Microsoft versucht weiter, die grosse Aufmerksamkeit rund um das geheimnisvolle Origami-Projekt aufrecht zu erhalten.
Für heute wurden auf der zugehörigen Website neue Informationen versprochen. Was da aber heute zu sehen ist, hat leider keinerlei Aussagekraft. Mehr oder weniger umständlich wird da lediglich kommuniziert, dass es sich wohl um ein mobiles Produkt handeln muss. Das wussten wir nun ja wirklich schon. Wenn Microsoft weiter so langweilt, wird sich sehr schnell niemand mehr für das mysteriöse neue Produkt interessieren. Hoffen wir mal, dass an der bald beginnenden Cebit mehr zu erfahren ist.
Bezüglich Dramaturgie kann Microsoft wirklich noch viel von Hype-Meister Steve Jobs lernen: Auch wenn Apple, wie diese Woche geschehen, mal ein weniger spektakuläres Announcement macht (Ledertaschen für $99 und dergleichen), kann man die Produkte wenigstens sofort kaufen. Bei Microsoft muss man vermuten, dass jetzt nicht nur der Hype überstrapaziert wird, sondern dass am Ende auch nicht viel Konkretes rauskommt — vermutlich wieder mal ein Plattform-Konzept oder die Ankündigung strategischer Partnerschaften.
Aber warten wir mal ab. Die Website vertröstet bis zum 9.3., was rein zufällig auch der Starttermin der Cebit ist.
UPDATE: Ach, und währenddessen gibt’s drüben bei Intel ebenfalls eine Ankündigungs-Animation für den “Ultra mobile PC”. Könnte sogar identisch sein mit dem Microsoft-Projekt. Bei Intel wird versprochen, dass ab dem 7. März mehr zu erfahren ist.
Irgendwie hat Intel in letzter Zeit keine so glückliche Hand mit Produktnamen. Erst “Viiv”, von dem immer noch niemand weiss, wie man es genau ausspricht, und jetzt “UMPC”. Und wie spricht man das jetzt aus? “Ummpptz” vielleicht? Klingt irgendwie nach Technomusik.
Obwohl alle vom mobilen Internet reden, ist die unschöne Realität, dass es eigentlich noch immer bedenklich wenige gute Informationsdienste gibt, die für Smartphones und PDAs wirklich optimiert sind. Vor allem bei der Tagesaktualität ist das Angebot sehr dünn. Die wenigen Newsmedien, die überhaupt eine Mobilversion bieten, tun das meistens reichlich lieblos und mit einer mehr als unpraktischen Navigation.
Ein typisches Beispiel ist die Mobilversion der Financial Times Deutschland: Gerade mal drei Schlagzeilen werden auf der Einstiegsseite angezeigt, für alles andere muss man sich mühsam mit einer einer merkwürdigen Pulldown-Navigation herumschlagen. Auf den eigentlichen Meldungsseiten wird unnötigerweise jeweils ein winziges, aber aufgrund der immer noch skandalös hohen Telecom-Gebühren teures Bild gezeigt.
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“English Cut” ist ein ganz besonderes Blog: Dort schreibt nämlich Thomas Mahon, ein Schneider, über die Anzüge, die er herstellt.
Mahon ist allerdings kein gewöhnlicher Schneider, sondern einer der aufstrebenden Stars von Londons Savile Row. Seine hochexklusiven Massanzüge stellt er für Klienten wie Prinz Charles und Brian Ferry her. So ein “Bespoke”-Anzug britischer Tradition hat natürlich nichts mit ordinärer Billig-Massenware à la Armani zu tun. Für die einfacheren Modelle von Thomas Mahon muss man schon so um die 2500 Euro anlegen, besondere Stoffe kosten auch gern einiges mehr. Dafür bekommt man aber einen hochexklusiven, perfekt massgefertigten, bis ins letzte Detail handgefertigten Anzug. Und zwar handgefertigt in London, nicht Hongkong.
Mahon bloggt seit gut einem Jahr so gut und unterhaltsam über dieses Thema, dass er offenbar zahlreiche Kunden auf diesem Weg gewonnen hat. Inzwischen sind es so viele geworden, dass er vor einigen Tagen auf seinem Blog ankündigte, sich in Zukunft auf nur 100 Anzüge im Jahr beschränken zu wollen:
This is about 2 suits per week, which is roughly the ideal number. Anything less and I’m twiddling my thumbs; anything more and things start getting hectic.
Eine perfekte Fallstudie über Blog-Marketing: Ein wirklich gut und persönlich geschriebenes Blog, ein bisschen Long Tail (Mahons Anzüge sind beim besten Willen nicht Mainstream), gutes Suchmaschinen-Marketing (das Blog erscheint bei Google für das Stichwort “Bespoke Suit” natürlich auf Platz 1) und daraus resultierender kommerzieller Erfolg.