Old vs. New Media:
Wiederholt sich die Geschichte?
Neulich habe ich hier ja schon mal etwas über das etwas angeschlagene Selbstverständnis der Medienschaffenden im digitalen Zeitalter geschrieben (Anlass war die inzwischen hinlänglich bekannte Story rund um Jean-Remy von Matts unglückliche Äusserung über Blogs. Dieses Thema ist jetzt schon seit bald zwei Wochen in der Technorati-Top-5-Liste. Beeindruckende Kommunikationsleistung, das muss man sagen.).
Jack Shafer schreibt in einer lesenswerten Kolumne in Slate regelmässig über den Themenkreis Old vs. New Media (bisher ohne Referenz auf deutsche Werber allerdings). Als klassischer Journalist mit langjährigem Print-Hintergrund ist Shafer auch kaum der Online-Parteilichkeit verdächtig. Umso erstaunlicher, wie er in seiner aktuellen Kolumne zur Sache geht:
Like the long-gone typesetters, today’s newspaper guild members believe that their job is somehow their “property,” and that no amateur can step in to perform their difficult and arduous tasks.
Er vergleicht die aktuellen Entwicklungen rund um Blogging mit der technischen Revolution, die die Zeitungen mit der Einführung des Fotosatzes erlebten. Für die Zeitungsverlage waren die resultierenden Einsparungen damals sehr positiv, für die auf der alten Technologie geschulten Drucktechniker hingegen nicht.
Und bei der neusten technischen Revolution, meint Shafer, geht es den Verlagen und Medienschaffenden an den Kragen:
[You] can make the case that the next entrenched “guild” that technology is likely to bulldoze is the “newspaper guild.” I’m not speaking of the union of the same name, but of those who work in the news business—reporters, editors, publishers, radio and TV broadcasters, etc. [...]
If you loosely define journalism as words and graphics about current events deliverable on tight deadline to a mass audience, the price of entry into the craft has dropped to a few hundred dollars.
Und seine Schlussfolgerung stösst ins gleiche Horn wie mein vorhergehender Beitrag hier:
The newspaper guild (again, reporters, editors, publishers) can’t compete by adding a few blogs here, blogging up coverage over there, and setting up “comment” sections. If newspapers, magazines, and broadcasters don’t produce spectacular news coverage no blogger can match, they have no right to survive.
Hart formuliert, aber absolut richtig. Die ökonomischen Verhältnisse in den Medien verschieben sich dramatisch, und darum wird die Wettbewerbssituation sich weiter stark verschärfen.
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