Microsoft haelt e-Paper immer noch fuer eine tolle Sache. Andere nicht mehr.
Gemeinsame Ankuendigungen dieser Art hört man nicht jeden Tag: Microsoft kooperiert mit der New York Times und will diese vermutlich renommierteste Zeitung der Welt demnaechst als e-Paper-Variante anbieten, also als digitales Abbild der Originalpublikation. Dazu wird es im neuen Windows Vista (so es denn irgendwann rauskommt) eine neuartige Reader-Applikation geben, die die Zeitung auf dem Bildschirm sehr originalgetreu darstellen soll. Besonders brandgerecht mit den richtigen Schriften und so.
Toll findet das vor allem die New York Times, die so den unabhaengikeitsstrebenden, RSS mixenden Online-Leser offenbar wieder zurueck in die Gefilde redaktioneller Kontrolle bringen will.
Die meisten Beobachter hingegen machen sich eher lustig ueber diesen unzeitgemaessen Versuch der Leserbevormundung. Ist schliesslich mein Bildschirm, da will ich Content in dem Format lesen, das mir am besten passt. Und Interaktiviaet jeder Art ist bei e-Paper-Ausgaben meistens leider auch nicht vorgesehen.
In diesem Zusammenhang ist eine Ankuendigung interessant, die heute von PressDisplay.com herausgegeben wurde, einem der groessten Anbieter von e-Paper-Ausgaben von Tageszeitungen. Was PressDisplay mit seiner jahrelangen e-Paper-Erfahrung da machen will, hoert sich nicht gerade nach editorieller Kontrolle an, sondern deutlich nach Web 2.0:
“You, the reader will now decide which articles, journalists and newspapers are the most interesting!
The power of the media is transferred back to where it belongs – directly in the hands of the reader. You will no longer be subjected to reading articles because an editor has decided what and how you should read. Instead our collective readership accessing 300 newspapers from around the world will determine the quality of the news you are presented with!”
Wohlgemerkt, diese Worte stammen von einem Anbieter, der sein Geld mit Zeitungsverlagen verdient und bisher als besonders verlegerfreundlich galt…
Erreichen will PressDisplay diese Lesernaehe mit einem Artikel-Ranking-System. Digg meets Dead Tree, sozusagen. Nicht genau das, was das Herz gestandener Chefredakteure hoeher schlagen leasst: Ploetzlich stimmt der Leser-Poebel ueber die Qualitaet des Produktes ab! Wo das noch hinfuehren soll?








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