Old Media und das Internet:
Die einen kapieren’s, die anderen nicht
Die Online Publishers Association führte in den letzten Tagen ihr “Forum for the Future” in London durch. Der “Guardian” berichtete ausführlich mit einem Live-Blog.
Dabei zeigte sich in den verschiedenen Beiträgen ganz deutlich, wie riesig die Unterschiede bei den klassischen Medienhäusern sind, wenn es um konkrete Vorstellungen darüber geht, wie man auf Internet, Blogging und Suchmaschinen reagieren soll.
Am einen Ende des Spektrums überraschte Reuters-Chef Tom Glocer mit einer einsichtsvollen Keynote-Rede. Den Trend zu User-generated Content sollten die Medien nicht bekämpfen, sondern akzeptieren und für sich nutzen, meinte er. Klassische Medienhäuser werden nach wie vor eine wichtige Rolle als Filter im immer grösser werdenden Informationswust haben, und diese Rolle sollten sie selbstbewusst spielen, statt sich gegen das Internet zu sträuben, sagte Glocer:
“Protectionism doesn’t work, but neither does total surrender. As media companies, we now have access to a rich world of sources. Let’s not turn away from the potential of all of this, but understand it and unlock it.”
Aber es gab auch Redner, die mit dieser aufgeklärten Denkweise ihre Probleme haben. Phillipe Janet von “Les Echos” zielte vor allem auf Google News:
“Google News is a very bad product. It has no business model, no cost and no quality. [..] I don’t say that Google News has to die, but we prefer to have a contract with services like Lexis Nexis to give us money and audience. Google News just gives us audience.”
Tja, viel Spass dann noch mit diesen Wunschträumen. Aber solche radikalen Ansichten scheinen eher die Ausnahme gewesen zu sein. Die meisten “klassischen” Online-Publisher scheinen immer besser zu verstehen, wohin die Entwicklung geht.
Guardian-Blogger Jason Deans fasst die allgemeine Stimmung so zusammen:
“The media is no longer in control - digital consumers are, so deal with it. Give them what they want, when they want it: be it online news, blogs, podcasts, audio, video, whatever. Interact, react, be light on your feet. And help consumers to make their own stuff - user generated content was a phrase that cropped up again and again. Do all that - and then try to work out how to make money out of it, seemed to be the message… hmm.”
Ja, weiteres Nachdenken ist da tatsächlich nötig.
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