CES:
Die wichtigsten Trends

Andreas Göldi, 8. Januar 2006 um 9.24 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Inzwischen bin ich dem Rummel von Las Vegas wieder entflohen und wohlbehalten in Europa zurück. Zeit, um die wichtigsten Trends der CES zusammenzufassen:

Trend 1: HDTV

Darüber habe ich hier schon genug geschrieben. Hochauflösendes Fernsehen hat sich in den USA klar durchgesetzt, und Europa wird folgen.

Trend 2: Explosion der Mobil-Gerätepalette

Die Zahl der erhältlichen mobilen Geräte explodiert förmlich. Alle denkbaren (und undenkbaren) Ausstattungsvarianten, Form Factors und Feature-Kombinationen sind erhältlich.

Eine gute Illustration ist die Produktpalette von Marktführer Nokia: Im Jahr 1996 stellte Nokia gerade mal 5 neue Modelle vor, darunter das legendäre “Matrix-Bananen-Handy” 8110 und die erste Communicator-Generation. 2001 waren es 14 neue Modelle. Und 2005? Satte 45 Modellneuheiten kamen aus Finnland (Quelle: » weiterlesen

Live von der CES:
Die Kunst der Ankuendigung

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 16.07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

An der CES dreht sich viel um die Keynote-Präsentationen der grossen Player. An diesen je ca. 90 Minuten langen Shows erwartet man sich grosse Ankündigungen und wegweisende Aussagen.

Hier nochmal eine Liste der diesjährigen Keynotes:

Microsoft

Hauptthemen: Windows Vista, Media Center, Musikdienst Urge (mit MTV), Xbox 360

Stargast: Justin Timberlake

Sony

Hauptthemen: Sony Reader, Digital Cinema, Playstation 3

Stargast: Tom Hanks, Dan Brown

Intel

Hauptthemen: Intel Viiv

Stargast: Tom Hanks, Morgan Freeman, Dani de Vito

Yahoo

Hauptthemen: Yahoo Go

Stargast: Tom Cruise

Google

Hauptthemen: Google Pack, Google Video Marketplace

Stargast: Robin Williams

Viel Aufwand wird da also getrieben.

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Live von der CES:
Viel warme Luft von Intel

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 15.03 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Der grosse Bullshit-Preis erster Klasse für die grösste Marketingkampagne mit der dünnsten Aussage geht dieses Jahr eindeutig an Intel für die Vorstellung der neuen Viiv-Platform (ausgesprochen “Waif”). So etwa jede zweite Plakatwand im Grossraum Las Vegas machte Werbung für Intels jüngstes Kind, und auch auf der Messe war das Viiv-Logo omnipräsent.

Wenn man jetzt nur wüsste, was denn eigentlich dahintersteckt. Anders als bei vorhergehenden Intel-Plattformen (Pentium = schnell, Centrino = Wifi) fehlt bei Viiv eine greifbare Umschreibung des Nutzens. Laut Intel handelt es sich bei Viiv um eine “Kombination von Hardware und Software, die ein neuartiges Medienerlebnis ermöglicht”. Aha. Das behaupten leider auch etwa 95% aller anderen CES-Aussteller von ihren Geräten.

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Live von der CES:
Randnotizen

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 14.18 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Sonst noch aufgefallen:

Bluetooth muss nicht hässlich sein: Jabra engagierte den dänischen Designer Jacob Jensen für dieses schöne neue Headset.

Der passende Fernseher zur Fussballweltmeisterschaft (echt Leder!). Gibt es auch in den Geschmacksrichtungen Basketball und Football.

Nie mehr Snowboarden ohne Lärm: Motorola zeigte zusammen mit Burton eine Snöber-Jacke mit eingebauten Lautsprechern sowie einen ebenso ausgestatteten Helm.

Das ist wohl nur in Las Vegas möglich: Gleichzeitig mit der CES und — sicher rein zufällig — auch gleich in einer angrenzenden Messehalle findet die “Adult Entertainment Expo” statt. Klar, Content ist ja wichtig. Im Grenzgebiet der beiden Messen führte das dann zu einer interessanten Durchmischung des geekigen CES-Publikums mit ein paar, äh, Schauspielerinnen aus der einschlägigen Filmbranche.

Sie verlassen jetzt die Hardware-Zone, hier geht’s zur Software.

Sonys Roboterhund Aibo kann jetzt auch bloggen: Der Kleine sendet seine Erlebnisse drahtlos an einen Webdienst und protokolliert auf diese Weise, was man als Artificial Dog so alles macht.

Es muss nicht immer High-Tech sein: Ein elektrischer Bleistiftspitzer ist ja auch Unterhaltungselektronik. Irgendwie.

