Google Finance: Google geht unter die Content-Anbieter
Von Andreas Göldi am 21. März 2006 um 09:56 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Analysen
Bisher hat Google ja immer stark darauf geachtet, “nur” Aggregator von Web-Inhalten zu sein und möglichst keine redaktionell aufbereiteten eigenen Inhalte anzubieten. “Algorithmen statt Redakteure” war offenbar die Devise.
Das ändert sich jetzt wohl ein wenig: Heute ging die neue Börsensite Google Finance ans Netz. Geboten wird ein ähnlicher Funktionsumfang, wie man ihn von anderen Finanzsites kennt, allerdings google-typisch mit minimalistischem Design und hipper Benutzeroberfläche (AJAX…) ausgestattet. Verglichen mit Wettbewerbern wie Yahoo Finance kommt die neue Google-Site erheblich übersichtlicher daher.
Und natürlich bringt Google seine Such-Intelligenz auch in dieses neue Produkt ein: Wo man bei anderen Börsensites mühsam nach Ticker-Symbolen suchen muss, reicht es hier, im Suchfeld Firmenname, Branche oder ähnliche Angaben einzugeben.
Auch die Verknüpfung der einzelnen Elemente ist schön: Beispielsweise wird auf der Kursgrafik dargestellt, welche News-Meldung zu welchem Zeitpunkt aufgetaucht ist. So wird der Zusammenhang von Meldungen und Kurs-Höhenflügen bzw. -Abstürzen gleich viel klarer.
Auch wenn hier natürlich wie immer bei Google viel Technik drin steckt, ist das ganze doch sehr deutlich ein Content-Angebot in relativ traditioneller Art. Google stellt hier nicht einfach objektiv rangierte Suchergebnisse dar, sondern sucht bewusst Quellen aus und verpackt sie in ein ganzheitliches, konsistentes Medienprodukt. Hinzu kommt: Google Finance wird Diskussionsforen bieten, die von Redakteuren moderiert werden.
Werbung findet sich auf der neuen Site bisher noch nicht, aber das ist vermutlich auch nur eine Frage der Zeit. Google Finance wird die Beliebtheit der Suchmaschine bei den Medienhäusern jedenfalls wieder mal nicht stärken. Mit solchen Angeboten konkurrenziert Google gleich Dutzende von Firmen.
(via John Battelle)
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