Neues im Classifieds-Markt:
Edgeio und lustige Businessmodelle bei Tamedia

Andreas Göldi, 27. Februar 2006 um 18.19 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Im Classifieds-Sektor gab es heute gleich zwei interessante Meldungen:

Erstens startete heute der innovative Aggregationsdienst Edgeio offiziell seinen Betrieb. Edgeio sammelt Classified-Anzeigen von dezentralen Sites ein, insbesondere von Blogs. Alle als “listing” getaggedten Blog-Posts finden ihren Weg in die Edgeio-Datenbank und werden so zentral suchbar. Im Prinzip implementiert Edgeio also erstmals konsequent die Idee der völlig dezentralen Publikation von Anzeigen, wie sie sich in der Structured-Blogging-Initiative bereits angekündigt hat. Jürg Stuker und Berni Seefeld haben in der Testphase schon ausführlicher über Edgeio geschrieben.

Wird dieses Konzept die Online-Classifieds revolutionieren? Nun, bisher hat Edgeio wohl eher den Status eines gut gemachten “Proof of Concept”. Wie es mit der Skalierbarkeit und der Praxistauglichkeit (vor allem für Nicht-Geeks, die ihre RSS-Feeds nicht selber programmieren) steht, muss sich erst noch zeigen. Aber beobachten muss man das auf jeden Fall.

Währenddessen verfolgt der Zürcher Grossverlag Tamedia etwas konventionellere Konzepte: Heute wurde angekündigt, dass neu auch die Anzeigen der von diesem Haus verlegten Stellenbeilagen online auf der Jobplattform “Jobwinner” zur Verfügung stehen sollen. Gute Idee, eigentlich.

Beim genaueren Anschauen glaubte ich aber zunächst an einen Fasnachtsscherz: Die Print-Anzeigen werden nicht etwa in die normale Datenbank der Plattform integriert, sondern völlig getrennt als e-Paper im Zeitungslayout angeboten. Dieser Zugang enthält keinerlei Suchmechanismen, man muss also den Stellenbund manuell durchblättern.

Und jetzt kommt’s: Für diese –mit Verlaub– vorsintflutliche Lösung soll der Leser auch noch bezahlen, und zwar volle 20 Fr. für 3 Monate bzw. 70 Fr. für ein Jahr.

Gut, als Abonnent der Print-Produkte kriegt man das ganze gratis, muss aber immer noch mühsam ein Passwort “beantragen” (wie es im Beschreibungstext kundenfreundlich heisst). Das habe ich natürlich auch gleich gemacht, und musste hierfür erstmal meine Kundennummer eingeben, die sich praktischerweise auf der Abo-Rechnung befindet (die man natürlich immer zu Hand hat, klar). Kurz danach stand mir aber schon die ganze Herrlichkeit nicht volltextsuchbarer Print-Abbilder der aktuellen Stellenbeilagen zur Verfügung.

Bedauerlicherweise verkauft Tamedia ihren Stelleninserenten inzwischen aber auch fleissig “richtige” Online-Anzeigen, so dass die Redundanz zwischen der e-Paper-Ausgabe und der normalen Online-Datenbank beträchtlich ist. Von 10 zufällig ausgewählten Print-Anzeigen aus dem Kadermarkt “Alpha” fand ich acht auf der Online-Plattform wieder (natürlich nicht verlinkt, sondern mit manueller Suche). Aber um die Dublettenbereinigung soll sich doch gefälligst der Leser kümmern, denkt man sich wohl bei Tamedia. Stellensuchende haben ja Zeit.

Liebe Online-Leute von Tamedia: Bitte erklärt doch auch mal Eurer internen Print-Fraktion (von der diese Idee, vermute ich mal, stammen muss), dass e-Paper keine tolle, moderne Sache ist, sondern das umständlichste Medium seit der Marmortafel. Dafür, dass Eure Leser sich mit so etwas herumschlagen, müsstet Ihr ihnen eigentlich etwas bezahlen und nicht noch Geld abknöpfen.

