Hilfe, jetzt ist die Bubble wohl wirklich zurück:
Ex-Disney-Chef investiert in Web-Startup

Andreas Göldi, 20. April 2006 10:47 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Irgendwie kommt einem das bekannt vor: Alternde Manager aus traditionsreichen Branchen werden plötzlich vom Internet-Fieber angesteckt und investieren viel Geld und Zeit in Web-Startups. Das hatten wir doch schon mal, ca. 1999 vielleicht?

Ex-Walt-Disney-CEO Michael Eisner jedenfalls hat gerade $12.5 Mio. in das Internet-Video-Startup Veoh gesteckt. Ebenfalls mit bei den Investoren dabei ist der Medienkonzern Time Warner, der nach dem grandios misslungenen Merger mit AOL seine Lektion über Internet-Investments ja eigentlich gelernt haben müsste.

Was ist so toll an Veoh? Im Artikel steht:

Veoh’s technology uses the Internet to “expand broadcast capacity to the point that every single user, whether an individual or a media company, can create their own ‘channel’ and every ‘channel’ can be supported by its own business model,” Eisner said in a statement.

Wow. Ist ja fantastisch. Moderne Technik ist schon was Schönes.

Aber ist das nicht so ziemlich das gleiche, was auch YouTube, Google Video und diverse weitere Sites machen? Doch, tatsächlich. Und Veoh kopiert nicht nur das Konzept von YouTube, sondern praktischerweise auch gleich fast 1:1 das Design, damit von Anfang an keine Missverständnisse darüber aufkommen, dass wir es hier mit einer Me-too-Site übelster Sorte zu tun haben.

Mit diesem Investment hat sich Eisner meiner Meinung nach jedenfalls die grosse George-Shaheen-Gedenkmedaille in Platin verdient (benannt nach dem Ex-Chef von Andersen Consulting , der auf dem Höhepunkt der Web-Bubble seinen Top-Job aufgab, um beim Online-Krämerladen Webvan den kurz darauf erfolgten Bankrott anzuführen…). Alte Faustregel: Wenn pensionierte CEOs in eine junge Branche wechseln, sollte man seine Investments schnell in Sicherheit bringen.

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