Murdoch:
Alte Medien-Elite verliert ihre Macht

Andreas Göldi, 16. März 2006 07:15 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Medienzar Rupert Murdoch, gerade 75 Jahre alt geworden, fällt in der Medienbranche wieder mal unangenehm auf. In einer Rede diese Woche sagte er zum Beispiel:

“Power is moving away from the old elite in our industry — the editors, the chief executives and, let’s face it, the proprietors.”

Das werden diejenigen unter den Medien-Granden, die sich immer noch die guten alten Zeiten zurück wünschen und das Internet am liebsten verbieten würden, nicht gerne hören.

Murdoch weiter:

“So, media becomes like fast food — people will consume it on the go, watching news, sport and film clips as they travel to and from work, on mobiles or handheld wireless devices like Sony’s PSP, or others already in test by our satellite companies.”

Hmm. Offensichtlich denkt man bei Murdoch’s News Corp heftig über die Zukunft nach, aber ist (wie alle anderen auch) noch nicht auf eine konsistente Weltsicht gestossen. Ob der Vergleich mit Fast Food so besonders zutreffend und intelligent ist, kann man sich wirklich fragen. Was waren denn dann die bisherigen Medienkanäle? Gourmet-Essen?

Meine Interpretation der Essens-Metapher wäre etwas anders: Bisher haben wir in eine Kantine alter Schule gegessen. Es gibt genau ein Menu, und wenn einem das nicht passt, hat man halt Pech gehabt. Die neuen Medien ähneln eher einer modernen Free-Flow-Selbstbedienungsrestaurant: Man kann sich sein Essen aus einer Vielzahl von Töpfen selbst zusammenstellen, ganz nach Lust und Laune. Dass dabei aber eine einigermassen geschmackvolle Kombination rauskommt und man sich ausgewogen ernährt, dafür ist man ganz allein selbst verantwortlich.

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