Web 2.0:
Alles Mittelmässigkeit und Kommunismus?

Andreas Göldi, 26. Februar 2006 um 17.25 Uhr, 1 Kommentar Kommentare

Nach all der weitgehend inkompetenten Blogging-Nörgelei in den Mainstream-Medien (zuletzt in unserem Staatsradio) tut es gut, endlich einmal eine intellektuell etwas fundiertere Kritik des Web-2.0-Phänomens zu lesen:

Andrew Keen, ein ehemaliger Silicon-Valley-Unternehmer, äussert in einem vielbeachteten Artikel im amerikanischen Politmagazin “The Weekly Standard” sein grundlegendes Misstrauen gegenüber der Utopie der Web-2.0-Propheten. Neben der üblichen Kritik an den oberflächlichen Buzzwords der Web-2.0-Szene geht Keens Argumentation aber wesentlich tiefer:

So what, exactly, is the Web 2.0 movement? As an ideology, it is based upon a series of ethical assumptions about media, culture, and technology. It worships the creative amateur: the self-taught filmmaker, the dorm-room musician, the unpublished writer. It suggests that everyone–even the most poorly educated and inarticulate amongst us–can and should use digital media to express and realize themselves. [...]

Traditional “elitist” media is being destroyed by digital technologies. Newspapers are in freefall. Network television, the modern equivalent of the dinosaur, is being shaken by TiVo’s overnight annihilation of the 30-second commercial. The iPod is undermining the multibillion dollar music industry. [...]

Is this a bad thing? The purpose of our media and culture industries–beyond the obvious need to make money and entertain people–is to discover, nurture, and reward elite talent. Our traditional mainstream media has done this with great success over the last century. [...] Hitchcock could never have made his expensive, complex movies outside the Hollywood studio system. Bono would never have become Bono without the music industry’s super-heavyweight marketing muscle.

Keen stellt also auch fest, dass die Selfpublishing-Welle im Internet traditionelle Medien in Gefahr bringt. Dadurch verlieren diese aber, meint er, ihre (kommerzielle) Fähigkeit, wirklich ausserordentliche Talente zu entdecken und zu fördern. Was übrigbleibt, ist ein riesiger, wenn auch schön demokratisch angesammelter Haufen amateurhafter Mittelmässigkeit.

Und noch weiter:

Another word for narcissism is “personalization.” Web 2.0 technology personalizes culture so that it reflects ourselves rather than the world around us. Blogs personalize media content so that all we read are our own thoughts. Online stores personalize our preferences, thus feeding back to us our own taste. Google personalizes searches so that all we see are advertisements for products and services we already use.

Durch die ganze Personalisierbarkeit der digitalen Medien werden wir also nur noch den Informationen und kulturellen Angeboten ausgesetzt, die schon mit unserem etablierten Denken kompatibel sind, sagt Keen. Dadurch geht jede intellektuelle Herausforderung und Möglichkeit zum Entdecken anderer Ideen verloren.

Das sind, so finde ich, zwei durchaus valable Argumente, auch wenn ich sie in dieser Radikalität nicht nachvollziehen kann. Seien wir ehrlich: Bisher fehlt der Web-2.0-Bewegung eine echte Antwort darauf, wie Künstler/Schreibende/Blogger sich in dieser neuen Welt wirtschaftlich über Wasser halten können. Das Businessmodell steckt wirklich noch in seinen frühen Anfängen. Und “Ich verkaufe meine Blog-Firma teuer an AOL” funktioniert leider nicht für jeden.

Und ebenso unklar ist es bisher, wie man in dem gigantischen Wust von Blogs, Podcasts und anderen Informationsangeboten auf massentaugliche Weise das finden kann, was relevant ist. Klar, es gibt dafür viele gute Ansätze, aber ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass eine kollaborative Site wie beispielsweise del.icio.us jemals zu einem echten Massenphänomen (im Sinn von: wird von mehr als 2/3 der Bevölkerung benutzt) werden wird.

