Google Video Marketplace gestartet, lange Gesichter
Von Andreas Göldi am 10. Januar 2006 um 18:10 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Analysen
Vor ein paar Tagen an der Consumer Electronics Show in Las Vegas kündigte Google seinen neuen Video Marketplace mit kostenpflichtigem Content von CBS und anderen Anbeitern an. Schon da gab es etwas Verwunderung, dass dieser neue Dienst nicht sofort startete. Heute ist es aber endlich so weit.
Vor einigen Stunden ist Video Marketplace gestartet (auf video.google.com) und hat leider ein ziemlich enttäuschendes Debut hingelegt. Die Bloggerszene reagiert bereits äusserst kritisch (Techdirt hat eine gute Zusammenfassung).
Zu sehen gibt es tatsächlich nicht viel. Neben den üblichen Junk-Videos, die man vorher schon auf Google Video finden konnte, gibt es nun eine neue Kategorie mit dem kommerziellen Content.
Und dort stehen zwar die angekündigten CBS-Serien, aber sonst nicht viel. Musikvideos gibt es auch, und zwar bisher sagenhafte 9 (!) Stück. Die Preise sind auch gesalzen: Unter anderem werden (unbekannte) Filme und Konzerntmitschnitte für $14.99 angeboten. Angesichts der nicht gerade überragenden Bildqualität ist das schon ziemlich dreist.
Besonders unbrauchbar ist das ganze von Europa aus. Erstens wird offenbar nach IP-Herkunft gefiltert, so dass man ausserhalb der USA viel vom Zahl-Content aus Lizenzgründen gar nicht erst aufgelistet sieht (was allerdings nach Fehler aussieht: Man kann zwar auf “Star Trek” klicken, bekommt aber nur eine leere Liste). Wenn man sich dann von den wenigen sichtbaren Dingen was kaufen will, bekommt man die Meldung, dass das leider im Moment nur von den USA aus ginge — und zwar erst, nachdem man mühsam seine Kreditkarteninfos eingegeben hat. Wenn Google ja offensichtlich sieht, dass ich nicht in den USA sitze, warum dann dieser Umweg?
Das ganze hinterlässt in allen Details den Eindruck, dass es sehr mit der heissen Nadel gestrickt wurde und dass die Qualitätssicherungsabteilung noch im Weihnachtsurlaub ist.
Seit einiger Zeit scheint Google Mühe zu haben, neue Produkte rechtzeitig und auf einem vernünftigen Qualitätsniveau herauszubringen. Rächt sich da bereits das schnelle Wachstum?
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