Der Origami-Hype:
Microsoft schneidet sich eine Scheibe Apple ab

Andreas Göldi, 26. Februar 2006 08:42 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Normalerweise kündigt Microsoft seine Neuheiten trocken an irgendwelchen Branchenkonferenzen an, und die neuen Produkte tragen dann charmante Namen wie “Windows Communications Server 2009 for Enterprise Solutions Tablet Edition”. Apple macht das bekanntlich ganz anders: Schon Wochen vor der Ankündigung werden Gerüchte gestreut (und die Gerüchtestreuer, damit das alles glaubwürdiger wird, auch regelmässig verklagt). Und die Apple-Produkte haben dann auch immer kurze, coole Namen.

Microsoft scheint diese Methode für sein neustes Produkt übernehmen zu wollen: Unter dem Namen “Origami” geistert seit einigen Tagen ein Phantom-Gadget durch die Blogosphere, und die einschlägigen Blogs und Diskussionsforen überschlagen sich mit Spekulationen.

Eine offenbar zu Microsoft gehörende Website namens Origamiproject.com heizt die Spannung weiter an und verspricht weitere Details am 2. März. Da sind wir aber mal gespannt.

Inzwischen ist die Sache schon etwas konkreter geworden. Auf der Website der Werbeagentur Digitalkitchen ist rein zufällig bzw. aus Versehen — Zwinker, Zwinker — ein Video aufgetaucht, das das mysteriöse Device im Einsatz (wie immer durch lauter hippe, junge, gutaussehende Menschen mit tollen Berufen) zeigt. Hier der Direktlink zum Video.

Demnach ist Origami wohl nichts anderes als der kürzlich gerüchtehalber schon angekündigte “Ultramobile Lifestyle PC“, im Prinzip also so eine Art Mini-Tablet-PC. In dem Video sieht das Ding allerdings noch recht klobig aus und scheint auch nichts anderes zu können als mein guter alter Tablet-PC von Motion Computing. Irgendwelche Revolutionen konnte ich da bisher nicht entdecken.

Kann gut sein, dass Microsoft nach dem weitgehenden Misserfolg des Tablet-Konzepts im Markt für Grossunternehmen jetzt einfach versucht, die Idee im Consumer-Markt zu positionieren. Und falls die Dinger billig genug werden und noch etwas netter aussehen als diese ersten Entwürfe, hat das ja vielleicht sogar Chancen.

Aber eben: Ab 2. März wissen wir mehr…

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