Leider werden diese durchaus wertvollen Diskussionsfäden in Keens Artikel ziemlich entwertet durch seinen eher lächerlichen Vergleich von Web 2.0 und Kommunismus:

Just as Marx seduced a generation of European idealists with his fantasy of self-realization in a communist utopia, so the Web 2.0 cult of creative self-realization has seduced everyone in Silicon Valley. The movement bridges counter-cultural radicals of the ’60s such as Steve Jobs with the contemporary geek culture of Google’s Larry Page. Between the book-ends of Jobs and Page lies the rest of Silicon Valley including radical communitarians like Craig Newmark (of Craigslist.com), intellectual property communists such as Stanford Law Professor Larry Lessig, economic cornucopians like Wired magazine editor Chris “Long Tail” Anderson, and new media moguls Tim O’Reilly and John Batelle.

Aha. Eine umfassende Verschwörung zwischen Althippies und utopisch-naiven Google-Geeks also. Und auch noch Steve Jobs macht mit, der alte Kommunist.

Schade, dass dieser Ausbruch da reingerutscht ist. Aber wie gesagt, mit den weiter oben genannten Argumenten legt Keen durchaus den Finger auf wunde Punkte der Web-2.0-Welle.

Andrew Keen hat übrigens, bei aller Kritik, natürlich auch sein eigenes Blog.

Der Origami-Hype:
Microsoft schneidet sich eine Scheibe Apple ab

Andreas Göldi, 26. Februar 2006 um 8.42 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Normalerweise kündigt Microsoft seine Neuheiten trocken an irgendwelchen Branchenkonferenzen an, und die neuen Produkte tragen dann charmante Namen wie “Windows Communications Server 2009 for Enterprise Solutions Tablet Edition”. Apple macht das bekanntlich ganz anders: Schon Wochen vor der Ankündigung werden Gerüchte gestreut (und die Gerüchtestreuer, damit das alles glaubwürdiger wird, auch regelmässig verklagt). Und die Apple-Produkte haben dann auch immer kurze, coole Namen.

Microsoft scheint diese Methode für sein neustes Produkt übernehmen zu wollen: Unter dem Namen “Origami” geistert seit einigen Tagen ein Phantom-Gadget durch die Blogosphere, und die einschlägigen Blogs und Diskussionsforen überschlagen sich mit Spekulationen.

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Der DRS3-Bericht und das Expertentum in den Medien

Andreas Göldi, 25. Februar 2006 um 8.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Die Schweizer Blogger-Szene regt sich gerade ausführlich über einen Beitrag auf Radio DRS3 auf, in dem Blogs mehr oder weniger als irrelevante Modeerscheinung dargestellt wurden. Die Kritik an diesem Beitrag muss man wohl kaum mehr vertiefen, denn ausführliche Besprechungen gibt es schon genug. Im Prinzip reiht sich diese Reportage auch nur nahtlos in die Reihe blogkritischer (und meist eher inkompetent recherchierter) Berichte in den Schweizer Medien ein. Über die möglicherweise tiefer sitzenden Gründe habe ich mir hier auch schon ausgelassen.

Was aber am DRS3-Beitrag auffällt, sind die Aussagen von Medienwissenschaftler Mirko Marr von der Uni Zürich. Aus Marrs Aussagen kann man nur schliessen, dass er keine besonders grosse Sachkenntnis über Blogging hat oder diese zumindest in dem Beitrag nicht rüberbringen konnte (oder wollte?). Zumindest aber, kann man seiner Publikationsliste entnehmen, publiziert er über Internet-Themen stark aus der Sichtweise klassischer Medien. Das hat seine Berechtigung, aber als jemand, der das Phänomen “Blogs” differenziert ausleuchten kann, wäre er darum wohl kaum erste Wahl. Warum taucht er dann als Experte in einem Radiobeitrag auf?

