Armes Microsoft:
Jetzt kann nicht mal mehr viel Geld beeindrucken

Andreas Göldi, 5. Mai 2006 17:33 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Dass Microsoft bisher im Web-Bereich eher glücklos agiert hat, dürfte allgemein bekannt sein. Microsoft Network (MSN) hat schon viele Veränderungszyklen durchgemacht und hat bisher vor allem eins erreicht: viel Geld zu verlochen (im letzten Quartal mit einem Verlust von $26 Mio.). Trotzdem ist Microsoft gegenüber Google und Yahoo nur eine abgeschlagene Nummer 3 im Markt, und ohne den Vorteil des eigenen Browsers wäre es vermutlich nicht einmal das.

Darum holt Microsoft-Chef Steve Ballmer jetzt den grossen (Geld-)Hammer raus: Nächstes Jahr will Microsoft satte $1.1 Mia. in MSN investieren, allein für Entwicklungskosten. Dazu kommen nochmals $500 Mio. Kapitalinvestitionen, die in MSN fliessen. Da soll die Konkurrenz mal sehen, was sie dem entgegenzusetzen hat!

Nun, ziemlich viel, wenn man mal zu Google hinschaut.

Analysten-Legende (im Sinn von “berüchtigt”) Henry Blodget rechnet vor: Google wird dieses Jahr allein Kapitalausgaben von $1.5-$1.7 Mia. tätigen. Die Entwicklungskosten für die kommenden 12 Monate werden wohl fast $2 Mia. erreichen.

Da wirkt selbst Microsofts Geldprotzerei relativ bescheiden. Armer Steve.

UPDATE: Ein schönes Beispiel, woran es bei Microsoft klemmt: Blogger Darren Barefoot berichtet darüber, dass die neue Microsoft-Werbelösung AdCenter (gedacht als Konkurrenz zu Google Adwords) leider nur über IE6 bedienbar ist, nicht aber über Firefox. Und das, obwohl die Leute aus der Internet-Szene (die wichtigsten direkten Kunden von AdCenter) vermutlich längst zur Mehrheit mit Firefox surfen. Solange Microsoft so triviale Fehler macht, nützen alle Milliarden nichts.

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