Live von der CES:
Google Pack und Video Marketplace

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 13:56 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

Google reitet imagemässig wieder mal auf seinem “Don’t be evil”-Motto rum und hatte mit Abstand den niedlichsten Stand. Da konnte man mit lustigen Rubbelspielen süsse Google-Souvernirs gewinnen und mit flauschigen Plüsch-Legosteinen spielen. Der ganze Stand war stark pädagogisch ausgerichtet, denn Google scheint zu fürchten (vermutlich nicht zu Unrecht), dass die User gar nicht wissen, was man bei Google alles an tollen Services bekommen kann. So wurde dann auch die ganze Produktpalette ausführlich demonstriert.

Die vor der Messe gestreuten Gerüchte um einen Google-PC haben sich also definitiv als falsch herausgestellt. Was Google aber in der Keynote-Rede von Larry Page ankündigte, war zwar nicht sensationell, aber doch mehrheitlich bemerkenswert.

Unter dem Namen “Google Pack” wird neu eine Sammlung aller Google-Softwareelemente (Earth, Picasa, Desktop, Toolbar) sowie einiger Fremdprodukte (Firefox, Norton Antivirus, Acrobat Reader) mit einem handlichen einzigen Installer angeboten. Schon am ersten Messetag wurden CD-ROMs mit dieser Sammlung am Google-Stand verteilt, und peinlicherweise muss ich sagen, dass ich nicht gemerkt habe, dass das was Tolles sein soll. Aber Google will damit auch nicht Early Adopters ansprechen, die diese Produkte eh schon alle haben, sondern halt die breite Masse der User.

Eine interessante Strategie, die natürlich ganz eindeutig in Richtung Microsoft zielt. Denn Microsofts grösster Vorteil ist Convenience: Produkte, die schon im Betriebssystem eingebaut sind, braucht man nicht mühsam zu installieren und zu konfigurieren. Dass Google jetzt ein simples “Alles aus einer Hand”-Paket anbietet, das natürlich rein zufällig den User stark an Googles Services bindet, ist da eine gute Antwort.

Das zweite grosse Announcement betraf den Video-Bereich: Google wird einen Video-Online-Shop anbieten, in dem User Shows von CBS kaufen können, unter anderem Hits wie “CSI” oder “Survivor”. Für Sportfans gibt es die Basketball-Spiele der NBA, für Musikfreunde Videoclips von Sony-BMG-Künstlern. Vorerst beschränkt sich die Verfügbarkeit natürlich wieder mal nur auf die USA.

Die Felle im amerikanischen Internet-TV-Markt sind somit jetzt weitgehend verteilt. Alle drei grossen Networks haben einen mächtigen Online-Partner gefunden: Apple verkauft Content von ABC, Google den von CBS und Microsoft ist traditionell mit NBC verbandelt. Das vierte Network, FOX, gehört Rupert Murdoch, und der hat bekanntlich seine eigenen Online-Pläne.

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