Da ich selbst schon das eine oder andere Mal das Vergnügen hatte, als “Experte” von diversen Medien interviewt zu werden, kann ich diese Fehlbesetzung gut nachvollziehen. Gerade elektronische Medien suchen sich ihre Experten selten nach dem Kriterium “Kompetenz” aus, sondern lieber nach dem Aspekt “Ist noch vor Redaktionsschluss für ein Interview verfügbar und kann drei zusammenhängende Sätze von sich geben”.

Das läuft dann beispielsweise so ab wie damals, als ich als Experte für Computerviren für einen bekannten Schweizer Privatsender herhalten musste (Verkürzte Wiedergabe eines tatsächlichen Falls, der ca. 3-4 Jahre her ist. Echte Namen der Redaktion bekannt):

Telefon klingelt, ich hebe ab. Am anderen Ende spricht der Journalist.

Journalist: “Guten Tag, hier ist Fritz Müller von Tele Hintertupfingen. Ich habe ihren Namen von einem Kollegen erhalten, wir suchen nämlich für ein Interview einen Experten für Computerviren. Im Moment geht ja gerade dieser neue Virus um.”

Ich: “Danke für Ihre Anfrage. Ich mache zwar viel mit IT und Internet, aber ich bin kein Experte für Viren. Das ist ein sehr spezielles Gebiet.”

Journalist: “Aber sie könnten doch sicher einige kurze Aussagen zu diesem neuen Virus machen? Wir müssten nämlich noch bis 16 Uhr ein Interview mit einem Experten haben. Müsste wirklich nur ganz kurz sein.”

Ich: “Ein paar Dinge könnte ich vielleicht schon sagen, aber das wäre wirklich nur ganz oberflächlich.”

Journalist: “Das reicht schon aus, wir machen ja kein Schulfernsehen hier, haha. Dann ist also in 15 Minuten unser Kamerateam bei Ihnen.”

So wurde ich also zum Experten für Viren. In der Mischung aus Überrumpelung und Geschmeicheltsein, dass das *Fernsehen* mit einem reden will, macht man dann halt irgendwie mit. Und man erlebt als “Experte” die Macht der elektronischen Medien: Noch zwei Jahre später wurde ich auf diesen kümmerlichen Beitrag ehrfurchtsvoll angesprochen.

Der Sender hat mich übrigens noch einige weitere Male angefragt, und zwar zu Themen, zu denen ich wirklich kompetent gewesen wäre. Da ich aber nicht gerade innerhalb einer halben Stunde für ein Interview verfügbar war, hat man dann halt jemanden genommen, der vermutlich etwa so kompetent war wie ich damals zu Viren…

Diese Methode der Expertenwahl funktioniert sogar oft recht gut. Nur dann, wenn wie in dem DRS3-Beitrag über Blogging wirklich eine fundierte Einschätzung gefragt ist, wird’s natürlich mit dieser Methode gefährlich. Ein wirklich seriös recherchierter Beitrag hätte darum sicher zwei bis drei Experten befragt und deren Aussagen gegenübergestellt. Aber das war bei DRS 3 wohl nicht das Ziel.

Der grosse Graben:
Telekommunikation in Indien

Andreas Göldi, 21. Februar 2006 um 6.00 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Noch bis Ende der Woche bin ich in Indien unterwegs. Neben vielen anderen Eindrücken erhielt ich auch einen Einblick in der Stand der Dinge hinsichtlich Telekommunikation und Internet in diesem faszinierenden Land.

Die wichtigsten Wachstumsbranchen für Indien sind natürlich IT und BPO (Business Process Outsourcing), also das Erbringen diverser Dienstleistungen für ausländische Firmen wie z.B. Softwareherstellung, Call-Center-Betrieb, Abwickeln von Administrationsprozessen usw. Ganz offensichtlich braucht man hierfür modernste Telecom-Infrastruktur, und die ist in Indien zumindest für grössere Firmen natürlich auch problemlos erhältlich.

