner Versuchsreihe “Orte, an denen Bloggen wirklich mühsam ist” gehe ich nun einen Schritt weiter über Bahnhöfe, Flughäfen und internetmässig unterversorgte Hotels zu einem für Blogging tatsächlich eher ungewöhnlichen Aufenthaltsort: Ich befinde mich gerade auf der Queen Mary 2 auf einer Atlantik-Überfahrt zwischen Southampton und New York. Aktuelle Position ist ca. 150 Seemeilen südwestlich von Grossbritannien. Das Wetter ist ziemlich abwechslungsreich, die Wellen werden zunehmend höher (im Moment etwa 5 Meter), Windgeschwindigkeit ca. 50 Knoten, also nicht gerade gemütlich für Planschen im Bordpool.
Und: Die Internet-Connectivity ist prima. Worüber ich ziemlich froh bin, denn das Unterhaltungsprogramm hier ist mehrheitlich dem Durchschnittsalter der Passagiere (deutlich im Pensionierungsalter) angepasst. Und irgendwas muss man die sieben Tage lang, die die Überfahrt dauert, ja machen.
Die Connectivity wird geliefert von der Firma MTN (Maritime Telecommunications Network), die auf satellitenbasierte Kommunikation in solchen eher ungewöhnlichen Lokationen spezialisiert ist. An Bord stehen ein paar Dutzend internetfähige PCs zur Verfügung sowie WLANs auf verschiedenen Decks, mit denen man ebenfalls auf die Schiffs-Internetanbindung zugreifen kann.
Billig ist der Spass natürlich nicht: Für ein Package mit 120 Minuten Connectivity wird man US-$ 50 los. Andererseits: Das ist nicht mal sooo viel teurer als die typischen WLAN-Angebote an Bahnhöfen oder im Starbucks. Und hier scheint mir die infrastrukturelle Challenge doch etwas grösser zu sein. Zum Beispiel braucht man eine wetterfeste, automatisch stabilisierte Satellitenantenne. Schick!
Die genauen Leistungsdaten der Satellitenverbindung konnte ich noch nicht rausfinden, aber die subjektive Geschwindigkeit ist ziemlich beeindruckend. MTN bietet auch tatsächlich Anbindungen bis 18 Mb/s Downlink an, was für den Hausgebrauch nun auch wirklich reicht. Ein Traceroute zeigte freilich, dass die Latency satellitentypisch ziemlich gross ist, mit Skype und ähnlichen Diensten kommt man also nicht allzu weit. Aber zum Surfen und gelegentlichen Bloggen reicht’s allemal.











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