Live von der CES:
Google Pack und Video Marketplace

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 13.56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Google reitet imagemässig wieder mal auf seinem “Don’t be evil”-Motto rum und hatte mit Abstand den niedlichsten Stand. Da konnte man mit lustigen Rubbelspielen süsse Google-Souvernirs gewinnen und mit flauschigen Plüsch-Legosteinen spielen. Der ganze Stand war stark pädagogisch ausgerichtet, denn Google scheint zu fürchten (vermutlich nicht zu Unrecht), dass die User gar nicht wissen, was man bei Google alles an tollen Services bekommen kann. So wurde dann auch die ganze Produktpalette ausführlich demonstriert.

Die vor der Messe gestreuten Gerüchte um einen Google-PC haben sich also definitiv als falsch herausgestellt. Was Google aber in der Keynote-Rede von Larry Page ankündigte, war zwar nicht sensationell, aber doch mehrheitlich bemerkenswert.

Unter dem Namen “Google Pack” wird neu eine Sammlung aller Google-Softwareelemente (Earth, Picasa, Desktop, Toolbar) sowie einiger Fremdprodukte (Firefox, Norton Antivirus, Acrobat Reader) mit einem handlichen einzigen Installer angeboten. Schon am ersten Messetag wurden CD-ROMs mit dieser Sammlung am Google-Stand verteilt, und peinlicherweise muss ich sagen, dass ich nicht gemerkt habe, dass das was Tolles sein soll. Aber Google will damit auch nicht Early Adopters ansprechen, die diese Produkte eh schon alle haben, sondern halt die breite Masse der User.

Eine interessante Strategie, die natürlich ganz eindeutig in Richtung Microsoft zielt. Denn Microsofts grösster Vorteil ist Convenience: Produkte, die schon im Betriebssystem eingebaut sind, braucht man nicht mühsam zu installieren und zu konfigurieren. Dass Google jetzt ein simples “Alles aus einer Hand”-Paket anbietet, das natürlich rein zufällig den User stark an Googles Services bindet, ist da eine gute Antwort.

Das zweite grosse Announcement betraf den Video-Bereich: Google wird einen Video-Online-Shop anbieten, in dem User Shows von CBS kaufen können, unter anderem Hits wie “CSI” oder “Survivor”. Für Sportfans gibt es die Basketball-Spiele der NBA, für Musikfreunde Videoclips von Sony-BMG-Künstlern. Vorerst beschränkt sich die Verfügbarkeit natürlich wieder mal nur auf die USA.

Die Felle im amerikanischen Internet-TV-Markt sind somit jetzt weitgehend verteilt. Alle drei grossen Networks haben einen mächtigen Online-Partner gefunden: Apple verkauft Content von ABC, Google den von CBS und Microsoft ist traditionell mit NBC verbandelt. Das vierte Network, FOX, gehört Rupert Murdoch, und der hat bekanntlich seine eigenen Online-Pläne.

Live von der CES:
Pimp my Zapfsaeule

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 13.27 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Meine Frau Bettina hatte an der CES beruflich vor allem damit zu tun, mit Automobilzulieferern zu sprechen. Darum schaute ich mir auch etwas genauer an, was der Automobilelektronik-Bereich so anbot. Navigationssysteme (natürlich mit möglichst grossen Screens) und iPod-Integration sind inzwischen zum absoluten Standard geworden. Eingebaute DVD-Player werden in den USA auch immer selbstverständlicher.

Und immer mehr wird das Auto zum mobilen Aussenposten der heimischen Multimedia-Umgebung. Hitachi und Seagate stellten beispielsweise portable Harddisk-Formate vor, die ausdrücklich dafür gedacht sind, umfangreiche Mediensammlungen auch im Auto mitnehmen und abspielen zu können.

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Live von der CES:
Sony und Philips wollen uns was zu lesen geben

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 13.10 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Es soll ja immer noch Leute geben, die zwecks Entertainment auch durchaus mal ein gutes Buch lesen. Das gedruckte Wort ist an der CES aber praktisch abwesend: Ich habe nur einen einzigen Bücherstand gesehen, und an dem wurden nur wenig literarische Titel wie “Wireless Router Modding for Dummies” verkauft.

Sony und Philips aber wollen das Buch ins digitale Zeitalter heben. Sony präsentierte seinen neuen E-Book-Reader — phantasievollerweise “Sony Reader” genannt –, der auf E-Ink-Technologie basiert. Es scheint Sony wirklich sehr ernst zu sein damit: Anlässlich der Sony-Keynote wurde kein Geringerer als Bestseller-Autor Dan Brown (”The Da Vinci Code”) eingeladen, um das Produkt zu promoten.

Das Gerät mit seinem 6-Zoll-Display kann Text und Grafiken in vier Graustufen darstellen. Dank der Eigenschaften von E-Ink ist das Bild perfekt ruhig, einiges angenehmer lesbar als beispielsweise ein gängiger LCD-Screen. Ausserdem benötigt E-Ink nur sehr wenig Strom, was die Batterielebensdauer erheblich steigert. Trotzdem, die Auflösung (800×600) ist noch nicht vergleichbar mit einem gedruckten Buch. Die Typographie wirkt noch etwas unruhig, wenn auch tatsächlich erheblich besser als alles, was es an e-Book-Readern bisher gab.

