Philips will uns zwingen, Werbespots anzusehen

Andreas Göldi, 20. April 2006 19:37 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Arme Werbebranche: Der Wert der teuren TV-Spots wird immer mehr in Zweifel gezogen, weil natürlich jeder weiss, dass die Zuschauer gern mal während der Werbeblöcke zu anderen Sendern umschalten. Das Aufkommen digitaler Videorekorder (DVR), die es sehr einfach machen, einen Werbeblock einfach zu überspringen, verschärft die Situation noch zusätzlich. Als zufriedener DVR-Besitzer seit bald drei Jahren kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass mit so einem Gerät der Konsum von TV-Werbung stramm gegen Null tendiert.

Philips ist einer der Hersteller solcher DVRs, will aber nun in bester Waffenhändler-Tradition auch die Gegenseite mit Technologie beliefern: Ein

html&r=1&f=G&l=50&s1=%2220060070095%22.PGNR.&OS=DN/20060070095&RS=DN/20060070095″>neues Patent von Philips beschreibt eine Vorrichtung, die es dem Zuschauer unmöglich macht, während der Werbung umzuschalten oder auf seinem DVR den Werbeblock zu überspulen. Wenn der Zuschauer trotzdem auf keinen Fall Werbung sehen will, kann er sich “freikaufen” und einen kleinen Betrag an den Fernsehsender überweisen, damit Umschalten wieder erlaubt wird.

Eine Idee von so faszinierender Idiotie kommt einem wirklich nur selten unter. Für wie blöd hält man eigentlich in der Unterhaltungselektronik- (und Werbe-)Branche die Kunden? Es ist schon übel genug, dass man bei manchen DVDs irgendwelche Werbetrailer und Copyright-Hinweise nicht wegzappen kann, aber das auch noch auf Werbeblöcke im Fernsehen ausdehnen zu wollen, übertrifft wohl alles bisher Dagewesene an Dreistigkeit.

Zum Glück hat so eine blödsinnige Idee hoffentlich kaum eine Chance, jemals realisiert zu werden. Falls doch, wird das nur die aktiven, ungeduldigen Zuschauer (die meistens auch gebildet und gut verdienend und damit die wichtigste Werbezielgruppe sind) noch stärker als bisher vom TV-Konsum fernhalten. Mit solchen Ideen schaufelt sich die TV-Branche ihr eigenes Grab.

(via news.com)

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