Live von der CES:
Die Kunst der Ankuendigung

Andreas Göldi, 7. Januar 2006 16:07 Uhr, 0 Kommentare Kommentare

An der CES dreht sich viel um die Keynote-Präsentationen der grossen Player. An diesen je ca. 90 Minuten langen Shows erwartet man sich grosse Ankündigungen und wegweisende Aussagen.

Hier nochmal eine Liste der diesjährigen Keynotes:

Microsoft

Hauptthemen: Windows Vista, Media Center, Musikdienst Urge (mit MTV), Xbox 360

Stargast: Justin Timberlake

Sony

Hauptthemen: Sony Reader, Digital Cinema, Playstation 3

Stargast: Tom Hanks, Dan Brown

Intel

Hauptthemen: Intel Viiv

Stargast: Tom Hanks, Morgan Freeman, Dani de Vito

Yahoo

Hauptthemen: Yahoo Go

Stargast: Tom Cruise

Google

Hauptthemen: Google Pack, Google Video Marketplace

Stargast: Robin Williams

Viel Aufwand wird da also getrieben.

Was fällt auf an dieser Liste? Vermutlich zwei Dinge:

1) Bemerkenswerterweise stammt an der weltweit bedeutensten Unterhaltungselektronik-Messe noch gerade eine von fünf Keynotes von einem klassischen UE-Produzenten. Den Rest hat sich die IT/Internet-Branche unter den Nagel gerissen. Viel mehr muss man zum Thema “Konvergenz von IT, Internet und Unterhaltungselektronik” wohl kaum sagen. Und auch nicht dazu, aus welcher Ecke im Moment die frischen Ideen kommen.

2) Die wirklich grossen Ankündigungen haben gefehlt, es gab keine neuen Produkte, die wirklich “game-changing” sind (wie man so schön sagt). Eigentlich hätte man sich bei jeder einzelnen Keynote mehr erwarten können.

Vor allem: In der Kunst der gelungenen Ankündigung haben die diesjährigen Keynote-Exponenten noch viel zu lernen. Und zwar von Steve Jobs. Apple schafft es immer wieder, wirklich überraschende Produkte vorzustellen, die auch tatsächlich am nächsten Tag erhältlich sind und nicht irgendwann in der fernen Zukunft. Das hat keiner der CES-Keynoter hingekriegt. Neben reiner Marketingware ohne Substanz (Intel Viiv) gab es diverse Dinge (Google Video Marketplace, Yahoo Go, Urge), die “demnächst” verfügbar sein werden aber noch nicht ausprobiert werden konnten.

Besonders Urge musste offenbar sehr mit der heissen Nadel gestrickt werden: Auf der Website www.urge.com ist derzeit nur das Logo und ein “Coming Soon” zu sehen. Pikant ist das Bookmark-Icon: Offenbar läuft dieser neue Microsoft-Musikdienst auf einem Netscape-Webserver…

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