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Kleine Blog-Pause

Andreas Göldi, 11. Februar 2006 um 16.34 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Falls sich jemand wundert, warum in diesem Blog derzeit so wenig (um nicht zu sagen gar nichts) läuft: Ich bin gerade auf einer Reise in Indien, und da gibt es — man glaubt es kaum — auch noch andere interessante Dinge zu tun als Blog-Einträge zu schreiben.

Immerhin, die Connectivity ist gar nicht mal schlecht: In den grossen Städten bekommt man problemlos zuverlässigen (wenn auch ziemlich teuren) Breitbandzugriff. Aber hier auf dem Land draussen — ich befinde mich gerade in Nawalgarh in Rajasthan — gilt schon ein Telefonanschluss im Hotelzimmer als exotischer Luxus. Man wäre ja schon froh, wenn man mal für ein paar Stunden ununterbrochene Stromverbindung haben könnte.

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Bald “Ultramobile Lifestyle PCs” und passende Jacken?

Andreas Göldi, 3. Februar 2006 um 8.29 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Apropos ultraportable PCs: Es machen Gerüchte die Runde, dass Microsoft bald die Spezifikationen für eine neue Generation von “ultramobilen Lifestyle-PCs” herausgeben will. Das ganze soll etwa so aussehen:

  • “wearable” (was auch immer das genau heisst)
  • 12 Stunden Batterielebensdauer
  • Always on
  • Bildschirmgrösse ca.10 Zoll
  • Stiftbasierte Bedienung
  • Läuft mit voller Windows-Version
  • ca. 500$ teuer

Klingt gut, würde aber, mit Verlaub, einen sehr erheblichen Technologiesprung gegenüber der heutigen Generation von windowsbasierten Mobilgeräten voraussetzen.

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Schweizer Fernsehen:
Online als Selbstverständlichkeit

Andreas Göldi, 2. Februar 2006 um 10.40 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gerade konnte ich quasi am eigenen Leib erfahren, wie weit der Online-Konvergenz-Gedanke bei unserem oft als konservativ verschrieenen nationalen Fernsehsender bereits gediehen ist: Derzeit arbeite ich zusammen mit der Journalistin Suzann-Viola Renninger an einer Videodokumentation über das Kunstprojekt “Gugusdada” des Künstlerduos Com&Com. Worum es bei dem Projekt geht, liest man am besten auf der Website selber nach.

Gestern hat das Schweizer Fernsehen in seiner Sendung “» weiterlesen

Dafür also hat Ebay $4 Mia. gezahlt…

Andreas Göldi, 1. Februar 2006 um 13.57 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Google:
Einmal General Motors über Nacht vernichtet

Andreas Göldi, 1. Februar 2006 um 7.45 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

…natürlich nicht die eigentliche Firma, sondern den finanziellen Gegenwert an Börsenkapital.

Google gab gestern seine Quartalsresultate bekannt. Wie gewohnt waren die ziemlich spektakulär: Gewinn gegenüber dem Vorjahresquartal fast verdoppelt, Umsatz um 86% gesteigert.

Aber natürlich hatte die Börse (bzw. genauer gesagt die Analysten) noch viel mehr erwartet. Offensichtlich hat sich die Finanzcommunity so weit in die Google-Hysterie hineingesteigert, dass jedes Resultat, das nicht gerade sämtliche Naturgesetze aufhebt, als Enttäuschung aufgenommen wird.

Und darum wurde die Google-Aktie im nachbörslichen Handel auch gnadenlos abgestraft: Um fast 12% fiel sie, und der dabei buchstäblich über Nacht vernichtete Wert — $16 Mia — entspricht eben ziemlich genau dem aktuellen Marktwert von General Motors.

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