Der Sony Reader soll in den USA 299-399 $ kosten und mit einem Online-Shop mit etwa 10′000 Büchern starten. Man scheint damit eine iPod-ähnliche Strategie zu verfolgen: Einfaches, spezialisiertes Gerät und Content aus einer Hand. In Europa müssen sich die Interessenten wieder einmal etwas länger gedulden, da es offenbar noch ein paar Probleme mit den Copyrights gibt.

Bei Philips war man noch nicht so weit mit fertigen Produkten, zeigte aber dafür den Prototypen eines rollbaren E-Paper-Displays. Das Gerät kann im zugerollten Zustand transportiert werden, was den Reader erheblich kompakter macht als das Sony-Modell. Ob und wann aus dieser Prinzipstudie ein kaufbares Produkt wird, ist aber noch nicht klar.

Auch wenn die Entwicklung bei den Displays also gut vorankommt, kann das Konzept der heutigen e-Book-Reader noch nicht wirklich überzeugen. Sonys Plan, “den iPod unter den E-Book-Readern” zu bauen, bleibt leider im Ansatz stecken. Der Sony Reader ist ein nettes Produkt, aber weit entfernt vom Innovations- und Designappeal eines iPod. Ausserdem hat das Display bei allen Fortschritten noch ganz offensichtliche Limitationen. Kann gut sein, dass solche Geräte in Nischenmärkten (z.B. für wissenschaftliche Referenzwerke) ihren Platz finden, aber den Paperback-Krimi werden sie noch lange nicht ablösen.

Live von der CES:
Game on

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 um 12.49 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Gaming ist in jeder Hinsicht zu einem essentiellen Teil der Unterhaltungselektronik-Branche geworden. Die Game-Umsätze haben bereits diejenigen der Filmindustrie überholt und wachsen kräftig weiter. Auch Nebeneffekte gibt es: Microsoft behauptete, dass die HD-fähige Xbox 360 ein massgeblicher Treiber für den Verkauf von HDTVs sei.

Der Kampf der Game-Giganten hat sich, dem Eindruck an der CES nach zu schliessen, ganz klar auf Microsoft und Sony zugespitzt. Nintendo fand praktisch nicht statt.

Für die Xbox 360 wurden ein paar neue Titel gezeigt, die (von weitem gesehen, denn Ausprobieren war ohne lange Wartezeiten nicht möglich) recht überzeugend wirkten. Interessant ist auch die Aussage, dass 50% der Xbox-360-Käufer ihre Konsole ans Internet anhängen.

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Live von der CES:
Chaos-Konvergenz der Mobilgeraete

Andreas Göldi, 6. Januar 2006 um 3.54 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Ein klarer Trend der CES ist, dass die Grenzen zwischen den Gerätekategorien im Mobilbereich endgültig verschwinden.

Man hat sich ja längst daran gewöhnt, dass Mobiltelefone mit allen möglichen Zusatzfunktionen angereichert werden. Telefone ohne Kamera und MP3-Player sind ja kaum noch erhältlich. Doch jetzt fangen plötzlich die Navigationssysteme an, MP3s und Videos abzuspielen, die Digitalkameras connecten mit dem Internet, und der mobile Videoplayer hat PDA-Funktionen.

In diesem Gewirr können sich Firmen nur noch mit zwei Strategien abheben. Entweder mit einem besonders einfachen, besonders coolen Gerät (Musterbeispiel: Apple, der prominenteste Abwesende der CES) oder mit einer Perfektionierung einzelner Funktionen.

Meister in letzterer Disziplin ist Samsung.

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Live von der CES:
HDTV? Was sonst?

Andreas Göldi, 6. Januar 2006 um 3.34 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Auf der Funkausstellung in Berlin vor ein paar Monaten wurde das hochauflösende Fernsehen (HDTV) noch als tolle Zukunftstechnologie gefeiert. Die Amerikaner sind da erheblich weiter: Hier ist HDTV eigentlich fast schon zur Selbstverständlichkeit geworden. Fernseher mit “normaler” Auflösung sieht man praktisch nur noch im Mobilbereich.

Längst wird in den USA nicht mehr der Sinn von HDTV diskutiert, sondern darüber, wer die besten Screens baut und wer den besten Content liefern kann. Sony-Chef Stringer meinte in seiner Keynote-Rede, dass 2006 der Absatz von HDTV-Geräten den konventioneller Fernseher erstmals übertreffen wird. Und auch Bill Gates sieht 2006 als “Year of HDTV”.

Und so ist auch wirklich alles, was auf der CES zum Thema Fernsehen und Video zu sehen ist, auf HDTV ausgerichtet.

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